Funktionale Sicherheit in der Prozessindustrie 22. Juni 2021: ein Tag SIL – kompakt, praxisnah, lösungsorientiert

Redakteur: Jörg Kempf

Sie sind für den Betrieb, die Planung und/oder die Prüfung sicherheitsrelevanter Systeme und Anlagen verantwortlich? Sie wollen sich einen kompakten Überblick über die Anforderungen der funktionalen Sicherheit verschaffen? Sie haben sich den 22. Juni 2021 noch nicht im Kalender vermerkt? Dann ist es jetzt Zeit, dies zu ändern. Warum Sie sich schnell noch Ihren Platz auf dem SIL-Forum 2021 sichern sollten.

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2019, vor Corona, noch als „Präsenz-Veranstaltung“ geht das SIL-Forum 2021 „digital“. Mit unserer modernen Event-Plattform machen Sie Ihr Home-Office zum Veranstaltungsort. Die Plattform motiviert zur Interaktion – denn Networking, Erfahrungsaustausch und Diskussionen sind uns besonders wichtig.
2019, vor Corona, noch als „Präsenz-Veranstaltung“ geht das SIL-Forum 2021 „digital“. Mit unserer modernen Event-Plattform machen Sie Ihr Home-Office zum Veranstaltungsort. Die Plattform motiviert zur Interaktion – denn Networking, Erfahrungsaustausch und Diskussionen sind uns besonders wichtig.
(Bild: J. Untch/Vogel Corporate Solutions)

Ob Sensor, Aktor oder Steuerung – für Anwender genügt es nicht, SIL-zertifizierte Komponenten einzusetzen. In der Praxis bleiben im Umgang bei der Spezifikation, Analyse und Umsetzung von Funktionaler Sicherheit viele Fragen offen. Unter anderem müssen Betreiber die Gefahren, die von einer Anlage ausgehen, anhand einer Gefährdungs- und Risikoanalyse ermitteln. Auf dem SIL-Forum am 22. Juni 2021 (digitale Veranstaltung) erfahren und lernen Sie, wie Sie SIL effizient und sicher umsetzen.

Profitieren Sie von Experten-Tipps namhafter Unternehmen: Referenten von Endress+Hauser, Jumo, Siemens und Pepperl+Fuchs behandeln in Workshops folgende Themen.

Automatisierte Wiederholprüfung von Durchfluss-Sicherheitsschutzeinrichtungen

Die jährliche Wiederholungsprüfung gerade bei Durchfluss-Sicherheitseinrichtungen ist meist mit hohem Aufwand und Kosten verbunden. Die nötigen Arbeiten binden das Instandhaltungspersonal und erfordern häufig einen ausreichend langen Anlagenstillstand, da die Geräte meist zur Kalibrierung ausgebaut und extern geprüft werden müssen. Im Workshop zeigt Christian Rützel, Endress+Hauser (Deutschland), neue Möglichkeiten durch eine automatisierte Wiederholungsprüfung auf, die den Aufwand reduziert und hohe Sicherheit gewährleistet. Durch das SIL-Gerätekonzept ist darüber hinaus sichergestellt, dass im gesamten Prozess – von der Planung bis zur Prüfung der Sicherheitseinrichtung – systematische Fehler vermieden werden. Im Prozessbetrieb können mit innovativer Technik und den entsprechenden Diagnosen heute systematische Fehler, z. B. Belagsbildung in der Rohrleitung zweifelsfrei detektiert werden.

Lernen Sie die vielfältigen neuen Möglichkeiten für eine Automatisierte Wiederholprüfung kennen und prüfen Sie mit Ihren Fragen eine Umsetzung auch in Ihrem Verantwortungsbereich.

SIL bei der Zündquellenüberwachung im Ex-Bereich

Die Themen SIL (Safety Integrity Level) und PL (Performance Level) gewinnen in der Prozessindustrie und im Maschinen- und Anlagenbau immer mehr Bedeutung. Doch Anwender stehen in der Praxis oft vor komplexen Herausforderungen. Matthias Garbsch, Jumo, bietet in seinem Workshop eine grundlegende Einführung in das Zusammenspiel zwischen den Normen bei der Zündquellenbewertung nach SIL. Weiterhin werden nützliche Informationen über zentrale gesetzliche Anforderungen und Normen vermittelt.

Nach dem Workshop kennen die Teilnehmer die Hintergründe für den Aufbau und die Planung eines Sicherheitssystems zur Zündquellenüberwachung im Ex-Bereich. Die Thematik kann in Diskussionen in den Pausen vertieft werden. Hierbei steht der Austausch über die individuellen Herausforderungen in der Praxis sowie eine Lösungserarbeitung im Vordergrund.

Sicherheits-Nachweis der PLT-Sicherheitseinrichtung SIS

Der Sicherheitsnachweis eines Sicherheitssystems Safety Instrumented System (SIS) erfolgt nach IEC 61508 und IEC 61511. Der Anwender wird bei der Berechnung und Erstellung normgerechter Sicherheitsnachweise vor eine Herausforderung gestellt. Die Anwendung von Tools ist an dieser Stelle sinnvoll kann aber auch kostenintensiv sein. Zuerst muss die normgerechte Sicherheitsarchitektur der Sicherheitsfunktionen SIF des Sicherheitssystems SIS definiert werden. Als zweiter Schritt werden die Architektur verifiziert und danach die Ausfallwahrscheinlichkeiten berechnet und mit den Sicherheitsanforderungen SRS, welche erfüllt werden müssen, verglichen. Am Markt sind hierfür Tools unterschiedlicher Hersteller verfügbar, teilweise mit integrierten Daten existierender Systeme und Geräte, zu unterschiedlichen Preisen bzw. Nutzungsgebühren.

Eine weitere Möglichkeit bietet die Anwendung eines auf Microsoft Excel basierenden Berechnungsblatts. Basierend auf der VDI/VDE 2180 „Sicherung von Anlagen der Verfahrenstechnik mit Mitteln der Prozessleittechnik (PLT)“ verwendet diese Lösung vereinfachte Formeln der Ausfallwahrscheinlichkeiten PFD. Auch wird die Integrität der Architektur der Safety Instrumented Function (SIF) überprüft. Bekommen Sie im Workshop von Franz Handermann, Siemens, einen Einblick in diese kostengünstige und effiziente Vorgehensweise bei dem Sicherheitsnachweis gemäß der IEC 61508 und IEC 61511.

Berücksichtigung nichtelektrischer Komponenten beim SIL-Nachweis

Der Nachweis, dass mit einer Sicherheitsfunktion ein bestimmtes Maß an Risikominderung erreicht wird (SIL-Nachweis), ist bei elektrischen, elektronischen und programmierbaren elektronischen Systemen (E/E/PE-Systeme) üblicherweise kein Problem, da die einschlägigen Normen zur funktionalen Sicherheit (allen voran die EN 61508) auf diese Technologie fokussieren und daher für diese Fälle das Vorgehen ausreichend gut beschreiben. Kommen in einer Sicherheitsfunktion jedoch auch Komponenten anderer Technologie zum Einsatz, müssen die Normen entsprechend interpretiert und sinngemäß auf diese Komponenten angewendet werden. Dass dies grundsätzlich möglich ist, wird in der Einleitung und im Anwendungsbereich der EN 61508 explizit erwähnt. Hierbei sind regelmäßig vier Fragen zu beantworten:

  • Wurden systematische Fehler beim Einsatz der Komponente ausreichend vermieden (Organisation, Management)?
  • Sind die für den jeweiligen SIL geforderten Maßnahmen zur Fehlerbeherrschung implementiert (Redundanz, Diagnose)?
  • Sind die Komponenten fähig, die Sicherheitsfunktion bis zu dem geforderten SIL zu unterstützen (SIL-Eignung der Komponenten)?
  • Ist ein Versagen aufgrund zufälliger Fehler ausreichend unwahrscheinlich (Lambda-Werte)?

Erfahrungsgemäß ist die Beantwortung der Fragen 1 und 2 leicht möglich. Auch bei Frage 3 kann eine einfache Checkliste, die im Rahmen des Workshops von Dr. Andreas Hildebrandt, Pepperl+Fuchs, vorgestellt wird, bei der Antwortfindung helfen. Im Gegensatz dazu führt die Fragestellung 4 jedoch oft zu längeren und zum Teil auch kontrovers geführten Diskussionen.

Im Rahmen des Workshops bilden daher die Aspekte, welche das zufällige Versagen von Nicht-E/E/PE-Systemen betreffen, den Schwerpunkt. Hierbei sollen insbesondere auch die Unterschiede zwischen den Begriffen „relative Häufigkeit“, „epistemische Wahrscheinlichkeit“ und „aleatorische Wahrscheinlichkeit“ herausgearbeitet werden mit dem Ziel, die Ergebnisse einer PFD bzw. PFH-Berechnung in Bezug auf die Nicht-E/E/PE-Systeme richtig zu interpretieren.

Safety & Security in der Prozessindustrie

Konzepte der Industrie 4.0 erfordern die zunehmende Vernetzung vormals strikt getrennter Systeme. Funktionale Sicherheit und Cyber-Sicherheit dürfen daher nicht mehr getrennt voneinander betrachtet werden. Sicherheitsgerichtete Automatisierungslösungen müssen neben Safety auch Security unterstützen. Das SIL-Forum 2021 trägt dem Rechnung. Mehr dazu lesen Sie im folgenden Beitrag:

Hier geht’s zum kompletten Programm des SIL-Forum 2021 sowie zur Anmeldung für das SIL-Forum 2021.

Tipp: Mit etwas Glück gewinnen Sie eine von fünf Freikarten: Schicken Sie hierfür einfach eine Mail an veranstaltungen@process.de mit Betreff "Gewinnspiel SIL FORUM 2021" und Inhalt "Ich will am Gewinnspiel teilnehmen". Einsendeschluss: Mittwoch, 16.06.2021

Ergänzendes zum Thema
Special-Highlight auf dem SIL-Forum 2021
Wie Zögerlinge zu Change-Makern werden

Veränderung. Einfach. Machen! Erleben Sie die positive Kraft der Veränderung und lassen Sie sich vom Change-Experten Ilja Grzeskowitz inspirieren, bewegen und begeistern.
Veränderung. Einfach. Machen! Erleben Sie die positive Kraft der Veränderung und lassen Sie sich vom Change-Experten Ilja Grzeskowitz inspirieren, bewegen und begeistern.
( Bild: Ilja Grzeskowitz )

Gerade Unentschlossenheit ist ein Hauptgrund, warum so viele Change-Vorhaben scheitern und Chancen ungenutzt bleiben. Wie Zögerlinge zu Change-Makern werden, verrät Change-Experte Ilja Grzeskowitz auf dem SIL-Forum 2021. Er macht seinen Zuhörern bewusst, dass wir alle nach einem besseren Leben streben, dass aber langfristige Ergebnisse nur gemeinsam im Team erreicht werden können. Es geht darum, zusammen und motiviert ein Ziel verfolgen, bei dem jeder von jedem lernt und es dennoch klare Verantwortungsbereiche gibt. Hierarchien und Jobbeschreibungen spielen hierbei keine Rolle.

Der 5-Sterne-Redner zeigt auf, dass man sich bewusst dazu entschließen muss, als Change-Maker zu agieren, um damit ein Unternehmen, ein Team als Ganzes zu verändern. Jeder, der es wirklich will, kann zum Change-Maker werden, so seine Botschaft. Mit seinen Anregungen zur Veränderung erreichen die Teilnehmer das richtige Maß an Motivation, um endlich ins Handeln zu kommen, gezielt Verantwortung zu übernehmen und damit den Umbruch in Ihrem Unternehmen aktiv zu gestalten.

Viele Ideen und Impulse in diesem Vortrag nehmen die Angst vor dem Scheitern und helfen, für die Zukunft bestens vorbereitet zu sein. Das Resümee: Sie gehen voller Begeisterung neue und unbekannte Wege und freuen sich über Veränderungen. Sie erkennen diese einmalige Chance, besser zu werden und sich als die Nummer 1 bei Ihren Kunden zu platzieren.

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