Verbundwerkstoff Carbonauten bereit für die Produktion von Biokohlenstoff-Kunststoffen

In ihren „Minus-CO2-Factorys“ will die Carbonauten GmbH ab Sommer 2022 Kohlenstoff-Kunststoff-Granulate produzieren. Der Vorteil: der beigemischte Biokohlenstoff speichert mehr als das Dreifache seiner Masse an CO2. Daraus entstehende Produkte sind somit CO2-negativ, preisgünstiger als CFK und zudem besonders einfach rezyklierbar.

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Die CO2-senkenden Kunststoffe entstehen aus Granulaten, denen Biokohlenstoffe beigemischt sind.
Die CO2-senkenden Kunststoffe entstehen aus Granulaten, denen Biokohlenstoffe beigemischt sind.
(Bild: Carbonauten)

Die 2017 gegründete Carbonauten GmbH ist spezialisiert auf die Karbonisierung von Biomasseresten. Mit ihren „Minus-CO2-Factorys“ wollen sie die CO2-Emissionen und Energiekosten für Industrie, Städte und Gemeinden senken. In den dezentralen Bioraffinerien entstehen durch ein spezielles Karbonisierungsverfahren aus regionalen Biorestmassen CO2-senkende Biokohlenstoffe, grundlastfähige Erneuerbare Energie sowie Biodestillate. Wie die Carbonauten GmbH mitteilt, wird am Pilotstandort Eberswalde dieses Jahr mit der Produktion von jährlich bis zu 7.500 Tonnen Biokohlenstoff begonnen. Jede Tonne könne dauerhaft bis zu 3,3 Tonnen CO2 speichern. Das macht den Biokohlenstoff nicht nur klimaneutral, sondern CO2-negativ. Daraus entstehende Produkte sollen zudem besonders einfach rezyklierbar und kompostierbar sein.

Biokohlenstoff für Verbundwerkstoff geeignet

Bis zu 2.000 Tonnen dieser Biokohlenstoffe sollen nun in Kunststoffen eingesetzt werden. Dafür sollen ab Herbst 2022 in der „Carbonauten minus CO2 factory 1“ in Eberswalde jährlich mehr als 4.000 Tonnen des speziellen Kunststoffgranulats produziert werden. Die Besonderheit des Werkstoffs ist nach eigenen Angaben die Beimischung des vor Ort produzierten Biokohlenstoffs. Dessen CO2-speichernde Eigenschaften ersetzen fossile Rohstoffe und machen den daraus entstehenden Verbundwerkstoff aus ökologischer Sicht attraktiv. Zudem sei der Preis im Vergleich zu erdölbasierten Kunststoffen äußerst niedrig. Darüber hinaus sollen sich Eigenschaften wie Gewicht, Härte, thermische und mechanische Belastbarkeit sowie UV- und Temperaturresistenz verbessern, heißt es.

Kunststoffgranulate mit bis zu 70 % Biokohlenstoffanteil

Für die neue Anlage wurde jetzt ein Extruder finanziert, der Kunststoffgranulate mit bis zu 70 % Biokohlenstoffanteil produzieren kann. Laut Carbonauten übersteigt die Nachfrage jetzt schon die Produktionskapazität. Die Abnehmer für die Verbundstoffe kommen aus der deutschen Premium-Automobilindustrie, aber auch aus der Kunststoff- und Verpackungsindustrie sowie aus der Landwirtschaft und Baubranche. Die Carbonauten planen dutzende weiterer Anlagen auf der ganzen Welt.

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