Gezeitenturbine

Siemens verstärkt sich im Geschäft mit Meeresenergie

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Marine Current Turbines (MCT) hat mit SeaGen in Strangford Lough in Nordirland bereits ein Demonstrationsprojekt in kommerziellem Maßstab erfolgreich umgesetzt. Seit November 2008 erzeugen zwei Axial-Turbinen mit einer Gesamtleistung von 1,2 Megawatt (MW) Strom und versorgen damit rund 1.500 Haushalte. SeaGen hat bislang bereits mehr als drei Gigawattstunden elektrischer Energie ins Netz eingespeist. Gemessen an der Stromerzeugung ist dies bisher das größte Gezeitenturbinenprojekt. Weitere Projekte sind in der Planungsphase: das 8-Megawatt-Vorhaben Kyle Rhea in Schottland und das 10-Megawatt-Projekt Anglesey Skerries in Wales.

"Das Management und die Mitarbeiter freuen sich über die Übernahme durch Siemens, da dies unsere Leistungen der vergangenen Jahre unterstreicht," sagte Andrew Tyler, CEO von MCT.

Gezeitenturbinen nutzen die Strömung von Ebbe und Flut

Gezeitenturbinen nutzen die durch Ebbe und Flut verursachten Meeresströmungen, um mithilfe von im Wasser angebrachten Rotoren Strom zu erzeugen. Die Turbine des Typs SeaGen steht an einem Mast frei in der Strömung. Die Funktionsweise ähnelt der einer Windturbine, wobei die Rotorblätter im Meer von der Wasserströmung angetrieben werden. Das strömende Wasser hat eine um den Faktor 800 höhere Energiedichte als Wind. Zweiflügelige Rotoren drehen sich infolge des Gezeitenstroms und richten sich – dank der um 180 Grad drehbaren Blätter – optimal nach der Strömungsrichtung und -geschwindigkeit aus. Ein wesentlicher Vorteil der Gezeitenkraft ist, dass die Stromproduktion aufgrund der Gezeitenzyklen zuverlässig planbar ist.

Gezeitenturbinen sind Teil des Siemens-Umweltportfolios, mit dem das Unternehmen im Geschäftsjahr 2011 einen Umsatz von rund 30 Milliarden Euro erzielte. Das macht Siemens zu einem der weltweit größten Anbieter von umweltfreundlicher Technologie. Kunden haben mit entsprechenden Produkten und Lösungen des Unternehmens im selben Zeitraum fast 320 Millionen Tonnen Kohlendioxid (CO2) eingespart, das ist so viel wie Berlin, Delhi, Hongkong, Istanbul, London, New York, Singapur und Tokio in Summe an CO2 jährlich ausstoßen. (ud)

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