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Digitale Transformation

Die Komplexität im Produktentstehungsprozess zum Vorteil machen

Die Integration der Low-Code-Plattform Mendix in das Portfolio von Siemens Digital Industries Software, die Entwicklungsplattform Xcelerator und die Möglichkeiten der Cloud im Produktentstehungsprozess standen im Fokus der Siemens-Anwenderkonferenz PLM Connection Europe.

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Tony Hemmelgarn, CEO von Siemens Digital Industries Software, auf der Anwenderkonferenz Siemens PLM Connection: „Was produzierende Unternehmen heute herausfordert ist die Explosion der Komplexität.“
Tony Hemmelgarn, CEO von Siemens Digital Industries Software, auf der Anwenderkonferenz Siemens PLM Connection: „Was produzierende Unternehmen heute herausfordert ist die Explosion der Komplexität.“
(Bild: Stefanie Michel, MM Maschinenmarkt)

Was produzierende Unternehmen heute herausfordert, ist laut Tony Hemmelgarn, CEO von Siemens Digital Industries Software, die Explosion der Komplexität. Wie aus dieser Komplexität ein Wettbewerbsvorteil wird, war Fokus seiner Keynote auf der Anwenderkonferenz PLM Connection Europe. Denn im Zeitalter der Digitalisierung geht es laut Hemmelgarn nicht nur darum, Daten zu sammeln; vielmehr müsse man diese auch intelligent einsetzen, um fundierte Entscheidungen ableiten zu können. Mit der neuen Plattform Xcelerator will Siemens Digital Industries Software (bis vor kurzem Siemens PLM Software) dabei unterstützen.

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Software für Konstruktion, Engineering und Fertigung auf einer Plattform

Xcelerator vereint das Kern-Softwareportfolio von Siemens Digital Industries Software mit der Low-Code-Plattform für Applikationsentwicklung von Mendix. Xcelerator kombiniert das gesamte Portfolio an Software für Konstruktion, Engineering und Fertigung mit der erweiterten Mendix-Plattform für die Entwicklung von Low-Code- und Multiexperience-Applikationen. Damit soll Unternehmen jeder Größe der Schritt zu einem digitalen Unternehmen vereinfacht werden.

Was die Plattform Mendix kann

Mendix ist eine Low-Code-Plattform für die einfache Entwicklung von IIoT-Anwendungen, also für die Entwicklung von personalisierten Digitalen Zwillingen. Siemens Digital Industries Software hat das Unternehmen im vergangen Jahr übernommen und die Plattform jetzt in Mindsphere integriert. Mendix for Mindsphere macht die Entwicklung industrieller IoT-Anwendungen schneller und einfacher, bezieht mehr Menschen in den Prozess ein und ermöglicht eine engere Zusammenarbeit zwischen Fachbereichen und IT.

Per Drag & Drop zum individuellen digitalen Zwilling

Mendix arbeitet mit kompilierten, getesteten Java-Modulen, die als Schnittstellen zu verschiedenen Systemen und Datenquellen fungieren und einfach per Drag&Drop verknüpft werden. Zu 80% steht dahinter laut Peter Scheller, Marketing Director NX beiSiemens Digital Industries Software, eine graphische, cloudbasierte Programmierung. „Das Besondere daran ist die Cloud-Community dahinter. Wer einen schlauen Baustein bastelt, kann diesen anderen Anwendern zur Verfügung stellen“, so Scheller.

Gemeinsam zu neuen Geschäftsmodellen

Mit der Mendix-App können reale Daten parallel zum digitalen Zwilling verfügbar gemacht werden. Dabei erhält Mendix die Tiefenintelligenz aus den intelligenten Modellen. So können Unternehmen durch die Digitalisierung neue Geschäftsmodelle entwickeln. Diese entstehen in Zusammenarbeit mit dem Kunden, denn, so Scheller, Technologie ist ohne Anwendungs-Know-how nichts wert, nur die Kombination kann Mehrwert generieren. "Siemens Digital Industries Software bietet mit Xcelerator die Technologie, Daten miteinander zu verheiraten, aber das Wissen steckt in den Daten und somit beim Anwender", erklärt Urban August, CEO Germany bei Siemens Digital Industries Software. Mit diesem Potenzial eröffnen sich vielfältige Möglichkeiten für neue Business Cases, was laut August auch nötig ist, denn im Bereich CAD und Geometrie sind die deutschen Unternehmen bereits so gut aufgestellt, dass kaum mehr Verbesserung möglich sei. Neu sei aber, dass zunehmend simulationsgetrieben entwickelt wird, weil damit auch schnell auf Änderungen reagiert werden könne.

Digitaler roter Faden ermöglicht agiles Arbeiten

Xcelerator ist die technische Softwarebasis für das digitale Unternehmen und setzt sich zusammen aus einer Vielzahl an Anwendungen und Lösungen für Product Lifecycle Management (PLM), Electronic Design Automation (EDA), Application Lifecycle Management (ALM), Manufacturing Operations Management (MOM), Embedded Software und Internet of Things (IoT). Dieses Portfolio unterstützt die Automatisierung eines Unternehmens von der obersten Ebene bis zur Produktion und organisiert den Informationsfluss zwischen allen Beteiligten des Xcelerator-Ökosystems. So entsteht ein nachvollziehbarer digitaler roter Faden, der eine offene und kollaborative Umgebung, eine hohe Geschwindigkeit und große Agilität ermöglicht.

„Siemens ist seit langem für seine Innovationen bekannt, hebt dabei die Grenzen zwischen Engineering und Betrieb auf und verbindet die virtuelle und die reale Welt miteinander. Xcelerator setzt diese Tradition fort. Das Einzigartige an Xcelerator ist die Möglichkeit, personalisierte Applikationen zu entwickeln. Es erfasst Informationen zu Feedback und Leistung und lässt diese in die Konstruktion und Fertigung zurückfließen – dadurch löst es das Versprechen der Digital Enterprise an die diskrete und Prozessindustrie ein“, so Hemmelgarn.

Digitaler Zwilling kombiniert modellbasierte Simulationen und Realität

Siemens hat ein sehr breites und tiefgehendes Software-Portfolio für Elektronik und Mechanik, Systemsimulation, Fertigung, Betrieb und Lifecycle Analytics aufgebaut. Xcelerator vereint das breite Siemens-Software-Portfolio und integriert es mit Embedded Tools und Datenbanken, die sich mit der bestehenden Umgebung aus Informations-, Betriebs- und Konstruktionstechnologien verbinden.

Diese offene Integration fördert schnelle Innovationen und eine zügige Validierung von Produkten und Prozessen. Dafür schafft sie einen sehr präzisen digitalen Zwilling, der modellbasierte Simulationen mit Testdaten und Analysen der realen Performance kombiniert.

Mit seinem Digital Enterprise Portfolio bietet Siemens Digital Industries Software Unternehmen jeder Größe ein umfassendes Angebot an Produkten, Lösungen und Services zur Integration und Digitalisierung der gesamten Wertschöpfungskette.

Ergänzendes zum Thema
Über die Siemens PLM Connection

Was im Jahr 1981 organisiert von einer Handvoll Unigraphics-Software-Anwendern für etwa 30 Teilnehmer begann, hat sich zu einer Veranstaltung mit über 1000 Teilnehmern aus vielen verschiedenen Ländern entwickelt. Bei der diesjährigen Konferenz ging es in 201 Sessions um die Themen Manufacturing und Product Engineering. Bisher wurde die Veranstaltung organisiert von der PLM User Group e.V., ab dem kommenden Jahr übernimmt Siemens die Organisation.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

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