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Etablierung eines serientauglichen Fertigungsverfahrens
Mit dem tiefgreifenden Verständnis von CPM um die Goldverarbeitung und der jahrelangen Erfahrung von EOS beim Laser-Sintern waren beide Unternehmen schließlich erfolgreich. Das Ergebnis ist eine marktreife Technologie zur Verarbeitung von Gold, die, wie bewährte Schichtbauverfahren, die Daten eines CAD-Modells nutzt, um ein Werkstück Schicht für Schicht aufzubauen. Der Schlüssel liegt in einem extrem hochauflösenden Laser sowie einem eigens entwickelten Granulat, das als Rohmaterial zum Einsatz kommt. Die Parameter des Lasers hat EOS eigens für dieses Einsatzszenario erarbeitet. Die Kraft des Laserstrahls durchdringt das Granulat schneller als üblich, so dass die Temperaturen relativ niedrig gehalten werden können. „Mehr können wir aus Gründen der Geheimhaltung dazu leider nicht sagen“, ergänzt Fletcher mit einem Schmunzeln.
Das neu entwickelte Verfahren verbessert die Anmutung des fertigen Schmuckstücks. Es sind keine Schichten erkennbar, womit die EOS-Technologie traditioneller Schmiedekunst in nichts nachsteht. Sowohl bei Schmuck als auch Uhren können selbst Kenner keinen Unterschied zwischen den Herstellungsverfahren feststellen. Die Werkstücke sind stabil und weisen keinerlei Lufteinschlüsse oder unerwünschte Strukturen auf – das Erscheinungsbild ist völlig rein. „Die Hardware von EOS ist erfolgskritischer Bestandteil des Projekts“, bestätigt Fletcher. „Wir benötigen so auch keine besonderen Werkzeuge oder Wachsmodelle. Die Daten werden direkt zu Einzelteilen, einer der vielen Pluspunkte dieser Technologie.“
Konstruktionsfreiheit bietet völlig neue Möglichkeiten für Designer
Ein weiterer Vorteil liegt im reduzierten Materialverbrauch. Werkstücke können dank definierte Hohlräume kostengünstiger, ressourcenschonender und leichter gefertigt werden. Am wichtigsten ist aber die völlige Konstruktionsfreiheit für die Designer. Die EOS-Technologie fegt alle bisherigen Hindernisse schlichtweg fort. Einschränkungen bei der Formgebung oder Struktur gehören damit der Vergangenheit an. Früher waren vor allem Schmuckdesigner bei verwundenen, ineinander verdrehten Werkstücken in ihren Möglichkeiten limitiert. Entweder konnten sie so die erforderliche Qualität nicht erreichen, oder die Herstellung eines Schmuckstücks erwies sich als gänzlich unmöglich.
Auch mit einem hochentwickelten Ansatz wie additiver Fertigung können Designer jedoch Designer bleiben und müssen nicht zu Technologieexperten werden. „DMLS benötigt zwar Daten, die per Software erstellt werden müssen, aber deren Handhabung ist sehr einfach. Designer können sich an Stelle von IT voll auf ihre Fertigkeiten konzentrieren“, sagt Arno Held von EOS. Lisa Harouni, Mitbegründerin und CEO des 3D-Softwareanbieters Digital Forming, beschreibt die Vorteile des Laser-Sinterns wie folgt: „Durch die EOS-Technologie können wir Konsumenten die Möglichkeit geben, ihre Produkte mitzudesignen und ihnen eine individuelle Note zu verleihen. So etwas gab es bis dato nicht. Und dank CPM können außergewöhnliche und komplexe Geometrien nun auch aus Gold gefertigt werden. Wir haben den Prozess mit unserer Software bereits ausprobiert und sind von den Ergebnissen begeistert.“
Darüber hinaus streben CPM und EOS einen breiten Einsatz der Technologie an, die viele Anwendungsgebiete und Materialien in den Bereichen Design und Fertigung betrifft. Seien es Serien- oder Einzelfertigungen – nicht nur Agenten im Geheimdienst ihrer Majestät dürften von der großen Auswahl an verschiedenen Designmöglichkeiten für Schmuck profitieren. (qui)
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