RFNBO-Wasserstoff Größte deutsche Anlage für grünen Wasserstoff eingeweiht

Von Lhyfe 3 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Lhyfe weiht Deutschlands größte kommerzielle Anlage zur Produktion von grünem Wasserstoff in Baden-Württemberg ein. Das EU-geförderte Projekt soll dem regionalen Wasserstoffmarkt als Leuchtturm dienen.

Das Band durchschnitten gemeinsam (v. links): Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd Richard Arnold, Lhyfe-CEO Matthieu Guesné, Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg Thekla Walker, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann, Regionalleiter Österreich, Deutschland und Niederlande der DG-Regio-EFRE-Verwaltungsbehörde der Europäische Kommission Nicolas Gibert-Morin, Landrat des Ostalbkreises Joachim Bläse, Leiter Mittel- und Osteuropa bei Lhyfe Luc Graré. (Bild:  Lhyfe)
Das Band durchschnitten gemeinsam (v. links): Oberbürgermeister von Schwäbisch Gmünd Richard Arnold, Lhyfe-CEO Matthieu Guesné, Umweltministerin des Landes Baden-Württemberg Thekla Walker, Ministerpräsident des Landes Baden-Württemberg Winfried Kretschmann, Regionalleiter Österreich, Deutschland und Niederlande der DG-Regio-EFRE-Verwaltungsbehörde der Europäische Kommission Nicolas Gibert-Morin, Landrat des Ostalbkreises Joachim Bläse, Leiter Mittel- und Osteuropa bei Lhyfe Luc Graré.
(Bild: Lhyfe)

Lhyfe hat seinen ersten kommerziellen Produktionsstandort in Deutschland eingeweiht. Anwesend waren Winfried Kretschmann, Ministerpräsident von Baden-Württemberg, Thekla Walker, Ministerin für Umwelt, Klima und Energie Baden-Württembergs, sowie Richard Arnold, Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd, zusammen mit weiteren Gästen. Dies ist Lhyfes vierter Produktionsstandort und der erste außerhalb Frankreichs.

Mit einer installierten Kapazität von zehn Megawatt ist es die bisher größte Produktionsanlage des Unternehmens. Die Produktionsmenge beträgt bis zu vier Tonnen Wasserstoff pro Tag. Außerdem ist es auch die erste kommerzielle Anlage in Deutschland, die ausschließlich dem freien Verkauf von erneuerbarem Wasserstoff dient.

Wofür wird der RFNBO-Wasserstoff verwendet?

Hergestellt durch die Elektrolyse mit erneuerbarem Strom, dient der Wasserstoff vor allem der Dekarbonisierung der Industrie und des Schwerlasttransports. Mit vier Tonnen Wasserstoff fahren 100 LKWs rund 400 km weit. Es wurde bereits ein Vertrag über die Belieferung regionaler Wasserstofftankstellen des Unternehmens H2 Mobility angekündigt. H2 Mobility ist wichtigste Betreiber von Wasserstofftankstellen in Deutschland. Lhyfe Schwäbisch Gmünd soll auch das nahegelegene geplante H2-Industriegebiet „H2-Aspen“ versorgen.

Das Projekt wird als Leuchtturm der „H2-Wandel – Modellregion Grüner Wasserstoff Baden-Württemberg“ vom Land Baden-Württemberg (2,1 Mio. €) sowie von der EU über den Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (4,3 Mio. € EFRE-Förderung) gefördert.

Das Unternehmen begann Ende 2024 damit, die Anlage zu bauen. Derzeit durchlaufen die Komponenten letzte Zuverlässigkeitstests, bevor in den kommenden Monaten die Vermarktung beginnt. Die RFNBO-Zertifizierung nach europäischem Standard (Renewable Fuel of Non-Biological Origin = Erneuerbare Kraftstoffe nicht biologischen Ursprungs) hat die Anlage seit September 2025.

Relevanz für den Wasserstoffmarkt

Lhyfe beliefert seit 2023 Kunden mit Wasserstoff aus nicht-fossilen Quellen. Die Zahl der Anbieter in diesem Bereich ist überschaubar: So listet der Verband der Energie- und Wasserwirtschaft BDEW nur 47 kommerzielle Projekte für grünen Wasserstoff und seine Folgeprodukte in Deutschland auf (Stand Juni 2025), die bereits in Betrieb sind. Weitere befinden sich allerdings in Planung oder im Bau. Dazu kommen außerdem Demonstrations-, Labor- und Forschungsprojekte sowie regionale und kommunale Projekte. Aus einem Teil des Wasserstoffs wird synthetisches Erdgas oder synthetischer Kraftstoff hergestellt. Ein Teil geht an Wasserstofftankstellen für Brennstoffzellenfahrzeuge oder wird industriell genutzt.

Ein großer Produzent für grünen Wasserstoff in Deutschland ist das Unternehmen Nobian. Es stellt in Deutschland im Chemiepark Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt Wasserstoff, Chlor und Natronlauge im sogenannten Chlor-Alkali-Prozess her. Eine große Produktionsstätte hat das Unternehmen in Rotterdam. Diese Anlage ist seit April 2025 ebenfalls RFNBO-zertifiziert. Dort werden mehr als 14.000 Tonnen erneuerbarer Wasserstoff pro Jahr hergestellt, im Schnitt also gut 38 Tonnen pro Tag. Es ist laut eigenen Angaben derzeit die größte nach RFNBO zertifizierte, grüne Wasserstoffanlage in Europa.

Import von grünem Wasserstoff

Einige Experten gehen davon aus, dass grüner Wasserstoff in Zukunft zum großen Teil importiert werden wird: Länder, die sich besonders gut für die Stromproduktion mit erneuerbaren Energiequellen eignen, könnten grünen Wasserstoff eventuell günstiger und in größeren Mengen herstellen. Das Gas würde dann beispielsweise über geeignete Pipelines, Gasnetze oder sogar in Gasflaschen nach Deutschland gebracht und in andere Länder, wo das Potenzial für Solar-, Wasser- und Windenergie ebenfalls niedriger ist und weniger Stromüberschüsse auftreten. Grüner Wasserstoff wird als nachhaltig erzeugte Chemikalie, Energieträger und Fahrzeugkraftstoff verwendet.

(ID:50603282)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung