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Letztes Update: Bauma 2019

Alles, was Sie zur Bauma 2019 wissen müssen

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Die Bauma 2019 ist vorbei. Gegenüber der letzten Veranstaltung im Jahr 2016 stieg die Zahl der Besucher um etwa 40.000. Mehr als 250.000 Besucher kamen aus dem Ausland. Auffallend starke Zuwächse gab es aus Übersee. Hier legten vor allem China, Australien und Japan deutlich zu. Allein aus China kamen über 5.500 Besucher.

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Die Bauma 2019 findet vom 8. – 14. April 209 auf dem Messegelände in München statt.
Die Bauma 2019 findet vom 8. – 14. April 209 auf dem Messegelände in München statt.
(Bild: Bauma)

Mit über 620.000 Besuchern aus mehr als 200 Ländern hat die Bauma 2019, Weltleitmesse für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte, das beste Ergebnis ihrer 65-jährigen Geschichte erzielt. Mit rund 3700 Ausstellern aus 63 Ländern wurde auch auf Ausstellerseite eine neue Bestmarke erreicht. Die mit 614.000 m² Fläche größte Bauma aller Zeiten war damit einmal mehr eine Bauma der Rekorde, wie der Veranstalter stolz betonte.

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Die Aussteller der Bauma 2019 präsentierten dem Weltpublikum zahllose Innovationen und Produktneuheiten. Zeppelin/Caterpillar etwa zeigten mehr als 20 Weltpremieren. Entsprechend gut liefen die Geschäfte. Zahlreiche Aussteller berichteten von hoher Investitionsbereitschaft. Die Rekord-Bauma schlug sich auch in den Auftragsbüchern nieder, wo Aussteller die höchsten Umsätze in der Geschichte ihrer Messeteilnahme verbuchen konnten.

Innovationsplattform und Konjunkturlokomotive

Angesichts des reibungslosen Messeverlaufs und des durchweg positiven Feedbacks der Aussteller zeigte sich Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, mehr als zufrieden: „Die Bauma ist für die Branche die weltweit mit Abstand wichtigste Innovationsplattform undKonjunkturlokomotive, das wurde in diesem Jahr besonders deutlich. Gerade in Zeiten des technologischen Umbruchs, der sich im Zuge der Digitalisierung Bahn bricht, gibt die bauma der Branche Sicherheit und Zuversicht. Mit dem Nachfrageschub aus den sieben Messetagen können die Unternehmen auch konjunkturell schwierigeren Zeiten gelassen entgegensehen. Die Bauma 2019 hat die Chancen und großartigen Perspektiven der Branche aufgezeigt.“

Zahlen und Fakten zur größten Messe der Welt

Gigantisch sind auch die Zahlen der Bauma 2019: Mit 614.000 Quadratmetern hat die bereits größte Messe der Welt noch einmal um 9000 Quadratmeter Fläche zugelegt. Davon fallen 414.000 Quadratmeter auf das Freigelände. Die übrigen 200.000 Quadratmeter verteilen sich auf die erstmals 18 Hallen des Münchener Messegeländes. 3700 Aussteller aus rund 60 Ländern präsentieren sich dort. 2016 waren es noch 3425 Aussteller aus 58 Ländern. Die Weltleitmesse ist seit Jahren durchgehend ausgebucht. Die Top Ten-Ausstellerländer zum heutigen Stand sind nach Deutschland (1269):

  • Italien (549 Aussteller)
  • China (401 Aussteller)
  • Türkei (189 Aussteller)
  • Großbritannien (133 Aussteller)
  • USA (126 Aussteller)
  • Frankreich (120 Aussteller)
  • Niederlande (116 Aussteller)
  • Spanien (96 Aussteller)
  • Österreich (91 Aussteller)
  • Finnland (56 Aussteller)

Auch bei den Besuchern rechnet die Messe München aufgrund der stärkeren Ausstellerzahl mit einem Zuwachs: Die 600.000er Marke soll erstmals geknackt werden. 2016 waren es 583.736 Besucher aus 219 Ländern.


Webcam und Selfie-Tower

Einen Überblick über die beeindruckende Freigeländefläche bieten schon jetzt die Bilder vom Außengelände der Bauma: bauma.de/webcam. Aber auch vor Ort gibt es die Möglichkeit, das spektakuläre Baumaschinen-Panorama zu genießen – bei gutem Wetter mit Blick bis in die Alpen. Erstmalig wird es einen Selfie-Tower im Freigelände Nord/Ost geben. Aus 24 Seecontainern erbaut, bietet er Besuchern und Ausstellern eine Aussichtsplattform mit einer Fläche von 54 Quadratmetern in 22 Metern Höhe.

Top-Thema Digitalisierung

Die vergleichsweise hohe Zahl an Messeneuheiten zeigt: Die Digitalisierung ist das Top-Thema der Bauma 2019. Die Baumaschinenbranche macht sich daran, die Möglichkeiten der Digitalisierung für sich zu erschließen und digitale Lösungen zu standardisieren. Wie weit die Branche schon ist, zeigt die Bauma, die weltweit führende Messe für Baumaschinen, Baustoffmaschinen, Bergbaumaschinen, Baufahrzeuge und Baugeräte, vom 8. bis 14. April 2019 auf dem Münchner Messegelände.

Digitales Maschinenmanagement und Telematiklösungen sind offenbar auf dem Weg, der neue Standard der Baubranche zu werden. Die auf der Bauma von zahlreichen Herstellern aus unterschiedlichsten Produktsegmenten präsentierten Sensoren und Programme geben Antworten auf Fragen wie: Wo befindet sich die Maschine? Wie viele Betriebsstunden hat sie geleistet? Liegen Störungscodes vor? Wann sind wieder Wartungs- und Servicemaßnahmen erforderlich?

Sensor macht bestehende Geräte smart

Dass „analoge“ Geräte schon für nicht mal 20 Euro „smart“ werden können, zeigt das Waiblinger Unternehmen Stihl. Zentrales Element ist dabei der Stihl Smart Connector – ein Sensor mit einem Durchmesser von knapp fünf Zentimetern, der auf den Maschinen montiert wird. Er erfasst die Betriebsstunden und übermittelt diese via Smartphone oder Tablet des Anwenders an eine Cloud als zentralen Datenspeicher. Auf Wunsch wird dabei auch die Geo-Position übertragen. Den Anwendern werden die Daten dann zur Auswertung bereitgestellt. Dadurch können sie ihren Gerätepark exakt koordinieren, die täglichen Arbeitsabläufe optimieren und Ausfallzeiten minimieren. Zudem informiert das System frühzeitig über anstehende Gerätewartungen.

Smartphone-App erklärt Diagnosecodes von Kranen

Manchmal kann auch schon eine Smartphone-App den Nutzern das Arbeitsleben erleichtern. So zum Beispiel bei Manitowoc. Der Kranhersteller aus Milwaukee/USA hat eine kostenlose App entwickelt, die dem Kranführer hilft, die vom bordinternen Steuerungssystem generierten, im Hauptdisplay der Krankanzel erscheinenden Diagnosecodes zu interpretieren. Statt wie bisher auf besonders geschultes technisches Personal mit Spezialausrüstung zu warten, können die Kranbesitzer auf Basis dieser Informationen direkt mit der Behebung des Problems beginnen, was die Betriebszeit steigert.

Mietmaschinen schnell und strukturiert prüfen

An die Vermietunternehmen der Baubranche wendet sich die App Klickcheck der Zeppelin Lab GmbH aus Berlin/Deutschland. Einfach in der Handhabung sammelt sie alle Dokumente, die bei der Geräteübergabe benötigt werden, in der Cloud. Die Maschinen werden über einen QR-Code identifiziert und mithilfe individueller Checklisten am Smartphone überprüft. Dabei können Nutzer und Vermieter Schäden und Mängel per Fotos und Texten digital dokumentieren. In einer Übersicht des Fuhrparks sehen die Vermieter zudem sofort, welche Maschinen verfügbar und welche vermietet oder in der Wartung sind.

Digitale Helfer bei Schalungen

Bei den Schalungstechnikspezialisten gehören digitale Planungshilfen schon seit längerem zum Repertoire. Verbesserungen sind aber immer möglich. Beispielsweise präsentiert Planitec, ein Unternehmen der Paschal-Gruppe (Steinach/Deutschland), die nächste, schon zwölfte Version seiner vollautomatischen Planungssoftware Paschal-Plan light. Mit diesem Tool ist auch eine Materialdisposition möglich. Eine neue Schnittstelle erlaubt den Austausch aller relevanten Geometrie- und Schalungsinformationen mit BIM-fähigen Programmen.

Der Mitbewerber Doka aus Amstetten/Österreich stellt auf der Bauma ein digitales System vor, das den Vermesser und die Baustellenmannschaft beim schnellen und genauen Einrichten der Wandschalung von Selbstklettersystemen unterstützt. Bei Doka-Xact kommt eine Mess-Sensorik zum Einsatz, die an definierten Punkten der Schalung angebracht wird und drahtlos mit einer zentralen Recheneinheit kommuniziert. Bei der Kalkulation der erforderlichen Neigung der Schalungselemente wird die Ist-Lage der vorangegangenen Betonierabschnitte als Basis herangezogen. Die Sensorik hat eine Systemgenauigkeit von ± 2 mm. Mit dieser Lösung ist Doka einer der Nominierten für den Bauma Innovationspreis 2019 in der Kategorie „Digitale Systeme“.

Sensorgestützte Personenerkennung bei Radladern

Die Liebherr-International AG kommt unter vielem anderem mit einem Gesamtpaket von intelligenten Assistenzsystemen für die X-Power-Großradlader auf das Münchener Messegelände. Dazu gehört eine neue aktive Personenerkennung heckseitig. Sie unterscheidet mit Hilfe von Sensoren selbstständig zwischen Menschen und statischen Objekten. Bei Personen im Gefahrenbereich warnt das System auf größere Entfernung als bei Wänden oder Säulen. Das trägt dazu bei, unnötige Warnsignale zu vermeiden, was die Belastung für den Maschinenführer reduziert.

Die Investitionsbereitschaft der Baumaschinenindustrie liegt global auf einem sehr hohen Niveau und wird in den kommenden Jahren auch weiterhin vorsichtig optimistisch gesehen. Das hat das „Bauma-Branchenbarometer“ ergeben, eine repräsentative Studie, bei der rund 10.000 Branchenkenner über zwei Monate hinweg befragt wurden (Juni/August 2018). So planen 44 % der Befragten in Zukunft ein steigendes Investitionsvolumen für ihr Unternehmen. Im Regionen-/Ländervergleich sind vor allem Afrika (68 %) und Asien (67 %) optimistisch was die Investitionsentwicklung angeht. Für Europa liegt der Wert bei 42 %. Deutschland ist mit 39 % ein wenig skeptischer.

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„Im Bauma-Jahr 2019 geht es der Branche hervorragend. Das Gros der Befragten geht davon aus, dass die Investitionen auch weiterhin auf einem hohen Niveau bleiben. Das verdeutlicht die positive Stimmung für die wirtschaftliche Entwicklung der Baumaschinenindustrie. Es zeigt aber auch, dass eine überdurchschnittliche Investitionsbereitschaft notwendig ist, um dauerhaft wettbewerbsfähig zu bleiben“, bewertet Klaus Dittrich, Vorsitzender der Geschäftsführung der Messe München, das investitionsfreudige Klima.

Dauerthema: Fachkräftemangel

Mehr als die Hälfte der Befragten sehen im Fachkräftemangel die größte Herausforderung für die Branche (58 %). Dieser ist vor allem für die klassischen Industrieländer ein großes Problem, weniger für bevölkerungsreiche Länder wie China und Indien. Daneben zählen auch der zunehmende Wettbewerbs- und Preisdruck (31 %), die Verschärfung von Umweltgesetzen und -auflagen (24 %) sowie die Digitalisierung von Geschäftsprozessen (19 %) zu den zentralen Herausforderungen.

Forschungsfelder: Elektromobilität und Digitalisierung

Die Digitalisierung hält auch in der Baumaschinenbranche immer stärker Einzug, steckt aber noch in den Kinderschuhen: Nur 4 % sehen sich in puncto Digitalisierung führend. Zwar hat über die Hälfte der Befragten Teile des Unternehmens bereits digitalisiert (28 %) oder zumindest damit begonnen (25 %). 22 % warten allerdings noch ab, 20 % sehen aktuell überhaupt keinen Handlungsbedarf. Allerdings sind die wichtigsten Forschungsfelder der Branche neben der Elektromobilität die digitalen Themen – von der digitalen Vernetzung innerhalb und außerhalb der Produktion über BIM bis hin zum Internet of Things.

Alternative Antriebe sind die Zukunft

Saubere, leisere und effizientere Maschinen zu produzieren – so sehen viele Baumaschinenhersteller die Zukunft der Elektrifizierung. Tatsächlich rüsten immer mehr Unternehmen gerade bei kleineren Maschinen im unteren Leistungsbereich mit elektrischen Antrieben auf. Auch hybride Fahrzeuge erfahren ein zunehmendes Interesse. So sind Systeme, die leichte Tätigkeiten unterstützen und bei geforderter Höchstleistung wiederum den Verbrennungsmotor einschalten, bereits jetzt in der Entwicklung.

Lösungen zu autonomem Fahren bei Baumaschinen gibt es in bestimmten Bereichen des Minings und in abgeschlossenen Bereichen. Insbesondere in Steinbrüchen bietet sich ihr Einsatz an, da von der Abbauregion bis zur Weiterverarbeitung immer dieselben Wege gefahren werden. Zukünftig soll es auch Bagger geben, die unter anderem autonom Baugruben ausheben können. Obwohl es bereits viele Ansätze gibt, sind autonom fahrende Maschinen unter den Sicherheitsaspekten komplexer Baustellen derzeit noch nicht vollständig zu realisieren. Deshalb sind aktuelle Entwicklungen von führenden Herstellern auf der ganzen Welt das große Trendthema auf der Bauma 2019.

Vermeiden und Reduzieren von Emissionen

Ein nach wie vor großes Spielfeld für technische Neuerungen und Verbesserungen in der Bauwirtschaft sind das Vermeiden oder Reduzieren von Emissionen aller Art. Beispielsweise entstehen beim Kaltfräsen alter Fahrbahndecken bedeutende Mengen an Feinstaub – eine Gesundheitsgefahr für Baustellenpersonal, Anwohner und Passanten. „Umso erfreulicher ist es da, dass viele der in diesem Jahr auf der Bauma präsentierten Innovationen Effekte in Richtung Nachhaltigkeit, Ressourcenschonung und Umweltschutz haben“, sagt Bauma Projektleiterin Mareile Kästner.

Um die Feinstaubmengen zu senken, entwickelte beispielsweise die Bomag GmbH aus Boppard/Deutschland die Ion Dust Shield Technologie. Das System ist in einem Kasten direkt am Förderband der Fräse installiert. Eine Absaugung zieht die Staubpartikel durch ein elektrisches Feld. Sie laden sich positiv auf und werden vom negativ geladenen Gehäuse angezogen. Dabei verklumpt der Feinstaub dauerhaft zu ungefährlicheren gröberen Partikeln und kann mit dem Fräsgut abtransportiert werden. Diese umweltfreundliche Lösung brachte Bomag auf die Liste der Nominierten für den Bauma Innovationspreis 2019.

Staub mit Kunstschnee binden

Auch beim Gebäudeabbruch, im Tagebau und bei Verladeprozessen müssen Stäube gebunden werden. In Ländern mit Wetterextremen kann es vorkommen, dass bei eisigen Temperaturen nicht mehr mit dem dabei üblichen Wassernebel gearbeitet werden kann. Dann erzeugt die neue Staubbindemaschine V22-Orca der Firma Emi-Controls aus Bozen/Italien kurzerhand Schnee! Der Staub haftet sehr gut an den von der speziellen Schneekanone erzeugten Flocken. Als Hybrid mit Wassernebel- und Schnee-Modus ist das Gerät zwischen 50 °C und -25 °C einsetzbar.

Elektroantrieb: Weniger Emission, mehr Wirtschaftlichkeit

Nicht nur bei Staub, auch und gerade bei Abgasen und Lärm ist die Baumaschinenbranche aufgerufen, Emissionen zu vermeiden. Ein verstärkter Einsatz von Elektroantrieben kann hier einen wichtigen Beitrag leisten. Die Wacker Neuson Group erweitert ihre Produktpalette in diesem Bereich mit dem Akkustampfer AS60e und der Akkuplatte AP2560e. Ein von der Handhabung wie auch der Wirtschaftlichkeit her interessantes Detail: Mit den beiden Neuzugängen können jetzt insgesamt sechs Produkte des Münchner Herstellers mit dem gleichen Wechselakku betrieben werden, ein maschinenübergreifender Austausch ist also problemlos möglich.

Hochspannungsleitungen ohne Flurschaden verlegen

Im ökologischen Idealfall kommt der Strom für den Betrieb der Elektromotoren aus erneuerbaren Energiequellen. Damit der zum Beispiel durch Windparks erzeugte grüne Strom auch tatsächlich in jede Steckdose in Deutschland gelangen kann, braucht das Land mehrere tausend Kilometer neue Stromtrassen. Die Hochspannungs-Gleichstrom-Übertragungs-Leitungen sollen vorrangig als Erdkabel ausgeführt werden. Die Herrenknecht AG aus Schwanau stellt auf der Bauma 2019 dazu ein neues, wirtschaftliches und umweltfreundliches Verlegeverfahren vor. Mit der modifizierten Bohrtechnologie E-Power-Pipe können Kabelschutzrohre über vergleichsweise lange Strecken von über einem Kilometer grabenlos und oberflächennah in zwei bis vier Metern Tiefe eingebracht werden. Die Eingriffe in die Landschaft werden dadurch minimiert. Der Jury war diese Lösung – nicht zuletzt als Beitrag zur deutschen Energiewende – eine Nominierung zum Bauma Innovationspreis wert.

Rohstoffe statt Abraumhalden

Eine wesentliche Forderung für nachhaltiges Handeln und Wirtschaften ist die Ressourcenschonung. Hier sind unter anderem Technologien gefragt, die den Rohstoffanteil in Abraumhalden erschließen – wie der neue Spiralwellenseparator des Herstellers Doppstadt aus Velbert. Das Gerät ist in der Lage, stark bindende Materialgemische zu trennen, also zum Beispiel Steine von klebrigem Lehm oder Ton. Im Ergebnis schrumpft das Volumen der Abraumhalden und die Rohstoffgewinnung aus dem ursprünglichen Abfall verlängert die Laufzeit des Steinbruchs.

Lokal produzierte Windkrafttürme

Eine Bauma-Neuheit, die alle drei klassischen Felder der Nachhaltigkeit – Ökologie, Ökonomie und Soziales – „bedient“, ist die mobile Fertigung der Max Bögl Wind AG. Das Unternehmen aus Neumarkt/Deutschland ist bekannt für die Herstellung von Hybridtürmen aus Beton- und Stahlelementen für Windkraftanlagen mit großen Nabenhöhen. Beim neuen Konzept werden die Betonelemente in einer per 262 Containern angelieferten, temporären Fabrik in der Nähe des späteren Standorts der Windkraftanlagen produziert – auf Wunsch an nahezu jedem Ort der Welt. Beispielsweise wurden bei dem im August 2017 gestarteten Pilotprojekt 90 Türme für einen Windpark in Thailand gefertigt. Lokale Rohstoffe und Arbeitskräfte sorgen für eine Wertschöpfung vor Ort und steigern die Wirtschaftlichkeit des Projekts. Gleichzeitig schonen weniger Schwertransporte die Infrastruktur, das Klima und die Umwelt. Das Fertigungskonzept ist ebenfalls für den Bauma Innovationspreis nominiert.

Erdbeton an Ort und Stelle erzeugen

Eine neue Lösung zum rationellen Herstellen von Erdbeton ist das Schökem-Verfahren der Kemroc Spezialmaschinen GmbH aus Leimbach/Deutschland. Dessen zentrales Element ist ein fünf Meter langes Anbaugerät für mittelgroße Hydraulikbagger. Es durchmischt ohne aufwändigen Verbau oder Bodenaustausch den zu behandelnden Boden und gibt eine Bindemittel-Suspension zu. Die dabei entstehenden Erdbetonkörper sind homogen, wasserundurchlässig, frostsicher und fugenfrei. Verwendung finden sie unter anderem im Verkehrswegebau, zur Immobilisierung von Schadstoffen sowie im Hochwasserschutz. In allen Fällen wirkt das Verfahren ressourcenschonend, denn der Transport von Aushub und Verfüllmaterial wird auf ein Mindestmaß verringert.

Professionelles Reinigen im Baugewerbe auch ohne Stromanschluss – das ist der Effizienzgewinn durch den neuen, akkubetriebenen Hochdruckreiniger HD 4/11 C Bp des Herstellers Kärcher aus Winnenden/Deutschland. Zwei 36-Volt-Lithium-Ionen-Akkus liefern genug Strom, um im Energiesparmodus bis zu 40 Minuten lang zu arbeiten. Mit einem Arbeitsdruck von 110 bar und einer Fördermenge von bis zu 400 l/h liegt die Reinigungsleistung des rund 35 kg schweren Gerätes auf dem Niveau von netzbetriebenen Hochdruckreinigern vergleichbarer Größe.

Riesige Rotorblätter effizient transportieren

Windenergieanlagen werden immer leistungsstärker – und damit die Rotorblätter immer länger. Entsprechend wachsen die Anforderungen an den Transport. Für Windflügel mit einer Länge von über 80 Metern startet die TII Group aus Heilbronn/Deutschland auf der bauma den Verkauf eines neuen Transportsystems. Es besteht aus einem 2-Achs-Jeep-Dolly mit Freidreheinrichtung sowie einem 4-Achs-Nachläufer. Effizient und bequem ist die Aufnahme der Flügelwurzel vom Boden mit einer einzigartigen Hebeeinrichtung und nur wenigen Hilfsmitteln. Ein weiteres durchdachtes Detail: Bei Leerfahrten können alle Elemente zu einer einzigen Sattelanhängerkombination zusammengebaut werden. Mit den dabei entstehenden Maßen sind für Fahrten in Europa keine Sondergenehmigungen erforderlich.

Erstmals auf einer internationalen Großmesse präsentiert Keestrack aus Munsterbilzen/Belgien den Backenbrecher B7e. Bei der Hybrid-Lösung wird der Brecher über einen 132-kW-Elektromotor angetrieben. Ein weiterer 55 kW starker E-Motor versorgt die Arbeitshydraulik für den Raupenantrieb, die Hubzylinder sowie den Vibrationsaufgeber mit Zweideck-Vorabsiebung und alle Förderbänder. Im emissionsfreien Plug-In-Betrieb ab Netz oder Beistellgenerator ist es laut Keestrack möglich, bis zu 80 Prozent an Energiekosten einzusparen.

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Höhere Spitzentraglast, längere Lebensdauer

Liebherr stellt auf der Messe in München Krane einer neuen Flat-Top-Baureihe vor. Drei von acht Geräten sind mit Faserseil ausgestattet und tragen daher auch im Namen den Zusatz „Fibre“. Neben bis zu 20 Prozent höheren Spitzentraglasten der Fibre-Krane gegenüber den Stahlseilvarianten besitzt das Faserseil eine vier Mal längere Lebensdauer wie ein Stahlseil. Da das Seil nur etwa ein Fünftel eines Stahlseils wiegt, ist auch das Handling beim Einscheren des Hubseils deutlich einfacher. Zudem ist die Wartung unkomplizierter, da das Faserseil nicht geschmiert werden muss. Diese Pluspunkte – zusammen mit weiteren Verbesserungen in Ergonomie und Komfort – führten dazu, dass der Kran 370 EC-B Fibre zu den Nominierten des bauma Innovationspreises 2019 in der Kategorie „Maschine“ gehört.

Anm. d. Red.: Um Sie auf dem aktuellen Stand zur Bauma 2019 zu halten, werden wir diese Meldung regelmäßig aktualisieren.

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