Spindel-Lineartisch Spindel-Lineartische und Führungen von igus im Camper-Einsatz

Redakteur: Karl-Ullrich Höltkemeier

Der Schlaf-Alkoven des Wohnwagen-Prototyps „Zoom“, den Ross Design entwickelt und gebaut hat, lässt sich um 1,32 Meter auf insgesamt 5,22 Meter ausschieben. Dazu tragen Spindel-Lineartische aus der drylin-Serie von igus ihren Teil bei.

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Beim „Zoom“ lässt sich der Alkoven über die Deichsel ausschieben. So wird der Wohnwagen zum Raumwunder.
Beim „Zoom“ lässt sich der Alkoven über die Deichsel ausschieben. So wird der Wohnwagen zum Raumwunder.
(Bild: igus)

Beim Fahren sehr kompakt, auf dem Campingplatz ganz geräumig: Das ist, auf den Punkt gebracht, die zentrale Eigenschaft des Wohnwagen-Prototyps „Zoom“, von Ross Design. Der Schlaf-Bereich lässt sich um 1,32 Meter auf insgesamt 5,22 Meter ausschieben, und auch sonst bietet der Caravan echte Innovationen. Dazu tragen Spindel-Lineartische aus der drylin-Serie von igus ihren Teil bei.

Wie der Name „Zoom“ schon erahnen lässt, besitzt dieses Konzept, das Martin Ross zunächst am CAD-Rechner erdacht und dann in die Praxis umgesetzt hat, eine bewegliche Komponente, wobei diese Beschreibung eher untertrieben ist. Auf dem Campingplatz angekommen, kann der Camper einfach über einen Elektromotor den gesamten Schlaftrakt über die Anhängerkupplung hinweg ausschieben und gewinnt dann nicht nur 1,32 Meter mehr nutzbare Länge, sondern einen Alkoven mit einem höchst geräumigen Doppelbett von 1,60 x 2,05 Metern, das weder der Sitzgruppe noch der Küche im Weg ist.

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Um eine solche Lösung zu konstruieren, muss man nicht nur eine innovative Idee haben, sondern sie auch bis ins Detail umsetzen können. Und man muss die Zulieferer kennen, die die nötigen Komponenten liefern.

Was die tragende Struktur, die Einbauten und das gesamte Caravan-Interieur betrifft, hat Ross Design das nötige Know-how im Hause. Denn das Unternehmen gehört zur Vöhringer Gruppe, die zu den führenden Zulieferern für Inneneinrichtungen von Wohnmobilen und Caravans gehört und dabei Holz und Polyurethan (PU) auf vielfältige Weise verarbeitet und veredelt.

Spindel-Lineartische und Führungen von igus

Der Großteil der verbauten Komponenten stammt aus eigenem Hause. Antrieb und Führungssystem für das Ausschieben des Alkovens kommen aber von externen Zulieferern. Bei den Linearsystemen arbeitet Ross nicht nur beim „Zoom“ mit igus zusammen und setzt hier einen Dreipunkt-Antrieb ein.

Martin Ross: „Der Antrieb sitzt mittig unter der ausschiebbaren Einheit; für die Führung sorgen zwei Aluprofile, die seitlich oberhalb des Alkovens angebracht sind. So kann kein Schieflauf entstehen.“

Als Zentralantrieb kommt ein Spindel-Lineartisch vom Typ drylin SLW zum Einsatz. Diese Linearachsen mit Trapezgewinde (auch Steilgewinde und Zahnriemen sind lieferbar) benötigen keine Schmierung, weil der Schmierstoff in die Gleit- und Führungselemente aus dem Werkstoff iglidur J inkorporiert ist. Diese Elemente bilden mit der Welle aus hartanodisiertem Aluminium eine hervorragende Gleitpaarung.

Einfache Integration in die Umgebungskonstruktion

Die drylin SLW-Linearachsen können sehr einfach in die Umgebungskonstruktion integriert werden. Sie sind kompakt gebaut und bieten eine hohe Verwindungssteifigkeit. Der Antrieb lässt sich über Handrad oder Motoren realisieren. Auf der Messe verwendete man für diese Aufgabe einfach und publikumswirksam einen Akkuschrauber. Für den Serieneinsatz empfiehlt sich ein Elektromotor aus dem umfassenden igus-Programm. Auch Motoren anderer Hersteller können mit dem bei igus ebenfalls angebotenen Zubehör problemlos angebunden werden. Auch die Alu-Führungen, die Ross Design für das „zoombare“ Schlafabteil verwendet, stammen aus dem igus-Programm.

Das macht Spaß: Küche für drinnen und draußen

Der ausschiebbare Alkoven ist aber bei weitem nicht die einzige Innovation des „Zoom“. Ebenso durchdacht und neu ist das Konzept der Küche. Sie befindet sich im Heck und kann einfach in eine Freiluftküche verwandelt werden, indem man die große Heckklappe aufschwingt. „Moment“, wird da der aufmerksame Leser denken, „von außen wird aber niemand die Küche bedienen können, weil sie dann weit über der Arbeitshöhe schwebt.“

Das ist prinzipiell richtig gedacht. Aber Ross Design hat einen beweglichen Küchenblock entworfen, der an zwei seitlichen Spindelachsen in der Vertikalachse verfährt. Wer draußen kochen möchte – „und das Leben findet beim Camping sowieso draußen statt“, wie Martin Ross anmerkt –, der fährt die Küche einfach ein wenig nach unten.

Und wenn man den Küchenblock ganz in die Höhe fährt, kann man Fahrräder oder Kanus durch die große Heckklappe einladen. Auch hier sorgen wieder igus-Spindelantriebe vom Typ drylin SLW für die nötige Beweglichkeit.

Allerdings handelt es sich um zwei parallel laufende Spindelantriebe an jeder Seite des Küchenblocks, die die über eine Steuerung synchronisiert werden. Dabei bedient sich Martin Ross aus einem bewährten Antriebsbaukasten der Automobilindustrie: Schließlich laufen die beiden Scheibenwischer auf der Windschutzscheibe auch synchron.

Ross Design ist, wenn man so will, nicht nur das Design-Haus, sondern der „Think tank“ der Vöhringer Gruppe. „Wir möchten den Wohnwagenherstellern mit diesen Ideenträgern unkonventionelle Lösungen für künftige Camper-Generationen vorstellen und zeigen, was mit modernen Werkstoffen und moderner Technik machbar ist.“

Einige dieser Ideen haben mit intelligentem Werkstoffeinsatz zu tun, andere – und das sind die zentralen Innovationen des „Zoom“ – mit Beweglichkeit und Variabilität. Dass die Designer hier auf Komponenten von igus zurückgreifen, ist letztlich einem Zufall zu verdanken. Martin Ross: „Vor drei Jahren suchten wir nach einem Rundtischlager für das Schwenkelement einer neuen Caravan-Küche. Ich stieß im Internet auf igus und rief dort an.“

Schneller und persönlicher Service inklusive

Was dann folgte, war aus Sicht des Interessenten durchaus erstaunlich: „Wir bekamen keine Prospekte zugeschickt, sondern der zuständige Außendienstler von igus kam vorbei, schaute nach, was wir brauchen und besorgte uns die Bauteile.“ Diese Art der Zusammenarbeit schätzt Martin Ross: „Genauso arbeiten wir auch – schnell und ohne große Formalitäten. Weil wir in einem sehr kleinen Team tätig sind, haben wir auch gar nicht die Zeit, uns ausgiebig um den Einkauf und die Verwaltung zu kümmern. Praktisch ist für uns auch, dass die Preise der Lager- und Antriebselemente im Internet einsehbar sind.“ Und seit Adrian Belke den igus-Außendienst im äußersten Südwesten Deutschlands übernommen hat, ist die Zusammenarbeit nochmals schneller geworden: Belke wohnt quasi direkt „um die Ecke“.

Natürlich „passen“ aus Sicht von Ross Design nicht nur die Art der Zusammenarbeit, sondern auch die Komponenten selbst. Martin Ross: „Die igus-Produkte sind für uns ideal, weil sie kosteneffektiv, korrosionsbeständig und wartungsfrei sind.“ Das gilt nicht nur für die Gleitlager und die Linearantriebe. Ross Design hat in anderen Prototypen auch schon Energieketten aus dem igus-Programm eingesetzt.

igus stellt aus auf der EMO (Halle 25, Stand B14) und Motek (Halle 3, Stand 310) aus. (hö)

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