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Milliardenverluste Thyssenkrupp plant Abbau von weiteren 5.000 Stellen

Redakteur: Katharina Juschkat

Aufgrund von massiven Verlusten im Geschäftsjahr 2019/2020 plant Thyssenkrupp, den Stellenabbau um 5.000 weitere Stellen auszuweiten. Auch für das kommende Jahr rechnet der Konzern mit Verlusten.

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Nach milliardenschweren Verlusten plant Thyssenkrupp die Streichung weiterer 5.000 Stellen.
Nach milliardenschweren Verlusten plant Thyssenkrupp die Streichung weiterer 5.000 Stellen.
(Bild: Thyssenkrupp)

Thyssenkrupp plant aufgrund von milliardenschweren Verlusten den Abbau von weiteren 5.000 Stellen. Aufgrund des geplanten Konzernumbaus hatte das Unternehmen bereits im Mai 2019 einen Stellenabbau von 6.000 Stellen angekündigt. Die insgesamt 11.000 Stellen sollen in den kommenden drei Jahre gestrichen werden, 3.600 Stellen sind bereits abgebaut, teilt das Unternehmen mit.

Milliardenverluste im vergangenen Geschäftsjahr

Im Geschäftsjahr 2019/2020 hat Thyssenkrupp hohe Verluste geschrieben. Der Auftragseingang ging um 17 Prozent zurück, der Umsatz um 15 Prozent auf 28,9 Milliarden Euro. Vor allem der Geschäftsbereich Steel Europe ist deutlich zurückgegangen. Die Sparte hatte bereits Anfang des Geschäftsjahres mit einer sinkenden Nachfrage aus der Automobilindustrie zu kämpfen. Zusammen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie ging der Umsatz um 20 Prozent zurück, was einem Verlust von -946 Millionen Euro entspricht. Wie es mit dem angeschlagenen Stahlbereich weitergeht, will das Unternehmen voraussichtlich im Frühjahr 2021 entscheiden. Auch der Bereich Automotive Technology musste große Verluste und deutliche Nachfragerückgänge hinnehmen.

Positive Auswirkungen auf die Bilanz hatte der Verkauf des Aufzuggeschäfts, wodurch der Konzern rund 15 Milliarden Euro Gewinn erzielen konnte.

Die nächsten Schritte können schmerzhafter werden als die bisherigen. Wir werden sie dennoch gehen müssen.

Vorstandsvorsitzende Martina Merz

Betriebsbedingte Kündigungen nicht ausgeschlossen

Der Personalvorstand Oliver Burkhard erklärt: „Wir befinden uns mitten im größten Restrukturierungsprozess seit Bestehen von Thyssenkrupp. Dazu gehört auch ein weiterer Stellenabbau, daran führt leider kein Weg vorbei. Betriebsbedingte Kündigungen sind nach wie vor die Ultima Ratio. Wir können sie im Moment aber nicht ausdrücklich ausschließen.“

Für das kommende Geschäftsjahr rechnet das Unternehmen mit einem Verlust im mittleren dreistelligen Millionen-Bereich. Vorstandsvorsitzende Merz erklärt: „Wir werden noch weiter in den ‚roten Bereich‘ gehen müssen, ehe wir Thyssenkrupp zukunftsfähig aufgestellt haben. Es gibt nach wie vor keine Sicherheit darüber, wie es mit der Corona-Pandemie weitergeht.“

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