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MDE-System

Durchlaufzeiten verkürzen ohne den Überblick zu verlieren

| Redakteur: Bernhard Richter

Die Integration komplexer Systeme zum Erfassen von Maschinendaten in bestehende Abläufe muss aufwendig sein? Im Gegenteil, wie ein Plug-and-Play-System zeigt.

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Blick von oben auf die Produktion – mit Standort der Leuchten.
Blick von oben auf die Produktion – mit Standort der Leuchten.
( Bild: Werma )

Die Vetec Ventiltechnik GmbH hat eine lange und traditionsreiche Geschichte, beschäftigt am Standort in Speyer derzeit rund 120 Mitarbeiter und ist eine Tochtergesellschaft des Samson-Konzerns. Das Unternehmen ist nicht nur stolz auf seine breite Produktpalette, die vollständig das Gütesiegel „Made in Germany“ trägt, sondern auch auf den großen und modernen Maschinenpark.

Im Bereich NC-Fertigung finden sich hier neben drei großen Horizontalfräsmaschinen mit einem maximalen Aufspanngewicht von drei Tonnen zahlreiche zyklengesteuerte NC-Drehmaschinen, Bearbeitungszentren, CNC-Drehmaschinen und Bandsägen. Fachkräfte stellen im 2-Schichtbetrieb Gehäuse sowie Innen- und Antriebsteile für die Vetec-Ventile her. Neben kohlenstoffhaltigem und nicht-rostendem Stahl werden in Speyer zudem Werkstoffe wie Titan, Zirkon sowie zahlreiche Sonderlegierungen verarbeitet.

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Sven Donner ist seit knapp zwei Jahren als Produktionsleiter im pfälzischen Unternehmen tätig. Der 34-jährige Maschinenbauingenieur hatte von Beginn an die Produktivität des Maschinenparks im Blick. Er betont, wie wichtig es für ihn und das Unternehmen ist, „die Prozesse und Abläufe auf Knopfdruck auswerten und vor allem in Echtzeit überwachen zu können“. Für Donner war es von großer Bedeutung, die Rüstzeiten der Maschinen exakt messen und auswerten zu können: „Wir als Produzent von Sonderlösungen im Maschinenbau fertigen meist in der Losgröße 1 – da ist es elementar, die Rüstzeiten im Griff zu haben.“ Er erklärt weiter: „Bislang gab es bei Vetec kein Maschinen-Daten-Erfassungssystem (MDE-System), auf welches wir hätten zurückgreifen können, daher musste rasch eine Lösung gefunden werden.“

Fündig wurde das Unternehmen bei Werma Signaltechnik. Der Hersteller von Signalgeräten bietet ein einfaches, funkbasiertes und kostengünstiges MDE-System an, welches sich jederzeit schnell und einfach nachrüsten lässt. Dabei ist Smart Monitor die clevere MDE-Alternative für Industrieunternehmen, die unkompliziert und schnell belastbare Daten für die Optimierung ihrer Fertigungsprozesse suchen. Für Konstrukteure ist das umfangreiche und technisch komplexe System von Werma einfach zu integrieren, da es genauso einfach zu handhaben ist, wie herkömmliche auf dem Markt erhältliche Systeme.

Das MDE-System im Überblick

Das Smart Monitor von Werma besteht lediglich aus den Funksendern, einem Funkempfänger und der Software. Unabhängig von Typ, Alter oder Hersteller der Maschine – das MDE-System braucht nur eine Werma-Signalsäule als Schnittstelle. Dabei wird der Funksender „WIN slave“ in die bereits vorhandenen Signalsäule einfach per Plug-and-Play integriert und überträgt sofort die Zustände der Lichtelemente per Funk an den Empfänger „WIN master“. Dieser ist an den USB-Anschluss eines zentralen Rechners angekoppelt und sammelt die Daten aller ins Netzwerk eingebundenen Sender. Zudem überträgt und sichert er die Daten in einer Microsoft SQL-Datenbank.

Dank der Signalisierung vor Ort, der Anzeige am Leitstand oder einer Benachrichtigung auf dem Smartphone können Reaktionszeiten erheblich verkürzt und der Fertigungsprozess optimiert werden. Zudem wird kein Stillstand mehr verpasst und sämtliche Zustände werden dokumentiert. Die Reports zeigen darüber hinaus Möglichkeiten zur dauerhaften Prozess- und Produktivitätssteigerung auf.

Pilotprojekt ist ein voller Erfolg

„Wir starteten unseren Test mit dem Werma-MDE-System bei einer CNC-Drehmaschine, welche wir schon länger im Verdacht hatten, unproduktiv zu arbeiten“, sagt Donner. Da man bei Vetec schon lange auf Signalsäulen von Werma nutzt, musste lediglich der Funksender integriert werden.

Schon nach einem Tag sahen wir erste Ergebnisse. Wir stellten fest, wie unglaublich hoch der Anteil unserer Rüstzeit ist.

Sven Donner, Produktionsleiter

„Noch während der 30-tägigen Testphase entschieden wir uns dafür, das Projekt auf die gesamte mechanische Fertigung am Standort Speyer auszurollen,“ sagt Donner. Der Betriebselektriker integrierte die einzelnen Slaves in die Signalsäulen, welche gut sichtbar oberhalb der Maschinen an der Stromschiene montiert sind. Dabei übernahm das Unternehmen die Farbbelegung der Säulen unverändert aus dem Pilotprojekt, so dass der Status einer jeden Maschine auf Anhieb ersichtlich und für jeden verständlich war.

„Uns war es sehr wichtig, alle Mitarbeiter in das Projekt zu integrieren“, erläutert Donner. „Aus diesem Grund haben wir an einer zentralen Stelle im Unternehmen einen riesigen Bildschirm angebracht.“ Dieser zeigt auf einen Blick den Status aller ins Netzwerk eingebundenen Maschinen an.

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Ausdehnung auf weitere Werke

Der Produktionsleiter zieht das Fazit: „Wir sind absolut zufrieden mit Smart Monitor und teilen unsere Begeisterung mit unseren Schwestergesellschaften.“

Der Produktionsleiter hat das Werma-System im Rahmen des Samson-Produktionsverbundes vorgestellt und in der Zwischenzeit wurde das System auf einen weiteren Standort in Nord-Württemberg übertragen. „Ich denke, das zeigt recht deutlich, wie überzeugt wir von der Werma-MDE-Lösung sind“, sagt Donner nachdrüklich. „Das Einfache hat Erfolg“, unterstreicht der Speyerer Produktionsleiter abschließend.

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