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Technik kurz erklärt Die Geschichte des Weihnachtsmann-Schlittens

| Autor / Redakteur: M.A. Bernhard Richter / Juliana Pfeiffer

In unserer Serie „Technik kurz erklärt“ gehen wir heute, mit einem Augenzwinkern, der Geschichte und den Mythen nach, die sich rund um den Schlitten des Weihnachtsmannes ranken.

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Schlitten des Weihnachtsmannes in der Beschleunigungsphase. Nizhneyansk, Sibirien, 1893 (koloriert).
Schlitten des Weihnachtsmannes in der Beschleunigungsphase. Nizhneyansk, Sibirien, 1893 (koloriert).
(Bild: gemeinfrei / Pixabay )

Berichte über den Schlitten des Weihnachtsmannes gehen zurück bis ins Jahr 1821. In einem Buch über Neujahrsgeschenke wurde vom einem alten, bärtigen Mann berichtet, welcher mit einem Schlitten Geschenke an Kinder liefert, deren Verhalten seinen selbst postulierten Moralvorstellungen entsprechen.

Vor der industriellen Revolution glaubten die Menschen, es sei Magie, die den Schlitten fliegen lasse. Es sei aber auf das dritte Clarkesche Axiom aufmerksam gemacht, das sagt, dass jede hinreichend fortschrittliche Technologie von Magie nicht zu unterscheiden sei.

Clarkesche Gesetze

Der Science-Fiction-Autor Arthur C. Clarke hat im Rahmen seiner Werke die folgenden drei, als „Gesetze“ bezeichneten, axiomatischen Vorhersagen aufgestellt:

1. „Wenn ein angesehener, aber älterer Wissenschaftler behauptet, dass etwas möglich ist, hat er mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit recht. Wenn er behauptet, dass etwas unmöglich ist, hat er höchstwahrscheinlich unrecht.“
2. „Der einzige Weg, die Grenzen des Möglichen zu finden, ist, ein klein wenig über diese hinaus in das Unmögliche vorzustoßen.“
3. „Jede hinreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden.“

Technologische Überlegenheit

Obwohl nichts Genaues über die Technik des Fluggeräts bekannt ist, macht es der heutige Stand der Technik möglich, Aussagen über die mögliche eingesetzte Technologie zu treffen.

Wissenschaftler gehen davon aus, dass der Weihnachtsmann Masse extrem effizient in Energie umwandeln kann. Neben einem hochauflösenden Polarstern-Navigationssystem und einem notwendigerweise superluminar arbeitenden Kommunikationssystem besitzt der Schlitten nach Mutmaßungen wohl einen Sternenstaubantrieb basierend auf Fusionstechnologie.

Diese Art der Energiegewinnung erlaubt es dem Weihnachtsmann, die Raumzeit zu krümmen. Die NASA versucht diesen Antrieb, der das dritte Newtonsche Gesetz verletzt, per Reverse Engineering für die Raumfahrt nutzbar zu machen. Adaptionsversuche im „Breaktrough Propulsion Physics Project“ blieben bisher allerdings ohne Erfolg.

Die Rentiere

Mit Hilfe von potentieller Energie kann ein Schlitten leicht bergab fahren. Aber sobald er die Waagerechte erreicht hat, braucht es weiteren Vortrieb, um das Momentum aufrecht zu erhalten – oder im Falle des Weihnachtsmanns zu fliegen. Nur steht der Sternenstaub-Fusionsantrieb in der Schornstein-Anflugsphase über bewohntem Gebiet aus Sicherheitsgründen nicht zur Verfügung. Hier kommen die Rentiere ins Spiel – die wahren Schrittmacher des Schlittens.

Wir alle wissen von Rudolfs roter Nase und dem Kling der Glöckchen, die am Weihnachtsabend zu hören sind, wenn man genau lauscht. Es ist ein streng gehütetes Geheimnis des Nordpols, wie die Technologie funktioniert. Es ist aber bekannt, dass Rudolfs Nase dank eines winzigen „Einstein-Rosen-Brücken-Stimulator“ rot glüht, eine langwellige rote Variante der Tscherenkow-Strahlung.

Diamagnetische Levitation

Das supraleitende Metall der speziell geformten „Kleinschen Glöckchen“, kombiniert mit den Möbiusbändern, die am Geweih der Rentiere befestigt sind, dient als Deflektorschild und Sensoranordnung. Sie helfen dem Weihnachtsmann, den Rentieren und dem Schlitten, sicher von Haus zu Haus zu navigieren.

Das Klingeling der Glöckchen ist in der Tat das Pulsieren des Deflektorschildes, der die Insassen des Schlittens vor der durch den Doppler Effekt induzierten hochfrequenten Strahlung schützt.

Im Versuch verhalten sich Frösche wie Rentiere und schweben - allerdings sind die Amphibien noch kein Ersatz für superluminare Antriebstechniken.
Im Versuch verhalten sich Frösche wie Rentiere und schweben - allerdings sind die Amphibien noch kein Ersatz für superluminare Antriebstechniken.
(Bild: Frog diamagnetic levitation / Frog diamagnetic levitation / Radboud University / CC BY-SA 3.0 / CC BY-SA 3.0)

Die Supraleitfähigkeit der Glöckchen sorgt zufälligerweise auch dafür, dass die Rentiere scheinbar vor dem Schlitten schweben. Wissenschaftler konnten die Technik teilweise reproduzieren und immerhin Frösche im Magnetfeld levitieren lassen. Als Antriebsform eignen sich die Amphibien allerdings eher suboptimal – allein schon wegen dem wenig festiven Charakter.

Der Weihnachtsmann – eine Gefahr für die Öffentlichkeit?

Seit jeher steht der Weihnachtsmann (aka Santa Claus, aka Père Noël) im Verdacht, gegen diverse internationale Abkommen zu verstoßen. Allein, dass er sich nicht an internationale Regeln des allgemeinen Luftverkehrs hält, macht ihn in den Augen des US-Militärs verdächtig. Schon seit 1955 verfolgt das Nordatlantische Verteidigungs-Kommando NORAD (damals noch CONAD) die illegalen, nicht angemeldeten Flugrouten des Rentier-Schlittens per Radar.

(Bildquelle: gemeinfrei)

Um die allgemeine Sicherheit besorgte Bürger können die Flugroute des Flugobjektes auf der speziell für diesen Fall eingerichteten Internetseite nachverfolgen. Sogenannte „Santa-Cams“ sind in den USA an strategisch wichtigen Positionen stationiert, um im Fall der Fälle Bewegtbilder des roten Schlittens zu dokumentieren. Alleine im Jahr 2009 waren 29 solche Überwachungskameras aktiv, was die Ernsthaftigkeit der Situation sicherlich unterstreicht.
NORAD tracks Santa

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Über den Autor

M.A. Bernhard Richter

M.A. Bernhard Richter

Redakteur Online/Print/Video, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht