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Automatisierung Digitalisiert und vernetzt mit intelligenten Komponenten und Systemlösungen

| Redakteur: Lilli Bähr

Baumüller zeigt auf der SPS IPC Drives 2017 Exponate zu seinem Leitthema „Enabling Industrie 4.0“. Die Messebesucher erfahren wie das Unternehmen seinen Kunden mit intelligenten Komponenten und Lösungen die smarte Digitalisierung und Vernetzung von Maschinen und Anlagen ermöglichen und somit die erforderlichen Anbindungen und Schnittstellen für Industrie 4.0 schaffen will.

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Ubiquity ist laut Baumüller eines der ersten Softwareprodukte im Bereich industrieller Fernwartung, das nach IEC 62443-3-3 zertifiziert worden ist und damit den Anforderungen des Grundschutzkataloges des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entspricht.
Ubiquity ist laut Baumüller eines der ersten Softwareprodukte im Bereich industrieller Fernwartung, das nach IEC 62443-3-3 zertifiziert worden ist und damit den Anforderungen des Grundschutzkataloges des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entspricht.
(Bild: Baumüller )

Auf dem Messestand der diesjährigen SPS IPC Drives will Baumüller zeigen wie mit Industrie 4.0 in jeder Phase der Wertschöpfung zusätzlicher Nutzen durch Effizienzsteigerung für den Maschinenbauer generiert werden kann. Dies ermöglicht den Kunden neue bzw. erweiterte Geschäftsmodelle über den gesamten Maschinenlebenszyklus zu entwickeln. Angefangen bei der Projektierung und Engineering über die Inbetriebnahme sowie den Betrieb bis hin zum Service der Maschinen und Anlagen.

Das Unternehmen bietet hierfür Simulationen für Maschinenauslegungen, Wizard-geführte Inbetriebnahmen, sichere Fernwartung sowie ein integriertes System zur vorausschauenden Wartung und Produktionsoptimierung an. Diese Lösungen werden live am-Messestand vorgestellt.

Simulation für eine schnelle und sichere Markteinführung

Maschinen und Anlagen zukunftssicher und passgenau auf Anwendungen auszulegen, erfordert Zeit und Erfahrung und ist ein intensiver Engineering-Prozess. Um die Entwicklungszeit zu verkürzen und die Maschine möglichst schnell funktionssicher auf den Markt zu bringen, arbeitet Baumüller mit Simulationen z.B. in Matlab/Simulink. Auf dem Messestand zeigt das Unternehmen am Beispiel von Automatisierungslösungen für Servopumpen und Servopressen wie durch Simulation in kürzester Zeit die optimalen Antriebs- und Automatisierungskomponenten für verschiedene Maschinen ausgelegt und getestet werden können. Die Daten dieser Modelle werden dem Maschinenbauer in der Projektierungsphase für die neue Maschine zur Verfügung gestellt. Alternativ übernimmt Baumüller für seine Kunden z.B. für Pressen die komplette Maschinenauslegung basierend auf den Modelldaten der Maschinenbauer.

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Ist die Maschine dann kundenspezifisch projektiert, muss sie den Praxistest durchlaufen. Um das Zusammenspiel der einzelnen Maschinenkomponenten im Voraus bewerten zu können, arbeitet das Unternehmen auch für die Anwendungsoptimierung mit Simulationen. Der Kunde soll neben verkürzten Entwicklungszeiten auch von einer schnelleren und einfacheren Inbetriebnahme profitieren.

Sichere Fernwartung: HMIs mit vorinstallierter Security Software

Die Vernetzung von Menschen, Maschinen oder Sensoren im Industriesektor steigt stetig. Die Neuerungen fördern eine effiziente, intelligente und flexible Produktion. Allerdings steigt damit auch die Bedrohung durch Cyberkriminalität. Um die Industrial Security zu bewahren, bietet Baumüller mit Ubiquity eine sichere Lösung für die Fernwartung von Maschinen und Anlagen an. Ubiquity soll eines der ersten Softwareprodukte im Bereich industrieller Fernwartung sein, das nach IEC 62443-3-3 zertifiziert worden ist und damit den Anforderungen des Grundschutzkataloges des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) entspricht. Die Ubiquity-Laufzeitumgebung ist in alle Windows basierten HMIs von Baumüller vorinstalliert und kann mit einer Domäne verbunden werden.

Ubiquity soll eine Möglichkeit zur Kommunikation für Prozesskontrolle und zur einfachen und sicheren Fernwartung zur Verfügung stellen. Damit kann weltweit der Zustand der Maschinen überwacht und im Bedarfsfall schnell und gezielt reagiert werden. Diese Möglichkeit der schnellen und präzisen Analyse, Diagnose, Handlungsempfehlung und Fehlerbehebung soll Zeit und Kosten sparen.

Auf der SPS IPC Drives 2017 ist der Einsatz der Software live auf dem Messestand zu sehen. Eine auf dem Gelände in Nürnberg stehende Maschine kann laut Unternehmen per sicherer Fernwartung vom Messestand aus bedient werden. Die Besucher sollen vollständigen Zugriff auf die mehrere Kilometer entfernt stehende Maschine haben. Über eine implementierte IP-Kamera kann die Bedienung der Maschine zudem live mit verfolgt werden.

Flexibel produzieren durch smarte Vernetzung

Zwei vernetzt arbeitende Handling- und Robotersysteme sollen auf dem Messestand zeigen wie durch Vernetzung Produktionsoptimierung erreicht wird. Der Palettiervorgang des 3-Achs-Handlings und das Schweißen des Roboters erfolgt in einem Prozess; kommuniziert wird über eine in der Kunststoffindustrie standardisierte Euromap-Schnittstelle. Bei beiden Systemen handelt es sich von der Steuerungssoftware bis hin zum Antrieb um Komplettlösungen von Baumüller. Der Hersteller will hierbei zeigen, wie Maschinenmodule optimal für den jeweiligen Produktionsprozess und flexibel je nach Anwendung automatisiert werden können. Die einzelnen Module sollen problemlos zu kompletten Maschinen und Anlagen kombiniert oder in neue bzw. bestehende Systeme integriert werden können.

Im Systembereich stehen neben Komponentenentwicklungen besonders Innovationen im Bereich Software und Visualisierung im Mittelpunkt. Einheitliche Datenbanken, ein breites Angebot an Feldbussen sowie offene Schnittstellen sind Grundlage für eine flexible und effiziente Kommunikation und Vernetzung. Maschinenbauer und -anwender sollen bei den Softwarebausteinen von vorprogrammierten, umfangreichen Funktionen profitieren, die die Inbetriebnahme von Baumüller-Komponenten vereinfachen und somit zu kurzer Time-to-Market und hoher Fehlersicherheit verhelfen. Die Bausteine sollen problemlos in die Programmieroberfläche der jeweiligen Steuerung eingebunden werden können, so dass zusätzliche Programmierarbeit entfällt.

Direkt an den Exponaten können sich die Besucher von der intuitiven Bedienung der Visualisierung sowie von den Vorteilen der Webfähigkeit überzeugen. Bei Bedarf kann der Anwender laut Hersteller so bequem über Smartphone oder Tablet auf die Visualisierung der Fertigungsdaten zugreifen.

Baudis IoT erhöht die Verfügbarkeit

Eine Neuheit im Bereich Service ist Baudis IoT, ein System zur Prozessoptimierung und zur vorausschauenden Wartung von Bestands- und Neumaschinen. Es handelt sich dabei um ein IoT-fähiges Diagnose- und Kommunikationssystem mit dem eine einfache Vernetzung von Maschinen und Anlagen via Internet und die intelligente Analyse von Daten ermöglicht werden soll. Baudis IoT ist die Weiterentwicklung des Diagnosesystems Baudis, das seit mehr als 20 Jahren im Einsatz ist. Die vernetzte Version soll dabei von der langjährigen Felderfahrung eines erfolgreichen Systems profitieren. Das System kann laut Unternehmen unabhängig vom Hersteller der Automatisierungskomponenten und der Sensorik eingesetzt und problemlos nachgerüstet und damit upgegradet werden. Es soll sich daher zur Digitalisierung von neuen und bestehenden Fertigungsanlagen eignen.

Baudis IoT soll die laufende Überwachung von Automatisierungs-, Antriebs- & Maschinenkomponenten ermöglichen und deren aktuellen Zustand anzeigen. Es soll eine Datenerfassung sowie -analyse und die Generierung und Ausgabe einer Aktionsempfehlung ermöglichen. Die Auswertung erfolgt zu jeder Zeit mit den aktuellsten verfügbaren Algorithmen. So soll das System kontinuierlich intelligenter gemacht werden und mit Hilfe von Algorithmen eigenständig Lösungen entwickeln (Machine Learning).

Detailliertere Informationen zum Thema Baudis IoT erhalten Messebesucher von Norbert Süß, Leiter Service und Retrofit bei Baumüller, beim Vortrag „Baudis IoT – System für Predictive Maintenance und Produktionsoptimierung“ am 30.11.2017 um 14.20 Uhr auf dem Messeforum des ZVEI in der Halle 3A-449.

Produkt-Highlights

Baumüller hat in enger Zusammenarbeit mit Maschinenbauern und Pumpenherstellern eine neue Servopumpen-Software-Version entwickelt, die u.a. mit einer Wizard-geführten Inbetriebnahme und einer adaptiven Druckregelung ohne Einzugreifen eine höhere Teilequalität erreichen und damit die Initialkosten senken soll. Zusätzlich wurden Funktionalitäten erweitert und selbststeuernde Industrie-4.0-Prozesse umgesetzt. Für die Servoumrichter-Reihen b maxx 3000, b maxx 4000, für die anreihbare b-maxx-5000er-Familie und für b-maxx-5500-Monoeinheiten ist die neue Version ab sofort verfügbar.

Im Motorenportfolio werden zudem Erweiterungen hinsichtlich Leistung und Drehzahl in der High-Torque-Baureihe DST2 vorgestellt. Die Motoren wurden um die Baugröße 560 erweitert und sind ab sofort in sechs Baugrößen verfügbar. Der DST2 560 soll mit einem Nennmoment von bis zu 38.000 Nm und einem Spitzenmoment von bis zu 80.000 Nm hohe Ansprüche in der Direktantriebstechnik erfüllen. Damit stellen die High-Torque-Motoren DST2 eine Lösung für zahlreiche Maschinentypen, von der Presse über Werkzeug- und Kunststoffmaschinen bis hin zu Schiffen dar, um nur einige Beispiele zu nennen. Baumüller bietet neben verschiedenen High-Torque-Motoren auch effiziente und skalierbare Servomotoren sowie Hauptantriebe in zahlreichen Versionen und Baugrößen. (lb)

SPS IPC Drives 2017: Halle 1, Stand 560

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