Lasersintern Additiv gefertigter Goldschmuck

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Dank dem Siegeszug des Direkten-Metall-Laser-Sinterns (DMLS) können Goldschmiede nun bei ihrer Arbeit Wege beschreiten, die zuvor undenkbar waren. Jenseits der Grenzen traditioneller Schmiedearbeiten hat sich die additive Fertigung von Gold zur Marktreife entwickelt.

Firmen zum Thema

Nachbearbeitete und polierte Manschettenknöpfe aus 18-karätigem Gelbgold, entworfen von Digital Forming.
Nachbearbeitete und polierte Manschettenknöpfe aus 18-karätigem Gelbgold, entworfen von Digital Forming.
(Bild: CPM)

Die treibende Kraft hinter dieser Entwicklung war Cookson Precious Metals (CPM). Das Unternehmen ist als Experte für die Bereitstellung von Edelmetallen und zugehörigen Services weltweit anerkannt. Große Investitionen in Forschung und Entwicklung waren die Grundlage dafür, dass Designer und Hersteller eine neue Ära bei der Goldverarbeitung einläuten können. Mit dem Durchbruch des Laser-Sinterns sah CPM die Chance gekommen, das Verfahren auch bei Edelmetallen einzusetzen – mit Erfolg: Nun können Schmuckdesigner und auch Uhrmacher den Service von Cookson nutzen, um ihre Ideen per 3D-Druck goldene Wahrheit werden zu lassen.

Entwicklung einer neuen Art des Direkten-Metall-Laser-Sinterns

CPM musste die sprichwörtliche Quadratur des Kreises bewerkstelligen und ein additives Verfahren entwickeln, bei dem die einzelnen Schichten nicht sichtbar sein durften und bei dem ein kniffliges Material zum Einsatz kommt. Größte Herausforderung waren dabei die physischen Eigenschaften des Rohmaterials: „Goldschmuck nimmt beim Anlegen beinahe sofort die Temperatur der Haut an – Resultat der Wärmeleitfähigkeit. Es bedarf nicht viel Phantasie, um sich vorzustellen, was ein konzentrierter Laserstrahl mit Gold anstellt. Er verdampft es einfach“, erklärt David Fletcher, European Product Manager bei CPM. „Wir konnten daher erprobte Methoden nicht 1:1 übernehmen. Wir haben Neuland betreten.“

Bildergalerie

Die Güte des lasergesinterten Materials ist allerdings von herausragender Bedeutung für die Herstellung hochwertigen Goldschmucks. Werkstücke müssen hohen Anforderungen genügen, wenn das fertige Schmuckstück nach der Politur ein perfektes Finish haben soll – unverzichtbar für die Kaufentscheidung eines Kunden. Da die besonderen Eigenschaften des Goldes nicht geändert werden können, hat CPM einen weit gefächerten Ansatz verfolgt, um DMLS von Gold zu ermöglichen. Neben dem Rohmaterial – einem Granulat – untersuchte das Unternehmen auch den Fertigungsprozess auf Optimierungspotenziale, einschließlich der verwendeten Hardware, die EOS bereitstellte.

(ID:38746410)