Nanostrukturen

Speicher für die Ewigkeit

| Autor: Katharina Juschkat

Die aus dem nanostrukturierten Glas bestehenden Speicher sollen nach Angaben der Forscher gigantische Datenmengen für Millionen von Jahren speichern.
Die aus dem nanostrukturierten Glas bestehenden Speicher sollen nach Angaben der Forscher gigantische Datenmengen für Millionen von Jahren speichern. (Bild: University of Southhampton)

Wissenschaftler der Universität Southhampton haben einen Speicher entwickelt, der bis zu 360 Terabyte Daten über 13,8 Millionen Jahre speichern kann.

Moderne Speichermedien haben bis heute einen entscheidenden Nachteil: Ihre Lebensdauer. Der Nutzer glaubt seine Daten auf einer Festplatte, einem USB-Stick oder einer CD als sicher – allerdings nur für eine erschreckend kurze Zeit: USB-Sticks halten etwa 10 bis maximal 30 Jahre, auch CDs verabschieden sich schon nach etwa 5 bis 10 Jahren – und Festplatten, die täglich im Einsatz sind, haben je nach Betriebsdauer nur eine Lebenszeit zwischen 2 und 10 Jahren. Was für den Privatgebrauch noch genügen mag, stellt Archive weltweit vor das Problem der sinnvollen Langzeitarchivierung.

„Superman Memory Crystal“ ist beinahe unsterblich

Wissenschaftler der Universität Southhampton haben jetzt eine Glasscheibe entwickelt, auf der sich bis zu 360 Terabyte Daten speichern lassen – und das laut den Forschern über einen fast unbegrenzten Zeitraum. Das Speichermedium soll Temperaturen bis zu 1000 °C widerstehen. Bei einer konstanten Temperatur von 190 °C soll der Speicher noch eine Lebenszeit von 13,8 Millionen Jahre haben, was ihn bei Raumtemperatur beinahe unsterblich macht.

Mit einem Laser werden Daten auf mehreren Ebenen in die Nanostruktur der zwei-Euro-Stück-großen Scheibe geschrieben. Die Informationen sind in fünf Dimensionen codiert: Größe und Ausrichtung sowie die dreidimensionale Position der Nanostrukturen. Die Wissenschaftler bezeichnen den Speicher auch als„Superman Memory Crystal“, angelehnt an die Speicherkristalle aus den Superman-Filmen.

Professor Peter Kazansky vom Optoelectronics Research Centre der Universität Southhampton erklärt: „Es ist aufregend, sich zu überlegen, dass wir die Technologie entwickelt haben, um Daten und Informationen für zukünftige Generationen zu erhalten. Diese Technologie kann den Nachweis unserer Existenz sichern: Alles, was wir gelernt haben, wird nicht vergessen.“

Jetzt sucht das Forscherteam nach Partnern in der Industrie und Wirtschaft, um ihre bahnbrechende Entwicklung marktreif zu machen. (kj)

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 43939171 / Prototypen)