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Von der antriebstechnischen Seite her gesehen bot das Öffnen und Schließen der Türe für den Kugelgewindetrieb 14 x 4 keinerlei Schwierigkeiten. Aber: wie sollte die Notöffnung – also das Aufstoßen der Türe von Hand bei Stromausfall – realisiert werden? Hier kehrte sich alles um: Benötigt man zum normalen Betrieb immer eine gewisse Reibung, so ist diese im Notfall "verboten". Hinzu kommt, dass der Antrieb über der Türe angebracht ist – vom Knauf her gemessen etwa 1,5 m entfernt. Laut Hebelgesetz benötigt man damit zur Betätigung schon ein gutes Maß an Kraft.
Reibung der Spindel durch Feinschliff auf Höchstmaß reduzieren
Das Problem war nur gemeinsam zu lösen, eine Zusammenarbeit im wahrsten Sinne des Wortes: einerseits bot Tormax eine konstruktive Verbesserung an, andererseits gelang Eichenberger ein kleiner Schritt hin zu weniger Reibung. Gemeinsam gelang die Lösung des Problems also nur durch das Zusammenlegen der Konstruktionskapazitäten beider Unternehmen.
Oft ist bei der Lösung eines solchen Antriebsproblems von einer konstruktiven Glanzidee zu berichten, aber nicht hier: die Entwickler von Eichenberger optimierten in kleinen Schritten. Doch die Beharrlichkeit führte letztlich zum Erfolg. Wegen der Forderung "Leichtgängigkeit bei Stromausfall" standen die Reibung (und damit die Selbsthemmung der Spindel) der Umkehrung des Kraftflusses (stromloser Rücklauf) entgegen. Doch wie ließ sich die Physik praktisch "überlisten"?
Eichenberger baute eigens zu diesem Zweck einen Prüfstand. Hier wurden die Spindeln Schritt für Schritt "getunt": Schliff – Einbau – Test (Messen der Reibung). War die Reibung noch zu hoch, dann: Feinschliff – Einbau – Test. Ist sie immer noch zu hoch? Dann erneut Feinstschliff – Einbau – Test. Dieser Ablauf wurde solange wiederholt, bis der Rücklauf so leichtgängig war, dass er im Notfall selbst von einem Kind betätigt werden konnte. Selbst heute wird jede Spindel vor der Auslieferung einer 100-prozentigen Prüfung (Reibung) unterzogen.
Auch das Problem des Doppelweges löste der (fast) reibungslose Kugelgewindetrieb, denn das Öffnen und Schließen ist im Prinzip die gleiche Bewegung: Die drehende Spindel verschiebt den Schlitten. Im Handbetrieb "polt" sich lediglich der Kraftfluss um. Im Automatikmodus dreht der Motor und treibt die Spindel an, die Mutter verschiebt sich, die Tür geht auf. Wird dagegen die Tür von Hand aufgestoßen, verschiebt sich die Mutter. Die Spindel und der Motor laufen leer mit.
Moderner Antrieb: klein, zuverlässig, leistungsstark
Für uns Menschen braucht es Türen: Sei es im Einfamilienhaus, im Wohnblock oder im Spital. Bei Neubauten ebenso wie bei Umbauten. Deshalb müssen die Antriebe universell sein. Am Besten wäre ein einziger Antrieb, der für alle Einsatzfälle konfiguriert werden kann. Ein Wunsch, dem die "iMotion Generation" sehr nahe kommen soll.
Der moderne Antrieb muss klein, zuverlässig, leise und leistungsstark sein. Im Prinzip ist es ein PC mit Kraft, der viel kann und durch Konfiguration universell einsetzbar sein muss. Der Trend geht dahin, dass die Türen – vor allem in Neubauten – in ein übergeordnetes Leitsystem (RS 232, Lin-Bus, Can-Bus) eingebunden werden. (mi)
* Bernhard Trösch ist Fachjournalist in Rupperswil (Schweiz)
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