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Kunststoff VDI-Kongress diskutiert Mobilität von morgen

| Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Die Ansprüche an die Mobilität der Zukunft sind groß: Eine bedeutende Rolle spielen dabei polymere Werkstoffe, die ganz neue Fahrzeugkonzepte ermöglichen.

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Am 2. und 3. April fand in Mannheim der VDI-Kongress "Kunststoffe im Automobilbau" statt.
Am 2. und 3. April fand in Mannheim der VDI-Kongress "Kunststoffe im Automobilbau" statt.
(Bild: D. Quitter, konstruktuionspraxis)

Neue Materialkonzepte wie CFK können den Leichtbau ressourceneffizient gestalten ‒ darin waren sich die Experten auf dem internationalen VDI-Kongress „Kunststoffe im Automobilbau“ einig. Allerdings sind die Werkstoffe aufwendig in der Herstellung und die entsprechenden Prüfverfahren noch in der Entwicklung.

„Globale technische, ökonomische und soziale Megatrends prägen mehr denn je den Automobilbau der Zukunft“, sagte Kongressleiter Prof. Rudolf Stauber. „Die zukünftigen weltweiten Mobilitätsanforderungen werden das Erscheinungsbild und die fahrzeugtechnischen Systemanforderungen nachhaltig verändern.“ Stauber war davon überzeugt, dass CFK schon bald herkömmliche metallbasierte Werkstoffe für Strukturteile und Aufbauten ersetzen könne. Gleichzeitig bestehe aber noch ein hoher Entwicklungsbedarf für die automatisierte Fertigung von großen Stückzahlen sowie bei der energieeffizienten Herstellung der CFK-Fasern. Dr. Martin Vogt vom VDI Zentrum Ressourceneffizienz (VDI ZRE) betonte: „CFK wird sich im Leichtbau nur dann durchsetzen, wenn er in allen Prozessstufen ressourcen- und kosteneffizient ist“.

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Das Thema Ressourceneffizienz beziehe sich jedoch nicht nur auf neue Technologien oder Werkstoffe, sondern auch auf die Fertigungsprozesse im Allgemeinen. Es schließe die gesamte Lieferkette mit ein. Prof. Werner A. Hufenbach von der TU Dresden war der Meinung, dass sich ein deutlicher Trend zum ressourcenschonenden funktionsintegrativen Systemleichtbau in Multi-Material-Design abzeichne – gemäß dem Motto: „Der richtige Werkstoff an der richtigen Stelle zum richtigen Preis bei richtiger Ökologie.“

Als gelungenes Beispiel sah Dr. Jörg Wunder von der BMW Group den BMW i3: „Der Energie- und Materialeinsatz beim neuen BMW i3 ist sowohl während der Herstellung als auch beim Gebrauch in Kundenhand auf einem beispielhaft niedrigem Niveau“. In einem vollständig neuen Karosseriekonzept, dem sogenannten Life-Drive Konzept, wird die Passagierzelle (Life-Modul) aus dem High-Tech Kunststoff CFK mit einem Chassis aus Aluminium (Drive-Modul) mit integriertem elektrischen Antriebstrang kombiniert. (qui)

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