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Virtual Reality

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Jede Geste darstellen

Das Fusionieren der 3D-Information aus den verschiedenen Kamerabildern dauert einige Sekunden. Dennoch ist die Illusion schon jetzt perfekt. Das System überträgt das dreidimensionale dynamische Modell einer Person zügig in die Virtuelle Realität. Ein Mensch kann sich bei der Aufnahme in dem dafür vorgesehenen Bereich frei bewegen. Das virtuelle Ebenbild stellt jede Geste und Bewegung realistisch dar. „Unser Ziel ist es, dass ein realistisches Abbild eines Menschen zukünftig direkt mit der virtuellen Welt interagieren kann – zum Beispiel indem es virtuelle Objekte greift“, sagt Schreer.

Das neue Kamerasystem aus dem HHI soll zukünftig aber auch für andere Anwendungsgebiete genutzt werden. So arbeiten die Forscher beispielsweise auch an virtuellen Videokonferenzen. Es ließe sich aber auch im Infotainment-Bereich einsetzen. Anstelle eines passiven, frontalen Fernseherlebnisses könnte ein Fernsehzuschauer mittels VR-Brille direkt Teil der Spielfilmszene sein. Er würde nicht nur ein dreidimensionales Bild der Fernsehszene sehen, sondern auch in ihr virtuell umhergehen können und zum Beispiel Teil der Abenteuer seiner Science-Fiction-Helden werden.

Alternative zu Motion Tracking

„Wir können uns auch vorstellen, das Kamerasystem an verschiedenen Orten in kleinen Studios aufzubauen“, sagt Schreer. „Filmproduzenten könnten es nutzen, um die Bewegung von Schauspielern einfacher als bisher in Filmszenen zu übertragen.“ Denn das ist bislang ausgesprochen aufwendig. Für gewöhnlich werden die Bewegungen von Schauspielern mit sogenannten Motion-Tracking-Verfahren eingefangen. Das Gesicht und der Körper des Schauspielers werden dafür mit kleinen Punkten markiert. Der Computer verfolgt die Bewegung der Punkte und überträgt diese auf das computergenerierte künstliche Abbild des Schauspielers – beispielsweise eines Actionschauspielers, der von Hochhaus zu Hochhaus springt. Doch mit einzelnen Marker-Punkten können Motion Tracking-Verfahren Bewegungen und vor allem die feine Mimik nur sehr ungenau oder mit sehr hohem technischen Aufwand erfassen. Für die Computer-Grafiker bedeutet das viel Nacharbeit, bis die Szene realistisch wirkt. „Mit unserem Kamerasystem hingegen möchten wir zukünftig die Person und deren Bewegungen sehr viel feiner auflösen und darstellen“, sagt Schreer. (mz)

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