Definition Was ist eigentlich ein Getriebemotor

Von Getriebemotor spricht man, wenn Motor und Getriebe fest miteinander verbunden sind und die Verbindung eine konstruktive Einheit bildet. Wie der Getriebemotor funktioniert, zeigen wir hier.

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Motor-Getriebe-Einheiten sind vor allem eines: sehr kompakt.
Motor-Getriebe-Einheiten sind vor allem eines: sehr kompakt.
(Bild: Wittenstein)

Der Getriebemotor beschreibt die Kombination eines Getriebes mit einem Motor. Die Verbindung zwischen den beiden Komponenten erfolgt in der Regel ohne Kupplung und Adapterplatte, sondern sind direkt miteinander verbunden. Das erste Zahnrad des Getriebes sitzt auf der Motorwelle. Die Verbindung kann gepresst, geklebt oder geschweißt sein, mit Vielkeilverzahnung oder Passfedern erfolgen.

Viele Hersteller bieten allerdings auch komplette Antriebslösungen, bestehend aus Motor, Kupplung bzw. Adapter und Getriebe als Gesamtsystem und sprechen auch hier von einem Getriebemotor, da die Antriebseinheit aus einer Hand stammt und der Anwender eine fertige, an die individuellen Bedürfnisse angepasste Lösung erhält.

Man unterscheidet also nach Getriebemotoren mit integriertem Getriebe und Motor-Getriebe-Kombinationen mit Adapter aus einer Hand.

Welche Getriebe- und Motorbauformen kommen zum Einsatz?

Die Ausführungen von Motor und Getriebe kann sehr unterschiedlich sein und umfasst nahezu alle Arten der aktuell gängigen Technologien. Bei den Getrieben erstreckt sich dies über alle Zahnradgetriebebauformen von Stirnrad- und Planetengetrieben bis Kegelrad- und Schneckengetrieben.

Bei den Motoren kommen Drehstrommotoren, in Form von Asynchron-oder Synchronmotoren, und Gleichstrommotoren zum Einsatz, die je nach Technologie direkt am Netz oder mit Regelgeräten betrieben werden.

Welche Aufgabe hat das Getriebe?

Das Getriebe hat in der Regel die Aufgabe, die Drehzahl des Motors um den Übersetzungsfaktor zu reduzieren. Das Drehmoment des Motors erhöht sich im Gegenzug um den gleichen Faktor, abzüglich der Reibungsverluste, die im Getriebe entstehen und dafür sorgen, dass nicht die gesamte eingebrachte Leistung ab Abtrieb des Getriebes zur Verfügung steht.

Auch eine Erhöhung der Abtriebsdrehzahl zu Lasten des übertragbaren Drehmoments ist möglich, kommt in industriellen Anwendungen aber eher selten vor.

Zudem kann das Getriebe dafür sorgen, dass die Drehrichtung umgekehrt wird oder die Ausrichtung der Abtriebswelle um einen Winkel versetzt wird, z.B. um 90°.

Welche Besonderheit weist der Getriebemotor mit integriertem Getriebe auf?

Mit einem Getriebemotor erhält der Anwender eine konstruktive Einheit. Im Vergleich zu Antriebslösungen aus einzelnen Komponenten ist er daher kompakter und einfacher handhabbar. Bei einzelnen Komponenten erfolgt die Betrachtung der Leistung, der Verluste und der Belastungsgrenzen getrennt. Die Berechnung der für die Anwendung notwendigen Getriebe-Daten erfordert einen gewissen Engineering-Aufwand. Bei einem Getriebemotor erhält der Anwender diese Daten vom Hersteller.

Wie oben bereits erwähnt, bieten einige Hersteller aber auch gesamte Antriebseinheiten aus einzelnen aufeinander abgestimmten Komponenten – auch hier dürften die Anwender mit der Berechnung, Dimensionierung und Auslegung vom Hersteller rechnen.

Dieser Artikel wurde mit Unterstützung folgender Hersteller erstellt: Gemoteg GmbH + Co. KG, EBM-Papst Mulfingen GmbH & Co. KG, Rotek GmbH & Co. KG, Siemens AG und Wittenstein alpha GmbH.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Redakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht