Suchen

Linearführung Workout in virtuellen Welten

| Autor / Redakteur: Klaus-J. Hermes / Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Den Traum vom Fliegen erleben und dabei noch die Muskeln trainieren – das ermöglicht das neuartige Fitnessgerät Icaros. Die passende Lineartechnik dafür stammt von Rollon.

Firmen zum Thema

Fitnessgerät und Simulator in einem: Bei Icaros sorgt die eingebaute Lineartechnik von Rollon selbst bei schnellen Lastwechseln für eine reibungsarme und weiche Bewegung.
Fitnessgerät und Simulator in einem: Bei Icaros sorgt die eingebaute Lineartechnik von Rollon selbst bei schnellen Lastwechseln für eine reibungsarme und weiche Bewegung.
(Bild: Icaros/Frommel Fotodesign)

Dem Vorbild aus der griechischen Mythologie folgend, gleitet Johannes Scholl über einen Fluss, vorbei an einem Bergmassiv. Dann, kurz vor einer Wolkenfront, verlagert er sein Gewicht und geht in den Sturzflug über. Doch im Gegensatz zum übermütigen Ikarus, der der Sonne zu nahe kam, endet das Abenteuer des Industriedesigners nicht im Meer. Flügel benötigt er auch nicht, sondern eine Virtual-Reality-Brille – und sein Fitnessgerät Icaros. Scholl ist der kreative Kopf hinter dem Leichtmetallrahmen, der auf einen massiven Ständer montiert und entlang seiner Querachse bis zu 50° frei schwenkbar ist. Eine zentrale Rolle beim virtuellen Flug spielt die eingebaute Lineartechnik von Rollon, denn schon eine leichte Muskelspannung reicht aus und die Sensoren des in alle Richtungen beweglichen Gestells übertragen die neue Körperlage in die Flugsimulation.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Lineartechnik sorgt für konstanten Flug

„Icaros erlaubt dem Nutzer, dynamisch verschiedene Positionen in Rollachse und Kippachse einzunehmen“, erläutert Scholl das Prinzip. Trotz schneller Lastwechsel und Schwerpunktverlagerungen muss eine reibungsarme und weiche Bewegung gewährleistet sein. Auf Empfehlung des involvierten Anlagenbauers Novega wandten sich die beiden Entwickler Johannes Scholl und Michael Schmidt für die Ausgestaltung der Rollachse an die Rollon Gruppe. Der Komplettanbieter und Systemlieferanten für Lineartechnik empfahl ihnen die Curviline-Bogenführungen mit Radiallagern. Das System ist elektrolytisch verzinkt und setzt sich aus der Schiene sowie einem oder mehreren Läufern zusammen. Curviline eignet sich für Anwendungen, bei denen sowohl geradlinige als auch gebogene Bewegungen erforderlich sind – wie es bei dem Fitnessgerät der Fall ist. Normalerweise kommen die Bogenführungen im industriellen Umfeld und beim Bau von Schiffen und Schienenfahrzeugen zum Einsatz. Entsprechend robust sind sie ausgeführt, um den Schutz vor Korrosion nach ISO 2081 zu gewährleisten. Sie eignen sich u. a. für Verpackungsstationen. Dort stellen sie den gleichmäßigen Lauf gerundeter Sicherheitstüren sicher. 60 kg bis 90 kg wiegt eine solche Echtglasscheibe – eine Gewichtsklasse, wie sie auch für Sportler auf Icaros typisch ist.

Maßgeschneidert, exakt nach Vorgabe

Für Icaros realisierte Rollon die Schiene mit dem gewünschten Radius in der benötigten Länge, maßgeschneidert und exakt nach Vorgabe. Die Bogenführungen sind in verschiedenen Versionen mit konstanten und variablen Radien in den Schienenbreiten 16,5 mm und 23 mm verfügbar. Eine einzelne Schiene kann sowohl gebogene als auch gerade Teilstücke umfassen. Abhängig vom Anwendungsfall gewährleisten die stahlverzinkten Schienen Verfahrwege von über 3000 mm und die Läufer Geschwindigkeiten bis 1,5 m/s. Vier paarweise angeordnete Rollen halten die Vorspannung über die gesamte Schienenlänge. Für einen gleichmäßigen Lauf bei kompliziertem Schienenverlauf sorgen die bewegliche Rollenaufnahmen und der paarweise Einsatz von konzentrischen und exzentrischen Rollenzapfen. Das Einstellen des Läuferkorpus erfolgt durch einfaches Verstellen der Rollenzapfen – spielfrei oder mit Vorspannung auf die Schiene.

Zusammen mit der Kippachse bildet die Curviline-Bogenführung das Herzstück von Icaros. Es ermöglicht dem Sportler, sich in zwei Achsen frei zu bewegen. Das Prinzip hinter einer erfolgreichen Flug-Performance: Während Unterarme und Schienbeine auf dem Stahlgestell aufliegen, gilt es durch geschicktes Balancieren das Gleichgewicht zu halten. (sh)

* Klaus-J. Hermes ist Marketingleiter bei der Rollon GmbH in Düsseldorf

(ID:44295730)