Planetengetriebe Vorecons transportieren täglich 39 Millionen Kubikmeter Gas

Redakteur: Stefanie Michel

Für den Transport von Erdgas liefert Voith Turbo fünf ihrer regelbaren Planetengetriebe Vorecon. Die mechanische Lösung bietet Vorteile gegenüber dem Frequenzumrichter und ist günstiger als eine Lösung mit Gasturbine.

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Wenn es um die weltweiten Öl- und Gasreserven geht, ist in der Medienberichterstattung meist von schwindenden Ressourcen die Rede. Anders in Brasilien: Im fünftgrößten Staat der Erde hat die staatliche Öl- und Gasgesellschaft Petrobras in der Vergangenheit bedeutende Öl- und Gasvorkommen entdeckt. Es handelt sich um nicht weniger als 15 Ölfelder, die Brasilien mittlerweile zu einem Netto-Exporteur für Erdöl machen. Für den Transport des förderbaren Erdgases via Pipeline zur Gasverarbeitungsanlage in Caraguatatuba wird Voith Turbo im Frühjahr 2008 fünf Vorecons liefern. Sie sollen in der zweiten Jahreshälfte 2009 in Betrieb gehen.

Riesige Mengen Öl und Gas lagern in Brasilien unter dem Meeresboden an der Südostküste. Ungefähr 80 Prozent der eingeschlossenen Reserven bestehen aus Öl, weshalb Petrobras bereits zehn neue Produktionsplattformen bestellt hat. Um die Abhängigkeit von importiertem Erdgas zu verringern, hat Petrobras Plangas ins Leben gerufen, einen strategischen Plan, die Fördermenge für den brasilianischen Markt bis 2010 um 39 Millionen Kubikmeter pro Tag zu steigern.

Neue brasilianische Ölplattform ab 2009 in Betriebe

Von der neuen Ölplattform Mexilhão sollen ab 2009 Öl und Gas aus mindestens sechs Quellen gefördert und zur neuen Gasverarbeitungsanlage UTGCA in die Küstenstadt Caraguatatuba weitergeleitet werden. Die Reserven des Mexilhão-Erdgasfeldes werden auf 93 Milliarden Kubikmeter Erdgas geschätzt.

Die Anlage in Caraguatatuba wird in einem ersten Schritt rund 15 Millionen Kubikmeter täglich verarbeiten können. Unter Druck wird das Erdgas an die Stadtgrenze von Taubaté weitergeleitet, wo es durch eine 100 Kilometer lange Pipeline mit der Campinas-Rio-Gas-Pipeline verbunden wird. Für das so genannte Gastreatment mit anschließender Abgabe in Pipelines liefert Voith Turbo fünf Vorecons RWC 12-11 F 7. Ein solcher Vorecon besteht aus hydrodynamischem Drehmomentwandler, Planetenstandgetriebe und Planetenumlaufgetriebe. Zusätzlich ist im RWC eine hydrodynamische Regelkupplung mit Schaltkupplung integriert. Die fünf Vorecons haben eine Leistung von je 7,8 MW.

Spezifikationen entsprechen den Offshore-Anforderungen

Die Entscheidung für eine Vorecon-Lösung fiel aufgrund des Kompressorenantriebs mit Hilfe eines Elektromotors. In dieser Kombination bietet die mechanische Lösung deutliche Vorteile gegenüber dem Frequenzumrichter und ist andererseits günstiger als eine Lösung mit Gasturbine. In der Anwendung handelt es sich zwar um einen der kleineren Vorecon-Typen – der größte Vorecon bringt 33 MW Leistung – doch die Spezifikationen sind anspruchsvoll und entsprechen den üblichen Anforderungen auf Offshore-Plattformen. Schließlich herrschen direkt an der Küste ähnliche Bedingungen und erfordern robuste Technik. Der Vorecon ermöglicht hohe Wirkungsgrade über weite Drehzahlbereiche und liegt bei einer Zuverlässigkeit von 99,97 Prozent.

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