Mixed-Reality

Die Kathedrale der virtuellen Realität – der Elbedome – offiziell wiedereröffnet

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Im Elebdome können virtuelle Inhalte auf einer 360-Grad-Panorama- und Boden-Projektionsfläche von über 400 Quadratmetern hochaufgelöst und – mit Hilfe zusätzlicher Augmented-Reality-Brillen - sogar holografisch dargestellt werden.
Im Elebdome können virtuelle Inhalte auf einer 360-Grad-Panorama- und Boden-Projektionsfläche von über 400 Quadratmetern hochaufgelöst und – mit Hilfe zusätzlicher Augmented-Reality-Brillen - sogar holografisch dargestellt werden. (Bild: Fraunhofer IFF)

Europas größtes 3D-Mixed-Reality-Labor "The Elbedome" wurde nach aufwändiger Modernisierung im Magdeburger Wissenschaftshafen im Beisein von über einhundert Gästen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik offiziell wiedereröffnet.

Das Mixed-Reality-Labor mit der Form einer halbierten Kugel besitzt einen Durchmesser von 16 Metern und eine Höhe von über vier Metern. In ihm können virtuelle Inhalte auf einer 360-Grad-Panorama- und Boden-Projektionsfläche von über 400 Quadratmetern hochaufgelöst und – mit Hilfe zusätzlicher Augmented-Reality-Brillen – sogar holografisch dargestellt werden. Durch diese gewaltigen Dimensionen eignet sich das System besonders für die virtuell-interaktive Darstellung großer Objekte, wie zum Beispiel Maschinen, Anlagen, Fabriken oder ganzen Städten im Maßstab 1:1. Problemlos können hier Gruppen von bis zu 20 Personen gleichzeitig in die virtuelle Welt eintauchen.

Das einzigartige Labor für virtuelle Simulationen ist Teil des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF und wurde im Jahr 2006 im Magdeburger Wissenschaftshafen errichtet. Nach mehr als zehn Jahren erfolgreichen Einsatzes in Forschung und Entwicklung für zahlreiche Unternehmen und wissenschaftliche Einrichtungen war eine Modernisierung der Technik notwendig geworden.

Millioneninvestition für die Forschung

Insgesamt wurden 2,5 Millionen Euro in die Modernisierung investiert. 75 Prozent stammen aus Fördermitteln der Europäischen Union, je 12,5 Prozent steuerten der Bund und das Land Sachsen-Anhalt bei.

Zur Wiedereröffnung des zukunftsweisenden Simulationslabors sagt Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Prof. Dr. Armin Willingmann: "Der erneuerte 'Elbedome' ist eine Kathedrale der virtuellen Realität und damit ein Wahrzeichen der Wissenschaftslandschaft in Sachsen-Anhalt. Mit ihm bleibt das Fraunhofer IFF bei den Zukunftsthemen Digital Engineering und Virtual Reality national wie international Spitze. Die von Land, Bund und EU geförderte Modernisierung sorgt dafür, dass hier 3D-Anwendungen künftig auf die Möglichkeiten von Wirtschaft 4.0 treffen können. Davon werden insbesondere auch unsere vielen mittelständischen Unternehmen profitieren."

Elbedome gehört zu den modernsten Einrichtungen dieser Art weltweit

Zufrieden zeigte sich auch der Leiter des Fraunhofer IFF, Professor Michael Schenk: "Das Mixed-Reality-Labor des Fraunhofer IFF gehört nun wieder zu den modernsten Einrichtungen dieser Art weltweit. Es wird helfen, neue Lösungen für die wichtigen Herausforderungen der Zukunft zu finden, die mit der Digitalisierung der Wirtschaft und der zunehmenden Automatisierung auf uns alle zukommen. Das betrifft zum Beispiel die bestmögliche Gestaltung von Mensch-Roboter-Arbeitsplätzen oder von modernen Produktionssystemen. Die Investitionen in die Forschungsinfrastruktur sind aber auch ein wichtiges Signal für den Wissenschaftsstandort Magdeburg und die Wirtschaft in Sachsen-Anhalt."

Künftig wird das Fraunhofer IFF wieder gemeinsam mit Partnern und Auftraggebern aus Wissenschaft und Wirtschaft in dem Mixed-Reality-Labor an den Forschungsfragen der Zukunft arbeiten können. Dazu gehört besonders die Entwicklung neuer Technologien und Anwendungen für die Industrie 4.0, die Arbeitswelt von Morgen und die Digitalisierung der Wirtschaft. Dabei wird das Labor vorrangig den Hochschulen und öffentlichen Forschungseinrichtungen offenstehen. Aber insbesondere auch kleine und mittlere Unternehmen (KMU) sollen profitieren. Diese wollen die Forscher des Fraunhofer IFF mit Kooperationen, im Rahmen der Auftragsforschung und beim Wissenstransfer auf regionaler, nationaler und europäischer Ebene unterstützen.

Nachwuchsforscher mit Elbedome-VR-Award ausgezeichnet

Im Rahmen der Veranstaltung verliehen das Fraunhofer IFF und die an der Modernisierung beteiligten Partner Carl Zeiss AG, project-syntropy GmbH und domeprojection GmbH außerdem den "Elbedome-VR-Award". Studierende, Schüler und andere junge Technikbegeisterte waren in einem Wettbewerb dazu aufgerufen, ihre eigene Vision einer virtuellen Welt für das Mixed-Reality-Labor zu kreieren. Die Sieger des Wettbewerbs dürfen ihre Kreation zur Magdeburger Langen Nacht der Wissenschaft am 2. Juni der Öffentlichkeit präsentieren. Der Gewinner des "Elbedome-VR-Award" und der damit verbundenen 2.000 Euro Preisgeld ist Andreas Pape, Student an der Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg. Seine virtuelle Nachbildung einer Unterwasserwelt beeindruckte die Jury am meisten.

3D-Mixed-Reality-Labor "The Elbedome"

Das Mixed-Reality-Labor "The Elbedome" ist das zentrale Element der technischen Infrastruktur des Virtual Development and Training Centre (VDTC) des Fraunhofer-Instituts für Fabrikbetrieb und -automatisierung IFF. Das Forschungsinstitut ist für viele Unternehmen der Region ein wichtiger Kooperationspartner im Bereich der anwendungsorientierten Forschung und Produktentwicklung. Als Teil des Fraunhofer IFF trägt das VDTC zur Umsetzung der Digitalen Agenda des Landes Sachsen-Anhalt und der Regionalen Innovationsstrategie in den Leitmärkten "Energie, Maschinen- und Anlagenbau, Ressourceneffizienz" sowie "Mobilität und Logistik" bei. 2018 wurde das VDTC zum "European Digital Innovation Hub" ernannt. Das gibt Unternehmen in Sachsen-Anhalt nun erweiterte Möglichkeiten, auf eine grenzüberschreitende, europäische Unterstützungsinfrastruktur bei ihrer Umstellung auf digitale Prozesse zurückzugreifen, schafft für sie eine größere Sichtbarkeit in Richtung Europa und fördert ihre Internationalisierung. Das Fraunhofer IFF ist damit ein wichtiger Knotenpunkt und Impulsgeber für die Digitalisierung der regionalen Wirtschaft und ein tragendes Element in der Regionalen Innovationsstrategie des Landes Sachsen-Anhalt. (jup)

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