Schraube Sonderschrauben nach Kundenwunsch
Die Zunft der Schraubenhersteller gilt überwiegend als altbacken. Doch die Geschichte von Schuster Sonderschrauben aus Brachbach ist alles andere als langweilig.
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Die Geschichte von Schuster Sonderschrauben hat vor mehr als 40 Jahren begonnen. Werner Schuster, ein gelernter Dreher, experimentiert neben seiner Schicht an der heimischen Werkbank mit der Herstellung von Sonderschrauben. Schuster findet bald interessierte Abnehmer, die seine schnelle und immer termingerechte Lieferfähigkeit schätzen. 1971 wagt er den Schritt in die Selbstständigkeit. Mit einem hohen Automatisierungsgrad gestaltet er die Abläufe derart produktiv, dass er in kurzer Zeit große Stückzahlen liefern und Preisvorteile erzielen kann, die er an seine Kunden weitergibt.
Spezialisiert auf die Herstellung von Dehnschrauben nach DIN 2510
1978 verdoppelt Schuster die Produktionsfläche. Doch auch diese reicht bald nicht mehr aus. Daher zieht er 1982 mit seinem Unternehmen von Niederfischbach nach Brachbach um, wo er aus einer Insolvenzmasse eine 2000 m² große Halle erworben hat. Zu diesem Zeitpunkt zählt das Unternehmen vier Mitarbeiter. Schuster Sonderschrauben hat sich auf die Herstellung von Dehnschrauben nach DIN 2510 spezialisiert. Diese Schrauben eignen sich besonders für Flanschverbindungen, die durch wechselnde Betriebskräfte und Temperaturen stark beansprucht werden, wie beispielsweise in Raffinerien oder im Anlagen- und Turbinenbau. In diesen Branchen sind Störfälle und Stillstände sowie Betriebsunfälle besonders teuer beziehungsweise extrem gefährlich. Wenn eine Schraube hier nicht das hält, was sie verspricht, können die Folgen katastrophal sein. Mit dem Fokus auf der hohen Qualität seiner Produkte und auf termingerechten sowie flexiblen Lieferungen erarbeitet sich Schuster über die Jahre langfristige Kundenbeziehungen. Die Geschäfte laufen gut, das Wachstum ist gemäßigt.
3,5 Millionen Schrauben, Bolzen und Muttern pro Jahr
Dieser Zustand ändert sich 1997 mit dem Eintritt von Schusters Sohn Bernd in die Geschäftsführung. Die Entwicklung des Unternehmens nimmt rasant an Fahrt auf. Unter Bernd Schuster steigt der Umsatz, das Unternehmen erreicht bald die Größe von 25 Mitarbeitern, von denen Schuster Junior zunächst glaubt, dass sie alle Prozesse zufriedenstellend abdecken können. Heute beschäftigt er 70 Mitarbeiter, die pro Jahr 3,5 Millionen Schrauben, Bolzen und Muttern herstellen und einen Umsatz von 17 Millionen Euro (2011) erwirtschaften. Das ist etwa zehn Mal so viel wie vor 14 Jahren. Was hatte Bernd anders gemacht als sein Vater? "Eigentlich nichts", sagt der 40-jährige. "Eigentlich haben wir genauso weitergemacht wie zuvor: Keine Erweiterung der Produktpalette, keine Erschließung neuer Kundensegmente." Und tatsächlich ist Bernd Schuster bei den Leisten geblieben, auf die bereits Schuster Senior gesetzt hatte. "Wir haben lediglich das, was unser Unternehmen ausmacht, und die Leistungen, die wir schon immer zusätzlich geboten haben, in Werte und konkrete Service-Leistungen gegossen", erzählt Bernd Schuster. So wurden aus der traditionellen Lieferfähigkeit und Termintreue die Dienstleistungen "Fix It" und "Fix It+". Mit diesen garantiert Schuster seinen Kunden die Warenlieferung zu einem festgelegten Termin bzw. das Eintreffen der Ware an einem vom Kunden bestimmten Ort zu einem festgelegten Zeitpunkt.
Mit der Dienstleistung "Task Force", die aus der Orientierung an Kundenbedürfnissen entstanden ist, steht Schuster seinen Kunden bei wichtigen Projekten auch an Wochenenden und Feiertagen rund um die Uhr zur Verfügung. Mit dem Schuster Online Service System (OSS) setzte das Unternehmen sein Bedürfnis der absoluten Transparenz gegenüber dem Kunden ebenfalls in eine Service-Leistung um. Ähnlich wie bei großen Logistikunternehmen, kann der Kunde über das System jederzeit online den Status seiner Bestellung verfolgen.
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