Innovationsfähigkeit und Innovationsführerschaft sind zwei maßgeblich wichtige Punkte für Organisationen und Unternehmen, die erfolgreich am Markt bestehen möchten. Gerade im Bereich smartes Engineering gilt es das Innovationsmanagement zu entwickeln und auszubauen.
Wie kann dies erfolgreich gelingen? Indem man die folgenden vier Säulen des Innovationsmanagements analysiert und verbessert.
Oftmals sind Aussagen zu vernehmen, wie z.B. „Unsere Maschinen und Werkzeuge geben das nicht her!“ Diese mögen an sich wahr sein, spiegeln jedoch eine mangelnde Kundenorientierung wider.
Kundenorientierung entsteht zunächst durch die innere Einstellung: Sollen wirklich gute Produkte für die Kunden entwickelt werden oder geht es darum eventuell auch als Marktführer immer weiter zu machen und irgendwie die nächsten Produkte im Markt zu platzieren?
Hier setzen wieder die Gedanken der agilen Ausrichtung an: Alle Tätigkeiten und Aktionen sind der Kundenorientierung untergeordnet. Die ist gewissermaßen die Prämisse. Wenn der Kunde sich in der Zukunft eine besondere Ausführung oder Variante des Produkts vorstellen kann und wünscht, gilt es in den folgenden Schritten die Produktentwicklung darauf auszurichten. Dabei geht es nicht um ein Hin und Her, sondern um einen partnerschaftlichen Umgang auch mit dem Kunden. Hierfür gibt es bewährte Vorgehensweisen, damit der Produktersteller nicht auf seinen Kosten sitzen bleibt.
3. Säule: Vorgehensmodelle als organisatorischer Rahmen für Innovationen
Vorgehensmodelle, darunter fällt auch Scrum, regeln den organisatorischen Rahmen und können auch als Werkzeug im Gesamtprozess angesehen werden. Was unterscheidet Scrum vom konventionellen Projektmanagementvorgehen und was macht es dadurch besonders?
Scrum lebt von iterativen Schritten. Das große Ganze wird in viele kleine Pakete unterteilt, die Stück für Stück abgearbeitet werden. Diese Vorgehensweise ist prädestiniert für Vorhaben, deren Ziel noch sehr diffus oder unklar ist. Oft macht auch der psychologische Faktor häufigerer Erfolgserlebnisse durch Erreichen der Zwischenziele einen großen Unterschied bei den Beteiligten. Sollte das Ziel eines Projekts nicht bekannt sein oder in welche Richtung es sich im Detail entwickelt, dann ist Scrum die richtige Wahl. Auch hier liegen dann Werte wie Flexibilität, Anpassung und Vertrauen dem täglichen Miteinander zugrunde.
4. Säule: Teampotenziale als Booster für Innovationen
Ein entscheidendes Moment des agilen Handelns ist die Teamorientierung und das gemeinsame Tun. In diesem Kontext ist es eminent wichtig, dass Teampotenziale erkannt und herausgearbeitet werden. Die Grundlage des gesamten Teams sind die einzelnen Mitglieder und Menschen. Wird jedem einzelnen Menschen mit Wertschätzung und einer Offenheit begegnet, sind die Türen für eine gute Innovationskultur offen. Hier wird sehr deutlich, dass eine agile Denkweise den gesamten Entwicklungsprozess durchzieht. Verschiedene Methoden und Werkzeuge bei dieser vierten Säule bringen dieses Handeln in eine nachvollziehbare und strukturierte Form. Die darin enthaltene DNA ist eindeutig „agil“.
Ein praxistauglicher Check-up
Inwiefern diese vier Säulen im Bereich Innovationsmanagement eines Unternehmens schon agil sind, kann mit den folgenden Testfragen geprüft werden:
1. Wird das Teampotenzial voll genutzt?
Einige Impulse dazu können sein: Wie werden Teams zusammengestellt oder gibt es dazu keinen konkreten Prozess bzw. Richtlinie? Werden anhand einer Zielvorstellung gewisse Eigenschaften eines Teams beabsichtigt?
2. Wie viele Ideen und Innovationen entstehen seitens der Mitarbeiter?
Diese Frage kann als ein Indikator für die Kultur im Team oder dem gesamten Unternehmen dienen. Mit Hilfe der 5W-Technik kann hier noch tiefer analysiert werden und die Grundursache einer mangelnden Innovationsfreudigkeit herausgearbeitet werden. Kommen viele Ideen von den beteiligten Mitarbeitern ist das ein sehr gutes Standbein, das gefördert und beibehalten werden muss.
3. Welche Rolle spielt der Kunde in regelmäßigen Besprechungen?
Diese Frage scheint manchmal nicht praxistauglich zu sein, ist aber von großer Bedeutung. Alle Bemühungen, Tätigkeiten und Arbeitspakete sollten am Kundennutzen ausgerichtet sein: Unabhängig davon, ob es um eine Dienstleistung oder komplexes Produkt geht. Andauernde Nebenkriegsschauplätze und interne Machtkämpfe sind zwei beispielhafte Faktoren, die den Innovationsprozess stark beeinträchtigen. Denn auch die Zeitdauer einer neuen Innovation von der Idee bis zur Markteinführung kann dem Aspekt „Kundenorientierung“ zugeordnet werden.
4. Kommen die Beteiligten mit dem Prozess/Ablauf zurecht?
Stand: 08.12.2025
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Oft hindern nicht verstandene oder nicht bekannte Prozesse und Abläufe ein gutes Innovationsmanagement. Auch hier sind klare Strukturen für alle Beteiligten ein Pluspunkt.
Fragen Sie doch mal in der Entwicklungsabteilung nach oder machen Sie eine Umfrage.
Folgende Vorteile kann das agile Vorgehen im Bereich Entwicklung und Engineering hervorbringen:
Entstehung von Innovationen.
Minimierung von Reibungsverlusten.
Zeitgemäße Produkte mit hohem Kundennutzen.
Einhaltung von Terminen.
Der Knackpunkt – bei agilen Methoden im Innovationsmanagement gibt es gleich mehrere Punkte zu beachten:
1. Ist ein agiles Vorgehen im entsprechenden Unternehmen bzw. Bereich einsetzbar? Um diesen Punkt besser klären zu können, kann ein sogenannter Agile Readiness Check sinnvoll sein. Dabei werden über verschiedene Felder die markantesten Punkte abgefragt und somit geprüft, ob ein agiles Vorgehen zu den Rahmenbedingungen „passt“. Ein guter Anhaltpunkt für eine Pro-/ Kontra-Entscheidung ist auch der Aspekt der Zielklarheit. Ist das Ziel schon zu Beginn sehr klar und kann es detailliert beschrieben werden, ist dies ein Indiz für eine sequentielle Vorgehensweise wie beim konventionellen Projektmanagement. Ist das Ziel diffus oder gar sehr unklar, kann sich diesem mit agilen Methoden und iterativen Schritten sehr gut angenähert werden.
2. Was ist sinnvoll? Wenn die Entscheidung für ein agiles Vorgehen gefallen ist oder dies bereits angewandt wird, stellt sich die Frage nach der Methodenauswahl für die operative Arbeit im Team und im Projekt: Wird die Struktur im Scrum-Framework oder doch lieber mit Kanban-Board erzeugt? Diese Fragen werden zum Teil aus dem ersten Punkt heraus beantwortet und hängen wiederum von einigen Randbedingungen ab. Dies soll das folgende Praxisbeispiel verdeutlichen: In einem Unternehmen gab es im Bereich der Produktentwicklung einen hohen Grad an Eigenständigkeit und geringe Abhängigkeiten von anderen Unternehmensbereichen. Dies lag auch daran, dass der Bereich der Produktentwicklung ein eigenes Budget hatte und große Freiheiten genießen konnte. Dieser Bereich war von den äußeren Bedingungen prädestiniert für Scrum. Zudem konnte das Produkt sehr gut modularisiert werden.
3. Wie funktioniert die Implementierung? Gerade die Implementierung kann eine kritische Phase sein. In einer Einführungsphase überlagern sich mehrere Punkte: Anpassung der Methoden und Tools, psychologische Aspekte und Aspekte aus dem Change-Management.
4. Es braucht einen Baukasten an Methoden und deren Beherrschung. Nicht alle Projekte und Vorhaben sind gleich und deshalb ist es ratsam, mehrere Methoden und Vorgehensweisen zu beherrschen, um jeweils die bestmögliche Vorgehensweise bei jedem einzelnen Vorhaben anwenden zu können. Dabei ist außerdem wichtig, dass nicht nur die Führungskraft die Methodenauswahl beherrscht, sondern alle am Projekt Beteiligten. Aus diesem Grund ist auch die vierte Säule im Innovationsmanagement von Bedeutung.
Über den Autor
Herr Dipl.-Ing. (FH) Ristau sammelte über Stationen als Technischer Betriebsleiter in der Metallverarbeitung und als Entwicklungsingenieur im Automotive-Bereich profunde Expertise. Heute ist er unter dem Label MR360 als freiberuflicher Trainer, Berater, Hochschul-Dozent und Fachbuchautor tätig. Die Kontakte zu Unternehmen, Hochschulen und die regelmäßigen Weiterbildungen sorgen für einen aktuellen Wissensstand. Da er in einschlägigen Netzwerken und Projekten von Industrieunternehmen zum Thema der Agilen Methoden und der Organisationentwicklung aktiv ist, sind seine Inhalte zeitgemäß und praxisrelevant. Als Certified Scrum-Master und Certified Project Manager liegt es ihm am Herzen, die verschiedenen Tools zielführend unter Berücksichtigung des jeweiligen Kontextes anzuwenden.