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Trend Industrie 4.0: Smarte Baumaschinen
Wo sehen Sie dabei die Herausforderungen in Konstruktion und Entwicklung?
Laut Aussage der Motorenhersteller ist die Erreichung der Ziele, welche in der zu erwartenden TIER V Norm verankert sind, im Vergleich technologisch relativ einfach erreichbar. Auch der avisierte Einführungszeitraum gibt ausreichend Luft zum Atmen. Wie schon angedeutet stellen die regulierten Märkte nur einen Bruchteil (~11%) des Gesamtmarktes dar. Hier sind besondere Strategien der OEM gefragt. Auf vielen internationalen Märkten (BRIC/Afrika) sind hochtechnisierte Maschinen jedoch nicht konkurrenzfähig. Dies bedeutet für die OEM einen hohen Entwicklungsaufwand und -kosten für eine internationale Wettbewerbsfähigkeit, kurzum verschiedene Technologienive aus.
Welche Trends beeinflussen den Markt noch, neben den Energiethemen?
Nach wie vor stehen für Baumaschinen Robustheit und Zuverlässigkeit im Vordergrund. Aber auch Aspekte wie Leichtbau bzw. Leichtbauausrüstung rücken in den Fokus. Darüber hinaus bietet die Gesamtsystembetrachtung in Form des Dieselmotormanagement, beispielsweise mit Hilfe gezielter Betriebspunktverschiebungen, noch funktionale Potentiale. Beide genannten Punkte erfordern eine Erweiterung der sensorischen Ausstattung der Maschinen, was wiederum die Diagnose- und Prognosefähigkeit begünstigt oder sogar erst ermöglicht.
Die Unterstützung des Bedieners steht zunehmend im Mittelpunkt von Untersuchungen. Hier gibt es Tendenzen im Bereich der Arbeitsunterstützung durch Augmented Reality, also einer virtuellen Umweltinformationserweiterung, bis hin zu teilautomatisierten Arbeits- und Bewegungsabläufen für wiederkehrende Tätigkeiten. Vernetzte Maschinen und Multimaschinensysteme, wie sie bereits in der Landtechnik zu finden sind, werden vorangetrieben. Die elektrische Antriebstechnik in Baumaschinen wird immer mal wieder untersucht, stellt scheinbar aber keine Alternative dar oder dient als nischenhafte Ergänzung zu etablierten Technologien.
„Vernetzte Maschinen“ klingt ganz nach Industrie 4.0. Können wir in Zukunft also mit smarten Baumaschinen rechnen?
Im Bereich der intelligenten Baustelle und Flottenmanagementsysteme ist Industrie 4.0 im Grundgedanken schon vorhanden. Grundvoraussetzung dafür ist die Schaffung einer dezentralen Intelligenz, aus der sich ganz neue Anforderungen an Subsysteme und Komponenten ableiten. Auch damit ist ein technologischer Trend gegeben. Allerdings sollten aus meiner Sicht alle Aspekte, welche eine Automatisierung oder Teilautomatisierung betreffen, immer an eine Kopplung zwischen Bedienerintelligenz und Maschinenintelligenz geknüpft sein. Es ist hier sicher von einer anderen Qualität der Entwicklung der Mensch-Maschine-Schnittstelle im Vergleich zu industriellen Fertigungsprozessen zu sprechen, in der der Bediener der Schlüssel für den effizienten und produktiven Maschineneinsatz ist und bleibt.
Vielen Dank für das Gespräch.
Antriebstechnik
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