Robotik

Wie Soft-Roboter Stürze aus 200 m Höhe überstehen

| Redakteur: Sariana Kunze

Squishy Roboter können als Ersthelfer Katastrophengebiete erkunden – ohne dabei Menschenleben zu gefährden – da sie von einem aus Hubschraubern sicher und unbeschadet am Einsatzort landen können.
Squishy Roboter können als Ersthelfer Katastrophengebiete erkunden – ohne dabei Menschenleben zu gefährden – da sie von einem aus Hubschraubern sicher und unbeschadet am Einsatzort landen können. (Bild: Lee-Huang Chen/Squishy Robotics)

Als Ersthelfer Katastrophengebiete oder ferne Planeten erkunden, dafür wurden die Squishy Soft-Roboter mit nachgiebiger Hülle entwickelt. Die Besonderheit: Diese Roboter können Stürze aus 200 m Höhe unbeschadet überstehen.

Roboter werden immer häufiger in Katastrophengebieten eingesetzt. Doch wie gelangen die Roboter an ihren oftmals unzugänglichen Einsatzort? Praktisch wäre für solche Szenarien beispielsweise ein Abwurf aus einem Helikopter. Doch welcher Roboter übersteht schon einen Sturz aus 200 m Höhe? Eine Idee, die Entwickler von der University of California, Berkeley weitergedacht haben.

Soft-Roboter für Erde und ferne Planeten

Die Entwickler haben einen Soft-Roboter konstruiert, der einen Sturz aus fast 200 m ohne größere Schäden überstehen kann. Das liegt an der kugelartigen, äußerst nachgiebigen Hülle. Diese federt den Fall ab, wie die Entwickler von der University of California, Berkeley mitteilen. Unterstützung bekamen sie von der US-Raumfahrtbehörde NASA, die einen solchen Roboter einsetzen will, wenn es einmal zu einer Annäherung an den Titan kommt, einen Mond des Planeten Saturn.

Der eigentliche Roboter steckt bei der Konstruktion im Zentrum. Von ihm gehen zahlreiche elastische Stäbe aus, die senkrecht auf dessen Oberfläche befestigt sind. Verbunden sind sie mit Kabeln, die sich ausdehnen und zusammenziehen können. Mit deren Hilfe kann sich der Roboter an Land fortbewegen.

Soft-Roboter mit Sensoren schneller als Drohnen

Ausgerüstet mit speziellen Sensoren, soll der Roboter beispielsweise über Katastrophengebieten abgesetzt werden, um die Region etwa auf giftige Gase zu überprüfen, so Alice Agogino, Prof. für Maschinenbau an der kalifornischen Hochschule. Dies ginge schneller als die Landung einer Drohne. Selbst auf Trümmern könne der elastische Roboter landen, ohne zu zerschellen.

Roboter können mit Menschen kommunizieren

„Unser schnell einsetzbarer Roboter ist gebaut worden, um Leben zu retten, Kosten und Risiken zu minimieren und schnelle Antworten aus Krisenregionen zu bekommen“, erklärt Agogino. Wenn Menschen das Katastrophengebiet erreichten, könnten die Soft-Roboter mit ihnen kommunizieren und zusammenarbeiten.

Soft-Roboter als Lebensretter

Die Maschinenbau-Professorin kam auf die Idee, einen solchen Soft-Roboter zu bauen, nachdem sie Berichte der Internationalen Rotkreuz- und Rothalbmond-Bewegung über Rettungseinsätze in Katastrophengebieten gelesen hatte. Darin berichtete die Bewegung über 400 Ersthelfer, die innerhalb von 20 Jahren bei Einsätzen ums Leben gekommen waren. Viele davon hätten überleben können, wenn sie rechtzeitig über die Situation vor Ort informiert worden wären, meint Agogino. Genau das könne ihr Roboter leisten.

Quelle: Pressetext

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