Kugelgewindetrieb Türantrieb "überlistet" die Spindel-Selbsthemmung

Redakteur: Stefanie Michel

Eine Drehflügeltür ist einfach zu bauen - zumindest dann, wenn man sie nur öffnen will. Schwieriger war die Vorgabe, einen Antrieb zu entwickeln, der das Schließen fast ohne Kraftaufwand ermöglicht und gleichzeitig eine Notöffnung bei Stromausfall erlaubt. Tormax realisierte diese Aufgabe mit Kugelgewindetrieben von Eichenberger.

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Drehflügeltüren - die ältesten uns bekannten Türen: Heute sind sie automatisiert und mit Sicherheitsfunktionen ausgestattet. (Bild: Tormax)
Drehflügeltüren - die ältesten uns bekannten Türen: Heute sind sie automatisiert und mit Sicherheitsfunktionen ausgestattet. (Bild: Tormax)

Eine Drehflügeltüre ist meist ein Durchgang für Menschen, seltener für Waren. Bequem muss es sein, dazu noch sicher und zuverlässig. Also wurden automatische Drehflügeltüren entwickelt. Damit steigen die Anforderungen an den Antrieb und die Steuerung: in der modernen Gebäudeautomation heißt das "Safety and Security".

Es gibt verschiedene Arten von automatischen Türen. Die Produktpalette von Tormax, einem Unternehmensbereich der schweizerischen Landert Motoren, umfasst neben den Drehflügeltüren auch Schiebe- und Karusselltüren sowie Faltflügeltüren. Tormax designt, entwickelt und produziert in allen Fällen die Türantriebe.

Der "Drehflügler" ist jedoch die am häufigsten anzutreffende Tür. Sie ist einfach zu bauen, weil sie lediglich eine Schwenkbewegung ausführt: Man drückt die Klinke und stößt sie auf.

Im Zeichen der gestiegenen Anforderungen hielt zuerst eine "kleine" Automatik Einzug. Meist nur eine Unterstützung zum Schließen, mehr nicht. Aber wie das so ist, bald kamen weitere Wünsche hinzu: automatisch-öffnend, automatisch-schließend, berührungssensitiv, hygienisch oder mit Zutrittskontrollen.

Schließen und Öffnen eines "Drehflüglers" im Antrieb vereint

Geschichtlich gesehen wurde die Tür mit einem Scharnier schwenkbar. Somit konnte man sie leicht öffnen. Die nächste Forderung lag auf der Hand: die Tür sollte grundsätzlich immer geschlossen sein. Das Schließen musste aber mit wenig oder gar ohne Kraftaufwand möglich sein. Zuletzt müssen dann beide Wege – Öffnen und Schließen – in einem Antrieb vereint werden.

Tormax ist spezialisiert auf die Entwicklung von Türantrieben für Personendurchgänge und hat 1951 die erste elektrohydraulische Drehflügeltür Europas in Davos installiert.

Bei der Entwicklung der neuen Drehflügeltür-Antriebseinheit war die Vorgabe klar: Zu erfinden war ein völlig neuer Antrieb für ein altes Prinzip. Für die Entwickler galt es, gleich mehrere Nüsse zu knacken: kleine Abmessungen, unauffälliges Design, große Kraft, kleiner Motor, hohe Übersetzung, wenig Gewicht, längliche Motoren und niedrige Ansichtshöhe. Außerdem kommt dazu, dass der Kraftfluss um 90 Grad gedreht werden musste: würde man den (länglichen) Motor senkrecht einbauen, so wäre die Drehbewegung zwar in der richtigen Ebene, aber die Form zu hoch.

Kugelgewindetrieb für den Antrieb: kompakt und reibungsarm

Bisher wurden Zahnräder zur Kraftübersetzung verwendet. Beim neuen Antrieb griff man auf ein bewährtes Maschinenelement, die Gewindespindel zurück. Warum? Der Kugelgewindetrieb KGT bietet eine vergleichsweise kleine Reibung und ist kompakt in den Abmessungen – das gab den Ausschlag. Zudem kann man Sicherheit auf elegante Art und Weise mit einbauen: Fällt der Strom aus und der Motor läuft nicht mehr, so muss die Tür leicht von Hand zu öffnen sein. In einem solchen Fall darf der Antrieb – welches System auch immer – keine Selbsthemmung haben.

Bei den Drehflügeltürantrieben von Tormax übernimmt eine Feder das Schließen der Tür. Der konstruktive Clou: Diese Feder stülpte man der runden Spindel einfach über. Damit liegt sie in der gleichen Achse: Kompakte Bauweise, keine Selbsthemmung und kleiner Kraftaufwand, das bot die Spindel.

Teil 2: Reibung der Spindel durch Feinschliff auf Höchstmaß reduzieren

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