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EMO 2017

Trends für die Produktionstechnik

| Redakteur: Ute Drescher

Die EMO 2017 versteht sich als Innovationsforum und Trendsetter. Was erwartet den Besucher vom 18. bis 23. September 2017 in Hannover?

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(Bild: Deutsche Messe)

Den größtmöglichen Kundennutzen aus der Digitalisierung und Vernetzung der Produktion zu generieren und die Wettbewerbsfähigkeit der Werkzeugmaschinenanbieter damit zu verbessern - darum geht es den Ausstellern auf der EMO 2017, die vom 18. bis 23. September nach vierjähriger Pause wieder in Hannover stattfindet und laut Veranstalter auf eine Rekordbeteiligung zusteuert.

Die zentralen Diskussionsthemen in der Produktionstechnik – Digitalisierung und Vernetzung –beschreibt auch das EMO-Motto „Connecting systems for intelligent production“. Dennoch bleiben auch die klassischen Anforderungen an Werkzeugmaschinen und Fertigungssysteme von herausragender Bedeutung, denn der Kunde will letztlich ein Teil herstellen, produktiv, in hoher Qualität und kosteneffizient. Neue Maschinenkonzepte, verlässliche Komponenten, sichere Maschinensteuerungen sowie intelligente Prozessgestaltung und -steuerung erfüllen diese Anforderungen.

Kostengünstige Standardmaschinen im Blickfeld

So umfasst das Angebot auf der EMO einerseits kostengünstige Standardmaschinen. Einfache Maschinenkonzepte mit vielen Anpassungsmöglichkeiten lassen sich bei Bedarf durch verfügbares Zubehör ergänzen. Wartungsfreundliche Standardkomponenten in robuster Ausführung mit einfacher Bedienung bieten Leistungen, die häufig von Kunden in preissensiblen Märkten nachgefragt werden. So kann etwa die einfache Aufrüstung einer Dreiachsmaschine mit einer vierten Achse, die bei Bedarf angekoppelt wird, Betrieben im Stahlbau, in der einfachen mechanischen Fertigung oder dem universellen Maschinenbau ganz neue Perspektiven am Markt ermöglichen. Standardisierte Konzepte für Teil- und Werkzeugspannung hingegen können die Nebenkosten bei der Anschaffung einer neuen Maschine minimieren.

Produktive Universal- und Sondermaschinen integrieren vielfältige Automatisierungslösungen

Die andere Seite des Angebotsspektrums besteht aus produktiven Universal- und Sondermaschinen für höchste qualitative Ansprüche in der Großserien- und Massenfertigung. Sie integrieren vielfältige Automatisierungslösungen, vom einfachen Palettenwechsel bis zu vollautomatisierten Speicher- und Handhabungssystemen, und stellen günstige Stückkosten durch Komplettbearbeitung und Technologieintegration bei höchster Wiederholgenauigkeit und Verfügbarkeit sicher.

An die beschriebenen Leistungsmerkmale knüpfen neue Möglichkeiten durch Softwareangebote an, um die Prozesse bei den Kunden zu optimieren und Verfügbarkeit und Ausbringung zu erhöhen. Ziel ist es, die anfallenden Daten zu sammeln und nutzbar zu machen. Das können Daten aus der Werkzeugmaschine sein, die eine Grundlage für neue Serviceangebote im Bereich Condition Monitoring und Predictive Maintenance liefern und im besten Falle sogar Hinweise für die künftige Maschinenentwicklung bieten. Das gleiche gilt für Daten, die durch intelligente Werkzeuge generiert werden. Daten aus der Automatisierung und Handhabung schließlich können für die Logistik in der Produktion und Daten aus der Messtechnik und dem Qualitätsmanagement Informationen für die intelligente Prozesssteuerung liefern.

Digitalisierung ist state of the art, jetzt geht es um die Vernetzung

Die EMO-Macher gehen davon aus, dass die EMO Hannover 2017 wichtige Impulse für die Realisierung des vielbesprochenen Konzepts Industrie 4.0 oder Internet of Things (IoT) geben wird. „In der Werkzeugmaschine haben wir die Digitalisierung schon lange realisiert“, sagt Martin Welcker, Generalkommissar der EMO Hannover 2017. „Digitale Abbildungen beispielsweise für Simulationen sind ebenfalls schon länger möglich.“ Unter dem Stichwort Industrie 4.0 geht es nun um die Vernetzung der gesamten Prozess- beziehungsweise der kompletten Wertschöpfungskette.

In einer durchgängig vernetzten Fertigungslinie ist eine flexible Produktion mit optimierten Abläufen möglich, so dass selbst kurzfristige Aufträge in kleinen Losgrößen übernommen werden können. Die komplette Vernetzung der gesamten Produktionslinie mit Echtzeitkommunikation und -regelung bringt den größten Mehrwert für Unternehmen, wenn sie die horizontale Kommunikation vom Auftragseingang bis hin zur Auslieferung realisiert. Innerhalb der Wertschöpfungskette gilt es darüber hinaus, neben den Zulieferern Logistikpartner und Kunden zu vernetzen, um größtmögliche Produktivität, Flexibilität und Effizienz zu erreichen.

Dennoch bleiben viele Herausforderungen bestehen. Stichworte sind beispielsweise Daten sicher halten und übertragen sowie rechtliche Aspekte in Bezug auf Datenbesitz und Datenschutz. Auch hier werden zukunftsweisende Strategien auf der EMO Hannover präsentiert.

„Der Erfindergeist im Produktionsumfeld ist enorm“, findet Martin Welcker. Die EMO Hannover 2017 werde viele konkrete Impulse für den praktischen Einsatz der neuen Lösungen für jeden Bedarf bei sehr verschiedenen Voraussetzungen geben. (ud)

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