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Größere Messdynamik erzielt
Der schließlich fertig entwickelte Volumenstromsensor besetzt eine elementar wichtige Funktion in Viessmanns Gas-Wandgerät Vitodens 300-W. Von mechanischen Sensoren mit Flügel- oder Turbinenrädern hatte Viessmann Abstand genommen: Die vielen Schwebstoffe und abrasiven Materialien im Wasserkreislauf beeinträchtigen die Arbeitsweise auf Dauer. Mit einem Durchflussmesser, der auf dem Ultraschall-Prinzip basiert, erreicht der Sensor eine größere Messdynamik von 5 l/h bis 2500 l/h, und der entstehende Druckabfall fällt mit max. 35 mBar sehr niedrig aus . Ein Ultraschall-Durchflusssensor ist weniger empfindlich gegenüber Verschmutzung und insgesamt langzeitstabiler. Dazu schafft er ideale Voraussetzungen für technische Weiterentwicklungen.
Mittlerweile hat Allengra über 100.000 Sensoren für Viessmann hergestellt. Junker dazu: „Durch die Erfahrung, die wir gewonnen haben, können wir jetzt in einem Preisbereich mitspielen, wo wir vor Jahren noch das 20- bis 30fache verlangen mussten.“ Aus einer kleinen Garagenfirma in Rumänien ist ein weiter wachsendes, 30-köpfiges Zulieferunternehmen geworden, das erfolgreich den hohen Anforderungen etablierter Konzerne gerecht wird und qualitativ hochwertige Produkte entwickelt und produziert.
Ein mutiger Schritt für ein Traditionsunternehmen
Junker fasst zusammen: „Unterm Strich lässt sich sagen, dass Viessmann für ein Traditionsunternehmen der Heiztechnik einen sehr mutigen Schritt gegangen ist. Man kann das getrost als Pionierarbeit bezeichnen. Und mit Acam hatten wir einen sehr flexiblen Partner, der mit uns gerne das Risiko eingegangen ist und den benötigen Chip sehr schnell zu Verfügung gestellt hat.“
Der Nachfolgechip von Acam, der GP30 verspricht eine neue Ära der Ultraschall-Durchflussmessung. Junker arbeitet bereits an einem neuen Sensor auf Basis des GP30, der geeignet ist für sämtliche flüssige, wasserähnliche Medien mit oder ohne Zusätzen. Auch wenn der Hauptmarkt weiterhin aus Wasser-Volumenstromsensoren besteht, so finden sich auch im industriellen Bereich viele Anwendungen wie die Solarthermie oder Kühlanlagen, die präzise und robuste Volumenstrommessungen benötigen. Genau hier können die Vorteile des neuen GP30 voll ausgeschöpft werden. Durch die weitere Integration wesentlicher Funktionen, welche für die Ultraschall-Durchflussmessung notwendig sind, können diverse Elektronikbauteile und somit Kosten eingespart werden.
Der wesentliche Vorteil dieser Ein-Chip-Lösung liegt jedoch in einer deutlichen Robustheits- und Genauigkeitssteigerung. Durch den Wegfall von Bauteilen (unter anderem auch die aktuell noch notwendigen D/A und A/D-Wandler) wird das Messrauschen reduziert sowie die EMV-Stabilität erhöht. Es eröffnen sich somit ganz neue Einsatzmöglichkeiten für Ultraschall-Volumenstromsensoren. Auch im aktuellen Einsatzbereich – der Heizungsbranche – ist aufgrund der durch den GP30 realisierbaren, nicht unerheblichen Kostenreduzierung des Sensors ein Trend für den Einsatz auch in Heizgeräten des mittleren Preissegments und damit eine klare Stückzahlsteigerung zu erwarten. (jv)
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