Pedelec

Trend: E-Bikes in zehn Jahren

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Ausdifferenzierung des Produktangebots für Frauen?

Werden Frauen eine der Hauptnutzungsgruppen bleiben oder nicht? Sicher, die Tendenz in dieser Gruppe ist steigend. Ebenso wie die jungen Leute gehen Frauen pragmatisch an Transportfragen heran. Nur: Während die Prognosen für PKW-fahrende Männer von Jung bis Alt von einer Abnahme ausgehen, sieht es bei Frauen anders aus. Die Alltagswelten der Geschlechter gleichen sich immer mehr an. Zudem wird Frauen eine tragende Rolle im Arbeitsmarkt vorhergesagt. Sie fahren verstärkt eigene PKWs; selbst bei jungen Frauen ist dieser Trend deutlich sichtbar. Das eigene Auto nimmt sich fast wie ein Nachholbedürfnis aus, das befriedigt sein will. Wie viel Raum da für E-Bikes bleibt, ist abzuwarten. Mit dem Pedelec für die „sorgende Mutter“, werden voraussichtlich nicht die Bedürfnisse der gesamten Zielgruppe befriedigt werden können. Wichtig scheint es, die Produktpalette für Käuferinnen weiter auszudifferenzieren.

Demografischer Wandel kommt E-Bike-Branche entgegen

Gesellschaftlich bedeutet der Wandel sicher eine große Herausforderung. Den entwickelten Industrienationen, wie auch China und Korea werden zum Teil massiv alternde Gesellschaften prognostiziert. In den Schwellenländern verläuft die Entwicklung oft moderater, aber die Tendenz ist auch dort erkennbar.

Ältere Menschen benötigen weniger Mobilität und vor allem entschleunigen sie ihre Wege. Den tritt-gesteuerten Pedelecs kommt dieser Trend entgegen. Schon aktuell sind die Fahrzeuge hauptsächlich auf Senioren ausgerichtet.

Allerdings werden die Senioren der Zukunft in den entwickelten Ländern mobiler und selbstbewusster sein. Weitere Anpassungen an die Nutzungsgruppe sind auch hier gefragt.

Die Politik ist gefragt

Die Politik beschäftigt sich zur Zeit mit vielen offenen globalen wie nationalen Fragen. Aktuelle Probleme werden oft stark fokussiert. Längerfristige Entwicklungen scheinen dabei manchmal an Bedeutung zu verlieren. Zwar werden z.B. mit der Energiewende in Deutschland langfristig zukunftsorientierte Ziele gesetzt. Deren Realisierung nimmt sich aber recht vage aus. Mittel- oder langfristige Planungen scheinen zur Zeit auf Grund der angespannten Lage in großen Teilen der Welt kaum möglich zu sein - eine internationale Zusammenarbeit noch weniger. Die Rio+20-Konferenz zeitigte für viele eher enttäuschende Ergebnisse, ebenso wie die Folgekonferenz in Doha. Nicht desto trotz setzt sich das Wissen mehr und mehr durch, dass die Worthülse „nachhaltige Entwicklung“ endlich mit Leben gefüllt werden sollte. Ein Beispiel für das Vorgehen der Politik sei hier noch aufgezeigt: Die deutsche Regierung verkündete unlängst, sie müsse ihre Ausgaben für die Verkehrsinfrastruktur drastisch kürzen. Zugleich tätigen viele Gemeinden Investitionen, um den Radverkehr zu stärken. Positive wie negative Entwicklungen scheinen parallel zu laufen.

In China sind E-Bikes bereits ein ernstzunehmendes Transportmittel. Durch die zu erwartenden Entwicklungen haben sie auch in Europa das Potenzial dazu, sich dorthin zu entwickeln - insbesondere das Pedelec-Prinzip. Die Chance kann allerdings nur genutzt werden, wenn die Branche sich früh genug mit den kommenden Zielgruppen beschäftigt und ihnen mit passenden Fahrzeug-Konzepten entgegenkommt. (ud)

* Die Industriedesignerin Johanna Tiffe aus Berlin befasst sich seit 2001 mit dem Thema LEVs. Ihr Projekt „ebikeP23“ setzt sich mit technischen und gesellschaftlichen Entwicklungen von E-Bikes in der kommenden Dekade auseinander. Weitere Informationen zum Projekt finden sie auf ihrem Blog: blog.formf.de

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