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Lineartechnik Ein Hoch auf mechanische Komponenten und analoge Gespräche

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

„Digital ist in, Mechanik scheint out zu sein.“ Die Aussage stammt von Hartmut Hoffmann, Geschäftsführer von RK Rose+Krieger. Hier erklärt er, warum das Unternehmen dennoch auf analoge Kundengespräche und weiterhin auf seine mechanischen Komponenten setzt.

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Hartmut Hoffmann, Geschäftsführer von RK Rose+Krieger setzt auf einen Mix aus digital und analog.
Hartmut Hoffmann, Geschäftsführer von RK Rose+Krieger setzt auf einen Mix aus digital und analog.
(Bild: RK Rose+Krieger)

In den Zeiten der Digitalisierung verlassen wir uns auf Suchmaschinen und Sprachassistenten, Onlineshops und Youtube-Tutorials. „Digital ist in, Mechanik scheint out zu sein. Das zeigen auch zahlreiche Gespräche, die wir mit Besuchern auf den Fachmessen führen“, erzählt Hartmut Hoffmann, Geschäftsführer bei RK Rose+Krieger. So sei dort beispielsweise erstaunt zur Kenntnis genommen worden, dass das Unternehmen seine Linearachsen mit mechanisch digitalen Positionsanzeigern ausstattet. Warum? Weil diese Anzeiger auch bei einem Stromausfall noch funktionieren. Dieses Bewusstsein war nicht vorhanden, denn elektrisch digital ist gerade schwer angesagt, alles Mechanische ist altmodisch. Doch stimmt das wirklich? Und ist der Internetkonfigurator dem beratenden Kundengespräch tatsächlich vorzuziehen? Diese Fragen müsse sich gerade ein Unternehmen wie RK Rose+Krieger immer wieder stellen, so Hoffmann. Denn schließlich seien die rein mechanischen Produkte aus den Bereichen Linear-, Profil-, Verbindungs- und Modultechnik alles andere als digital.

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Bei der Information seiner Kunden setzt RK Rose+Krieger auf einen Mix aus digital und analog: Über das Internet können sie schnell und unkompliziert auf aktuelle Daten zugreifen oder sich Kataloge und sonstige Informationen herunterladen. Überdies nutzt das Unternehmen auch B2B-Portale, Online-Newsletter und Social Media, um über seine Produkte zu informieren. Als weitere Orientierungshilfe bei der Wahl eines geeigneten Produkts bietet RK Rose+Krieger zudem seine Online-Auswahlhilfen an. Alles sehr digital also. Doch danach wird es wieder ganz analog: Im beratenden Gespräch mit dem Kunden erfolgt die eigentliche Konfiguration der rein anwendungsorientierten Lösung. Die sieht dann manchmal ganz anders aus, als vom Kunden zunächst gedacht, bewahrt ihn allerdings vor Fehlkalkulationen und stellt die Einhaltung der geltenden Maschinenrichtlinien sicher.

Diese Kombination aus Tradition und Moderne und das kritische Hinterfragen des digitalen Mainstreams von RK Rose+Krieger sieht das Unternehmen als einen entscheidenden Erfolgsfaktor. Das beweise nicht nur die Umsatzentwicklung, so Hoffmann. RK Rose+Krieger wird seit 2012 jährlich unter die Top 100 der innovativsten mittelständischen Unternehmen Deutschlands gewählt und brachte auch in diesem Jahr wieder viele Produkte zur Marktreife.

Anwendertreff MaschinensicherheitDie Maschinensicherheit ist ein wichtiges Thema: Die richtigen Normen müssen berücksichtigt und die Anforderungen der Maschinenrichtlinie müssen eingehalten werden. Der Anwendertreff Maschinensicherheit unterstützt Entwickler und Konstrukteure, die funktionale Sicherheit von Maschinen und Anlagen zu gewährleisten.
Mehr Infos: Anwendertreff Maschinensicherheit

Produktneuheiten in der Lineartechnik

Im Geschäftsbereich Lineartechnik wartet RK Rose+Krieger mit fünf Produktneuheiten auf. Diese zeichnen sich allesamt dadurch aus, dass sie aus anwendungsspezifischen Sonderlösungen – also aus beratenden Kundengesprächen – entstanden und sich nahtlos und synergetisch in das gesamte Produktportfolio einfügen. Hier ein Überblick:

  • Die Baureihe der RK Monoline-Lineareinheiten für das mittlere Belastungssegment (bezogen auf das RK Produktportfolio) wurde um zwei neue Baugrößen der RK Monoline Z und um die RK Monoline MT mit Omega-Antrieb erweitert.
  • Bei der Entwicklung der Einrohr-Linearachse E-II-Edelstahl nutzte RK Rose+Krieger vorhandene Synergien: So kommen die seit Jahren am Markt bestehenden Rohrverbindungselemente aus Edelstahl bei den neuen Einrohrachsen als Anbindungselemente und Führungsschlitten zum Einsatz.
  • Bei Konzeption der neuen Doppelwellen-Lineareinheit mit Kugelgewindetrieb EP(X)-II KG für das dynamische Verfahren und präzise Positionieren mittlerer bis hoher Lasten in beliebiger Einbaulage im Dauerbetrieb setzt das Unternehmen auf maximale Kombinationsmöglichkeiten mit den bestehenden Achsen und dem Zubehör der Produktreihe.
  • Auch die Produktfamilie der Multilift II-Hubsäulen erhielt weiteren Zuwachs: Der Multilift II clean wurde gezielt für den Einsatz in Reinräumen entwickelt.

Zudem gibt es Neuheiten aus dem Bereich Verbindungstechnik. Beispielsweise übernahmen die Konstrukteure die Idee des Kugelgelenks aus der Produktreihe des RK Monitorhalters und integrierten es zunächst in vier Modelle aus der Baureihe der Solid-Clamp-Rohrverbinder aus Aluminium. Das Ergebnis sind Fuß-, Muffen- und Gelenkklemmstücke der Baugröße 30 mit integriertem Kugelgelenk sowie ein Muffenklemmstück mit Doppelkugel.

Individuelle Arbeitsplatzlösungen entstehen im persönlichen Gespräch

Produkte aus allen Bereichen des Unternehmens fließen in die Gestaltung aufgabenspezifischer Arbeitsplatzlösungen ein – dem sogenannten Lean Solution/Easywork Arbeitsplatz: passende elektrische Hubsäulen für die Höhenverstellung, Monitorhalterungen mit oder ohne Tastaturablage und Tragarme für die Befestigung von Bildschirmen, Rohrverbinder für die Anbindung von Materialzuführungen und -bevorratungen sowie Anbauteilen oder Blocan-Profile für die Konstruktion der soliden Grundgestelle des jeweiligen Arbeitsplatzes.

Es ist auch der Bereich, der RK Rose+Krieger gezeigt hat, dass Konfiguratoren im Vergleich mit einer umfassenden Beratung auf verlorenem Posten stehen. Zu vielfältig sind die Anforderungen der einzelnen Arbeitsplätze, zu zahlreich die Optionen. Zudem ist ein Konfigurator nicht in der Lage, individuell auf den Produktionsprozess abgestimmte Arbeitsplatzlösungen vorzuschlagen. Denn nur die Abstimmung von Mensch und Arbeitsplatz aufeinander sorgt für optimale Ergebnisse. Es gibt nicht den einen Arbeitstisch, der für alles passt, sondern nur die auf die jeweilige Aufgabenstellung in den Bereichen Lagerung, Transport oder Bearbeitung perfekt zusammengestellte Lösung.

Das Fazit von Hartmut Hoffmann: „Reale, analoge Produkte sind das Rückgrat der virtuellen Welt. Ohne sie gäbe es keine Internet 4.0. Und auch wenn Online-Aktivitäten für Unternehmen generell immer wichtiger werden: Feedbackformulare oder Online-Konfiguratoren können den persönlichen Dialog nicht ersetzen.“

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