Stoßdämpfer

Ski-Training optimieren durch Industrietechnik

| Redakteur: Bernhard Richter

Trainigsgeräte helfen Skicrossern und -springern, ihre Technik zu verbessern.
Trainigsgeräte helfen Skicrossern und -springern, ihre Technik zu verbessern. (Bild: Skicross_Arosa / Andres Passwirth gemeinfrei / CC CC0 3.0 / CC0)

Skicross und Ski-Fliegen sind zwei spektakuläre Sportarten, die bei den Olympischen Spielen dieses Jahr Pyeongchang am Start waren. In beiden Disziplinen kommen Lösungen von ACE an Olympiastützpunkten für das Starttraining zum Einsatz. ACE zeigt, wie gut sich bestehende Konstruktionen in Windeseile optimieren lassen.

Überholmanöver sind beim Skicross auf anspruchsvollen Strecken voller Steilkurven und Sprüngen alles andere als einfach. Die Startphase wird deswegen auch in den Sommermonaten immer und immer wieder geübt. Um hohe Wiederholungszahlen zu ermöglichen, gibt es dementsprechende Trainingsgeräte.

Ein solches Gerät haben auch Mitarbeiter unter der Leitung von Prof. Christian Raschner am Institut für Sportwissenschaft in Innsbruck hergestellt. In seiner Mitte des bettgestellähnlichen Konstrukts ist eine Platte mit Skibindungen befestigt. Außerdem ist noch ein Schlitten angebracht, der auf beiden Seiten einen guten Meter in die Höhe ragt. An seinem vertikalen Ende sind zwei Griffe montiert, mit denen der trainierende Skifahrer den 36 kg schweren Schlitten nach hinten wegdrücken kann. Als Testpersonen das Startgerät erstmals nutzten, gab es Probleme mit der Konstruktion: Zum einen raste der Schlitten mit einer solchen Wucht in die Endlage, dass über kurz oder lang mit Schäden zu rechnen war. Zum anderen musste während der ersten Tests ständig eine zweite Person beim Halten mithelfen, damit sich das Trainingsgerät nicht selbstständig machte. An diesem Punkt des Projekts wurde die ACE Stoßdämpfer GmbH um Hilfe gebeten.

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Starttraining abgedämpft

Initial wurde die kinetische Energie, die absorbiert werden muss, berechnet. Bei Geschwindigkeiten von 8 m/s bzw. 10 m/s ergaben sich bei einer bewegten Masse von 36 kg bei 10 m/s Stützkraftwerte von ca. 38.000 N und bei 8 m/s von ca. 25.000 N. Auf dieser Grundlage wählte der am Institut für Sportwissenschaft in Innsbruck arbeitende gelernte Maschinenschlosser Mario Lazzeri zum Schutz der Endlagen zwei ACE Industriestoßdämpfer des Typs MA4575EUM aus, wovon jeder 1300 Nm pro Hub aufnehmen kann und ausreichende Sicherheitsreserven bietet. Bei einem Eigengewicht von 1,6 kg sind die Dämpfer in der Lage, effektive Massen in einem Bereich von 70 kg bis 15 t abzubauen und das bei einer Kolbenrückstellzeit von 0,11 s. Normalerweise eher in der Automation, bei Handlingaufgaben oder an Drehmodulen genutzt, sorgen diese Dämpfer nun für eine stabile Trainingshilfe der Skicrosser. Da die Konstruktionselemente mit neuester Dichtungstechnik, gehärtetem Führungslager und integriertem Festanschlag versehen sind, kann beliebig oft trainiert werden, ohne dass in absehbarer Zeit ein Austausch nötig wäre.

Je nach Leistungsvermögen der Springer werden im Training verschiedene Anlauflängen getestet und die dank der Industriegasfedern unterstützten Startbalken entsprechend gehoben. Im Wettbewerb gilt für alle Sportler die gleiche Anlauflänge. Hier im Bild geben die Ziffern die Nummern der Startgates an
Je nach Leistungsvermögen der Springer werden im Training verschiedene Anlauflängen getestet und die dank der Industriegasfedern unterstützten Startbalken entsprechend gehoben. Im Wettbewerb gilt für alle Sportler die gleiche Anlauflänge. Hier im Bild geben die Ziffern die Nummern der Startgates an (Bild: Skiclub Hinterzarten)

Für Skispringer Startbalken optimiert

Die große Auswahl an Stoßdämpfern von ACE erwies sich auch an den Sprungschanzen des Skiclubs Hinterzarten im Schwarzwald als Vorteil für das Training. Springer müssen hier – nacheinander und mit Sicherheitsabstand – die Schanzen nutzen. Auch muss die Absprunglänge stets den Leistungsfähigkeiten der Springer und der jeweils herrschenden Witterung angepasst sein.

Um trotz der unterschiedlichen Ausgangsleistungen und verschiedener Windbedingungen ähnliche Weiten zu erzielen, dienen die Anfahrtslänge und die daraus resultierende Geschwindigkeit am Ende des Schanzentischs als ausgleichende Elemente. Daher sind am Anlaufturm Starttore mit vier mobilen Startbalken vorhanden. In der Grundstellung steht der Balkenarm hoch. Zum Einstieg in den Anlauf wird der Balken nach unten gedrückt. Fährt der Springer los, wird der Balkenarm durch Gasdruckfedern wieder zurückgestellt.

Dieses System erleichtert den Trainingsbetrieb ungemein, manuelles Anheben oder Versetzen der Balken ist nicht mehr nötig. Die an der Sprungschanze eingebauten Typen weisen einen Umfang von 22 mm und einen Hub von 200 mm auf. 100.000 Hübe Laufleistung ist selbst für regen Trainingsbetrieb mehr als ausreichend. Bei einem Eigengewicht von 415 g und einer Gesamtlänge von 464 mm bieten sie bis zu 1300 N Ausschubkraft. Für die vorliegende Anwendung wurden sie auf 200 N begrenzt, entsprechend befüllt, ausgeliefert und montiert, was im Betrieb kaum Muskelkraft der Sportler beim Schließen der Startbalken fordert.

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