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Industrie 4.0

Digitale Molkerei: Schneider Electric und SIG weiten Partnerschaft aus

| Redakteur: Ute Drescher

Schneider Electric und SIG werden künftig noch enger zusammenarbeiten. So will SIG mit Unterstützung von Schneider Electric seine Maschinen und Anlagen fit für Industrie 4.0 machen - sowohl bestehende als auch zukünftige.

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„Wir freuen uns, SIG fit für Industrie 4.0 zu machen“, erklärt Jürgen Siefert, Vice President Industry DACH bei Schneider Electric.
„Wir freuen uns, SIG fit für Industrie 4.0 zu machen“, erklärt Jürgen Siefert, Vice President Industry DACH bei Schneider Electric.
(Bild: U. Drescher/konstruktionspraxis)

Seit mehr als 15 Jahren sind sie Partner: Schneider als Standardausrüster für elektrische Installationen und Automationspartner und SIG als Hersteller von Getränkekartons und den dazugehörigen Füllmaschinen. Diese Partnerschaft bekommt nun eine neue Qualität. Schneider Electric will SIG den Weg zur Smart Factory ebnen, damit SIG den Anforderungen der Zukunft in puncto Flexibilität, Konnektivität und Produktivität noch besser gerecht werden kann.

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Grundlage ist ein neues Vernetzungs- und Datenaufbereitungskonzept für Bestands- und Neumaschinen, um optimale OEE-Kennziffern und Reports zu unterstützen. Ziel ist es außerdem, beliebige bereits bestehende MES-Strukturen (Management Executive Systems) anzukoppeln und mit Hilfe standardisierter OPC-UA-Protokolle sicher zu bedienen. Basis hierfür ist die Ecostruxure-Architektur von Schneider Electric, die Vernetzung vom Sensor bis in die Cloud möglich macht.

So geht Industrie 4.0: Vernetzungskonzept für Verpackungsmaschinen

Zentraler Bestandteil des Vernetzungskonzepts ist die „Green Box“, ein IPC mit installierten Softwarepaketen. Als universelle und erweiterbare IIoT-Lösung für Verpackungsmaschinen erlaubt es die Green Box, unterschiedliche Maschinen anzubinden, Datenaufbereitung über Templates zu integrieren und verschiedene Spezifikationen von Leitsystemen und MES-Schnittstellen zu bedienen. Sie überzeugt weiterhin im Bereich der Konnektivität durch ihre über 240 Treiber für verschiedene Kommunikationsprotokolle.

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Hiermit lassen sich sowohl Bestandsmaschinen als auch neue Anlagen und Steuerungen herstellerunabhängig an das gewünschte System anschließen. So wird ein über die Jahre gewachsener Maschinenpark fit für Industrie 4.0. Die Vorteile für den Endkunden: eine flexible Anpassung des Produktportfolios, Reduzieren der Kosten durch Produktionsstätten-übergreifende Standardisierung sowie die Unabhängigkeit von der Architektur eines einzigen Automatisierers.

Mit Schneider Electric als strategischem Partner erhofft sich SIG weitere Vorteile bei zukünftigen Entwicklungen und Branchentrends. Zukunftssicherheit gewährleistet die Green Box, auf der Softwarepakte wie der Augmented Reality Advisor oder der Machine Advisor installiert und genutzt werden können, beispielsweise für Predictive Maintenance oder Teleservice. Hinzu kommen vorbereitete Bibliotheken mit Bausteinen und Anzeigeelementen, die die Anwendung erheblich vereinfachen. Eine Einbindung in die Cloud ist optional möglich. AR-Applikationen bieten Transparenz und Akzeptanz der Maschinenbedienung, Einrichtung und Wartung der Maschinen. Erklärende Videos mit hinterlegten Dokumentationen werden verknüpft mit einer einzigartigen Animation und Bilderkennung.

Zukunftsweisendes Steuerungs- und Sicherheitskonzept

Seit Jahren liefert Schneider Electric mit den Steuerungsplattformen Pacdrive M und Pacdrive3 die Automatisierungs- und Antriebstechnik für Abfüllmaschinen und Downstreamlinien der SIG. Mit der Umsetzung der neuen Steuerungsgeneration Pacdrive3 setzt der Verpackungsspezialist weitere Produkte von Schneider ein. Die Ethernet-basierte Echtzeit-Kommunikation mit Sercos III deckt sämtliche Aspekte in der Maschine ab: Maschinensteuerungsebene, E/A Feldebene, Servo-Antriebstechnik und Sicherheitstechnik kommunizieren über einen zentralen Ethernet-Bus.

Die Diagnose ist ebenfalls ein wichtiger Punkt. Weitreichende Diagnosemöglichkeiten auch von Fremdgeräten an Sercos III wurden für diesen Maschineneinsatz optimiert. Diese Offenheit ist ein großer Vorteil gegenüber weiteren Anbietern in dem Bereich. Auch durch die neue integrierte Sicherheitstechnik, sichere Logik und zuverlässige Servotechnik wird es SIG ermöglicht, komplett neue Maschinenkonzepte zu realisieren. So verschafft beispielsweise das Fahren mit offenen Schutztüren durch sicher reduzierte Geschwindigkeit dem Betreiber neue Möglichkeiten bei maximaler Maschinensicherheit.

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