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Systems Engineering Dr. Walter Koch übernimmt Vorsitz der GfSE

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Die Gesellschaft für Systems Engineering (GfSE) hat Dr. Walter Koch zum Vorsitzenden gewählt. Koch will in seiner neuen Rolle den Fokus auf die branchenunabhängige Industrialisierung von Systems Engineering legen.

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(Bild: GfSE)

Dr. Walter Koch (58) leitet seit 2017 den Bereich Advanced R&D Engineering der Schaeffler AG in Herzogenaurach. Er verantwortet für die Schaeffler Gruppe die Weiterentwicklung des Produktentstehungsprozesses (PEP). Ab dem 1. Januar 2020 wird Dr. Koch als neuer GfSE-Vositzender den Fokus auf die branchenunabhängige Industrialisierung des Systems Engineering legen und in der GfSE die Digitalisierung vorantreiben und das Dienstleistungsangebot weiterentwickeln. Walter Koch: „Die Fähigkeit, Prozesse und Methoden des Systems Engineering einzusetzen, entscheidet zukünftig über den Erfolg eines Unternehmens. Ich freue mich darauf, mit dem starken Team die Vorteile von Systems Engineering in vielen Wirtschaftszweigen aufzuzeigen und mit dem herausragenden Netzwerk der GfSE den Nutzen zur vollen Entfaltung zu bringen.“

Der scheidende Vortsand Schulze wird sich aus seiner Beiratsrolle dem Thema Zertifizierung widmen. In den vergangenen Jahren hat die GfSE mit dem Zertifizierungsprogramm Sezert jährlich zahlreiche neue zertifizierte Systemingenieure ausgebildet – auch in Dänemark, China, Rumänien und USA.

Systems Engineering als Erfolgsfaktor

Die gemeinnützige Fachorganisation GfSE besteht seit 1997. Das Systems Engineering hat sich als Ansatz für einen Lebenszyklus in der Luft- und Raumfahrt bereits etabliert. Durch die zunehmende Digitalisierung ermöglicht diese Vorgehensweise allerdings auch weiteren Branchen neue Potenziale. Die GfSE hat zusammen mit der ISO-Organisation und der INCOSE (International Council on Systems Engineering) die ISO-Norm ISO 15288 verfasst. Sie gilt inzwischen als State-of-the-Art in der Systementwicklung.

Die Richtlinie ISO 15288

Grundsätzlich ist das Verständnis von Systems Engineering sehr facettenreich, was sich in einer relativ großen Anzahl von Definitionen äußert. Das stiftet Verwirrung. Organisationen wie das International Council on Systems Engineering (INCOSE) oder die ISO-Gremien stecken deshalb viel Energie in Aufklärung, Weiterentwicklung und Verbreitung eines harmonisierten Systems Engineering – mit Erfolg. Aus dieser Arbeit heraus hat sich die Richtlinie „ISO/IEC 15288: Systems and software engineering – System life cycle processes“ entwickelt. Die ISO 15288 beschreibt vier Prozess-Gruppen inkl. entsprechender Terminologie für den Lebenszyklus von technischen Systemen. Für jede Gruppe werden die für Systems Engineers relevanten Prozesse detailliert dargestellt. Je nach Komplexität oder abhängig von weiteren Randbedingungen wird der Aufwand für die Prozesse verändert, was Tailoring heißt. Und hier wird es spannend: Die klassischen SE-Prozesse beginnen bei der Identifikation von Stakeholdern und ihren Bedürfnissen. Daraus werden Use Cases und Anforderungen abgeleitet, die in einer Systemarchitektur münden, die als Grundlage für das weitere Geschehen in der Zusammenarbeit dient.

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Dieser Ansatz hat beispielsweise bei Daimler oder Audi, aber auch bei den kooperativen Mitgliedern der GfSE, wie z.B. Continental und ZF, zum Erfolg geführt. „Aber auch im Mittelstand und im Maschinen- und Anlagenbau wird Systems Engineering inzwischen als Erfolgsfaktor gesehen – wenn auch mit anderen Ausprägungen als im Fahrzeugbau“, so Dr. Christian von Holst, Global Systems Engineering Lead bei John Deere und Vertreter der korporativen Mitglieder in der GfSE.

Mit der Wahl von Dr. Koch setzt sich der aktuelle Vorstand der GfSE wie folgt zusammen: Dr. Walter Koch (Vorsitzender, Schaeffler AG), Dr. Christian Tschirner (Stv. Vorsitzender, Two Pillars GmbH), Rüdiger Kaffenberger (Kassenwart, Softwareinmotion GmbH), Sascha Ackva (Schriftführer, Continental AG)

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