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Krise Corona-Krise trifft deutsche Massivumformung mit voller Wucht

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Als Folge der Corona-Krise zwingen Lieferausfälle und Auftragseinbrüche auch die Unternehmen der deutschen Massivumformung in Kurzarbeit und erfordern finanzielle Hilfen. Der Industrieverband Massivumformung informiert seine Mitglieder regelmäßig im Corona-Mittagsforum.

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93 % der Mitglieder des Industriebverbands Massivumformung sind mittlerweile von Auftragsverschiebungen oder -stornierungen bis hin zu Schließungen von Kundenwerken betroffen.
93 % der Mitglieder des Industriebverbands Massivumformung sind mittlerweile von Auftragsverschiebungen oder -stornierungen bis hin zu Schließungen von Kundenwerken betroffen.
(Bild: IPH)

Die Betriebe der deutschen Massivumformung spüren deutlich die Folgen der Corona-Krise: Lieferausfälle und Auftragseinbrüche zwingen die Unternehmen in Kurzarbeit und erfordern finanzielle Hilfen.

Der Industrieverband Massivumformung (IMU) erfasst in einem regelmäßigen „Corona-Mittagsforum“ per Webkonferenz die Stimmungen und Erwartungen seiner Mitglieder in dieser Sondersituation und informiert über betreffende Entwicklungen.

Alle zwei bis drei Tage tauschen sich die Mitglieder des IMU in einer Webkonferenz über die aktuellen Entwicklungen aus. Dabei ist seit dem ersten Meeting am 20. März eine starke Dynamik zu spüren:

  • 87,5 % der Mitglieder sind von Reisebeschränkungen betroffen
  • 50 % von Quarantänemaßnahmen
  • 44 % verspürten Lieferausfälle bis hin zu Schließungen von Lieferantenwerken
  • 78 % der Mitglieder waren bereits zu diesem Zeitpunkt von Auftragsverschiebungen oder -stornierungen bis hin zu Schließungen von Kundenwerken betroffen. Dieser Wert hat sich seitdem auf 93 % erhöht.

Auf die Frage, für wie lange die Störungen in der Lieferkette voraussichtlich noch anhalten werde, antworteten 53 % bis Ende April, 7 % bis Ende Mai und 33 % bis Ende Juli. 7 % der Befragten rechnen sogar mit einem längeren Verlauf.

Auf virtuellen Wegen gegen die Corona-Krise

Angesichts der jüngsten Entwicklungen rund um das Coronavirus werden reihenweise Veranstaltungen abgesagt oder verschoben. Digitalen Plattformen, die diese Entwicklung kompensieren können, kann die Zukunft gehören. Die Vogel Communications Group präsentiert mit „Industrial Generation Network“ eine Lösung für Professionals in der Industrie. Die Plattform ermöglicht als digitale Ergänzung eine umfassende Vernetzung: Digitale Begegnung und Kontaktanbahnung sowie Produktpräsentation und thematischer Austausch stehen im Zentrum. Tools wie Terminvereinbarung und Videokonferenzen ermöglichen es Professionals, sich zu vernetzen, Termine zu vereinbaren und nah an der jeweiligen Branche zu recherchieren. Damit ersetzt die Plattform die aktuell stark eingeschränkte Face-to-Face-Kommunikation vor allem auf Messen.

Wie kann die Plattform mir helfen?

Auswirkung auf den geplanten Jahresumsatz

Die dramatischen Folgen dieser Einschätzungen auf die Geschäftsentwicklung zeigt die Frage nach den erwarteten Auswirkungen auf den geplanten Jahresumsatz: Ein Viertel der teilnehmenden Mitglieder befürchten einen Rückgang bis zu minus 10 %, ein Drittel von bis zu minus 15 % und ganze 42 % einen noch größeren Einbruch.

58 % planen KfW-Corona-Hilfe

Von den im Soforthilfepaket des Bundes beschlossenen Unterstützungsmöglichkeiten planen 58 % die KfW Corona-Hilfe für Investitionen und Betriebsmittel in Anspruch zu nehmen. 25 % wollen die Möglichkeit nutzen, Steuern und 17 % Sozialversicherungsbeiträge zu stunden. Kritisch wird das Verhalten der Warenkreditversicherer gesehen, die aktuell die Versicherungslimits für die Branche pauschal drastisch kürzen und damit die Lieferkette zusätzlich negativ beeinflussen.

Genereller Shut-Down der Produktion?

Trotz der erheblichen Störungen in der Lieferkette lehnen 62 % der Befragten einen generellen Shut-Down der Produktion in Deutschland ab. 29 % hielten diesen für einen Zeitraum von 2 Wochen sinnvoll, um Planungssicherheit zu geben. Nur 9 % wünschen sich einen noch längeren Produktionsstopp.

Vor dem Hintergrund der Auftragseinbrüche greifen fast alle Betriebe der deutschen Massivumformung auf das bewährte Instrument der Kurzarbeit zurück: 38% der Unternehmen planen bis zu 25% Kurzarbeit, 25% bis zu 50%, 25% bis zu 75% und 6% sogar bis zu 100%. Nur 6% der Betriebe planen keine Kurzarbeit einzuführen.

Die Zeit nach der Krise

Bereits im abgelaufenen Jahr waren die Umsätze im Branchendurchschnitt um knapp 6 % zurück gegangen, vor allem das letzte Quartal war – obwohl noch nicht von der Pandemie beeinflusst – mit Minus 12 % sehr enttäuschend. Selbst wenn die Einschränkungen durch die Produktionsbehinderungen und Werksschließungen in den Lieferketten nach den Osterferien aufgehoben werden sollten, werden die Unternehmen Jahre brauchen, zu ihrer alten Stärke zurück zu kehren. Denn nach dem Restart müssen die aufgenommenen Kredite, ausgesetzte Leasingzahlungen, gestundete Steuern, verschobene Mietzahlungen und anderes mehr nach- und zurückgezahlt werden.

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