Schrauben

Einheitliches Schraubendesign für Motorräder

| Redakteur: Lilli Bähr

Der Motorrad-Hersteller Triumph hat sein Produktportfolio im Bereich der Verbindungselemente neu gestaltet. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Schraubenkopf-Design.
Der Motorrad-Hersteller Triumph hat sein Produktportfolio im Bereich der Verbindungselemente neu gestaltet. Ein Schwerpunkt lag dabei auf dem Schraubenkopf-Design. (Bild: Triumph)

Bei der offenen Bauweise von Motorrädern muss auch die Schraube als Designelement wahrgenommen werden. Die Lieferanten der Verbindungselemente stellt das vor außergewöhnliche Herausforderungen. Circa 120 unterschiedliche Schraubentypen von Arnold Umformtechnik werden heute von Triumph in ihren Motorrädern verbaut.

Die traditionellen Motorräder von Triumph vereinen verschiedene Stilelemente von Motorrädern der ersten Stunde mit zweckmäßiger Technik und Leidenschaft fürs Motorradfahren der Zukunft. Bei der offenen Bauweise treten aber Verbindungselemente in den Vordergrund, die bei verkleideten Maschinen sonst unbeachtet bleiben. Design zu Ende gedacht bedeutet dann auch die Schraube als Designelement wahrzunehmen und entsprechend zu konzipieren.

Ziel von Triumph war es, das komplette Produktportfolio im Bereich der Verbindungselemente neu zu gestalten und neu zu beziehen. Es sollte ein neues Konzept für Verbindungselemente entstehen. Um die 120 unterschiedlichen Schraubentypen sind es, die die Verbindungsexperten von Arnold Umformtechnik heute ans traditionelle Motorradunternehmen in England liefern.

Als Triumph den Erstkontakt herstellte, gab es mit den bis dahin eingesetzten Schrauben verschiedene Schwierigkeiten: Es gab zum Beispiel immer wieder Probleme mit Korrosion an den Verbindungselementen und die Schrauben hatten kein einheitliches Design. Im Einsatz hatte man zudem einen großen Materialmix, neben viel Edelstahl wurden auch Stahlschrauben mit verschiedenen Oberflächenbeschichtungen verwendet. Auch hier galt es zu vereinheitlichen. Im Sinne der Prozessvereinfachung sollte die Anzahl der Lieferanten reduziert werden.

Schwerpunkt lag auf der Gestaltung des Schraubenkopfes

Um die 120 unterschiedlichen Schraubentypen sind es, die die Verbindungsexperten heute ans traditionelle Motorradunternehmen in England liefern. Ein Schwerpunkt lag auf der Gestaltung des Schraubenkopfes, weil dieser an sehr vielen Stellen des Motorrads sichtbar ist. Sämtliche Geometrien des Motorrads und eben auch die Schraubenkopfformen sind aufeinander abgestimmt. So soll ein einheitliches Erscheinungsbild entstehen.

Als Design für die Hauptschraube wurde ein spezieller Sechskantkopf entwickelt. Für Variation sorgen dann im Wesentlichen die Schraubenlängen. Alle Oberflächen sind bei den neuen Schrauben mit einer speziellen Galvanik im Edelstahl-Look veredelt.

300 verbaute Verbindungselemente

Die wesentliche Herausforderung des Projektes für den Verbindungsexperten war zuerst einmal die große Anzahl an Schrauben, die neu konstruiert werden mussten. Innerhalb kurzer Zeit galt es, um die 50 Typen neu anzulegen. Das ist nicht nur technisch anspruchsvoll, sondern auch eine organisatorische Herausforderung. In späteren Phasen kamen dann noch weitere Ausführungen dazu. Heute sind im Schnitt circa 300 Verbindungselemente von Arnold Umformtechnik in einem Triumph Motorrad verbaut.

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Generell unterstützen die Verbindungsexperten ihre Kunden von der ersten Analyse der individuellen Verbindungslösung bis hin zu After-Sales-Services. Zum Beratungsprozess gehört daher auch die zeitliche und inhaltliche Projektplanung und Prognosen zum jeweiligen Verschraubungsfall. Ein spezieller Rapid-Prototyping-Service ermöglicht die Anfertigung seriennaher Funktionsmuster. Mit einem Ramp-up-Engineering-Service erhalten Anwender Unterstützung beim Serienanlauf eines neuen Bauteils.

Zuverlässigkeit und Sicherheit sind selbstverständlich

Neben der Optik spielt natürlich vor allem die Zuverlässigkeit eine entscheidende Rolle bei einem tragenden Element wie einer Schraube. Jörg Pecho, Functional Parts, Head of Pre-Series-Production bei Arnold Umformtechnik erklärt: „Eine Schraube muss ja über die gesamte Lebensdauer des Produkts, in dem sie verbaut ist, zuverlässig ihre Funktion erfüllen. Deshalb sind für uns umfangreiche Tests für jede neu entwickelte Schraube in der Entwicklungsphase ebenso eine Selbstverständlichkeit wie während der Produktion.“

Tests für jede neu entwickelte Schraube

Überprüft werden unter anderem die mechanischen Eigenschaften von Bauteilen sowie das Materialgefüge der Verbindungselemente; zudem wird die Geometrie der Bauteile auf unterschiedliche Arten vermessen. Außerdem sind vordefinierte Applikationsuntersuchungen in den hauseigenen Prüflabors möglich, ebenso wie Sauberkeits- und Restschmutzanalysen. Wichtig für die langjährige Beständigkeit von Verbindungslösungen sind natürlich auch die Korrosionsuntersuchungen. Alle durchgeführten Analysen werden laut Unternehmen sauber und für die Anwender nachvollziehbar in aussagekräftigen Prüfberichten dokumentiert.

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