Produktentwicklung Den Klang virtueller Produkte realistisch erleben

Autor: Juliana Pfeiffer

Moderne Simulations- und Visualisierungsverfahren machen Produkte von morgen bereits visuell erlebbar. Doch wie klingen sie? Mit dem Auralisierungs-Tool Vipra werden Produkte bereits in der Entwicklungsphase authentisch hörbar.

Mit Vipra gehören farbige Schalldiagramme der Vergangenheit an. Jetzt werden Produktklänge authentisch erlebbar.
Mit Vipra gehören farbige Schalldiagramme der Vergangenheit an. Jetzt werden Produktklänge authentisch erlebbar.
(Bild: iStock.com/alvarez)

Wie klingt der neu konzipierte Motor, wenn er im Auto verbaut ist? Ist der Klang der neuen Autotür noch satt genug, um den potenziellen Autokäufer ein Gefühl von Sicherheit und Qualität zu vermitteln? Schließlich entscheidet der richtige Klang über den Kauf. Automobilhersteller investieren schon lange in ein professionelles Sounddesign und einen teuren Prototypenbau. Bisher war die klangliche Darstellung ein Problem, denn im virtuellen Prototyping konnten die Eigenschaften von Bauteilen nur mit Hilfe von Simulationstools visualisiert werden.

Farbige Schalldiagramme vermitteln keinen Klang

Dabei kommen bisher farbige Schalldiagramme zum Einsatz. Dabei werden die Farben über das Lautstärkeverhalten der dreidimensionalen Schallabstrahlung eines Produktes dargestellt. „Rottöne werden beispielsweise oft als hohe Lautstärken und Grüntöne oft als leise interpretiert“, erklärt Bernhard Fiedler, wissenschaftlicher Mitarbeiter und Akustikexperte am Fraunhofer-Institut für Digitale Medientechnologie (IDMT) in Ilmenau. Andere Darstellungen wiederum zeigen die Intensität der Schallemissionen über die Frequenzen an und wieder andere das zeitliche Lautstärkeverhalten, zum Beispiel bei einem Hochlauf des Motors. „Obwohl diese Darstellungen eine objektive, physikalische Analyse der Mess- und Simulationsdaten ermöglichen, kann der Klang, also wie sich das Produkt tatsächlich in seiner Anwendungsumgebung anhört, nicht vermittelt werden“, sagt Fiedler. Es existieren zwar psychoakustische Bewertungsgrößen wie die Rauigkeit oder Schärfe, jedoch erlauben diese auch nur eine grobe Einordnung, so der Experte. Deshalb könne der Grad des Wohlklangs nicht visualisiert, sondern nur durch Hören verständlich gemacht werden.

Über den Autor

 Juliana Pfeiffer

Juliana Pfeiffer

Fachredakteurin Forschung & Entwicklung, Vogel Communications Group GmbH & Co. KG