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Werkstoffe Sieben Neuheiten aus dem Bereich Werkstoffe

Redakteur: Lilli Bähr

Vom Hartmetall für biokompatible Werkzeuge über ein neues Plasmaverfahren für langlebige Lackierungen bis hin zum neuen Sinterwerkstoff mit stark reduziertem Kobaltgehalt – Wir zeigen Ihnen sieben Neuheiten aus dem Bereich Werkstoffe.

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Ceratizit bietet ab sofort 15 nach DIN EN ISO 10993-5 zertifizierte, nicht zytotoxische Hartmetall- und Cermetsorten für biokompatible Medizin- und Dentalwerkzeuge an.
Ceratizit bietet ab sofort 15 nach DIN EN ISO 10993-5 zertifizierte, nicht zytotoxische Hartmetall- und Cermetsorten für biokompatible Medizin- und Dentalwerkzeuge an.
(Bild: Ceratizit)

1. Für biokompatible Werkzeuge

Die Hartmetall- und Cermetlösungen von Ceratizit sollen mit ihrer Härte, Zähigkeit, Bruchsicherheit, Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit herkömmlichen Stahlprodukten überlegen sein. Doch im Bereich der Medizinprodukte spielt nicht nur die Leistungsfähigkeit eine Rolle. Im Fokus steht die Sicherheit der Patienten, die unbedingt gewährleistet sein muss. Das Unternehmen bietet seinen Kunden in der Medizinindustrie ab sofort 15 nach DIN EN ISO 10993-5 zertifizierte, nicht zytotoxische Hartmetall- und Cermetsorten für biokompatible Medizin- und Dentalwerkzeuge an. Die Prüfung auf In-vitro-Zytotoxität erfolgte durch das akkreditierte Prüflaboratorium Creamedix GmbH.

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2. Schneller und sauberer mit Steel-Grit

50 % weniger Strahlzeit und Materialverbrauch und ein sichtbar besseres Ergebnis. Das war das Resultat einer Strahlmittelerprobung von KST Kugel-Strahltechnik. Das Unternehmen hatte verzunderte Schmiedeteile auf einer Muldenband-Strahlanlage mit Drahtkorn (geschnittener Stahldraht) und alternativ mit Steel-Grit bearbeitet – dabei schnitt das Grit deutlich besser ab. Dieser Qualitätsunterschied zeigt sich besonders bei feinen Gravuren bzw. Herstellerabzeichen auf den Bauteilen. Die Ursache liegt im Betriebsgemisch: Drahtkorn hat einen geringeren Anteil an Fein- und Mittelkörnern wie Steel-Grit. Gerade diese Körner sollen aber die Reinigungsleistung von filigranen Konturen optimieren.

3. Für langlebige Lackierungen

Ob Automobilbau, Transport, Weiße Ware oder Bauelemente: Für eine langzeitstabile Haftung von Lacken auf Kunststoffen sowie eine makellose Optik ist eine effektive Oberflächenvorbehandlung erforderlich. Das Openair-Plasma von Plasmatreat soll in einem Prozessschritt eine optimale Feinstreinigung und gleichzeitig eine gezielte Aktivierung der Oberfläche realisieren. Kontaminationen werden so konsequent entfernt und die Oberflächenenergie erhöht. Das Resultat ist eine verbesserte Benetzbarkeit, ohne den Einsatz nass-chemischer Substanzen. Die Plasmaaktivierung kann bei großformatigen Teile sowie bei ortsselektiver Behandlung komplexer Bauteile angewendet werden.

Seminartipp

Das Seminar Systematische Werkstoffauswahl vermittelt die Beziehung zwischen Werkstoffherstellung, Werkstoffstruktur und den daraus resultierenden Materialeigenschaften. Ziel ist es, eine gesamtheitliche Darstellung des Werkstoffauswahlprozesses vorzustellen, ausgehend von der Erstellung eines Anforderungsprofils, der Vorauswahl bis hin zur Feinauswahl und Risikobetrachtung.

4. Mit hoher Flammwidrigkeit

Die endlosfaserverstärkten thermoplastischen Verbundwerkstoffe Tepex von Bond-Laminates zeigen auch ohne Flammschutzadditive eine gute Brandwidrigkeit, die ihre Ursache im speziellen Aufbau der Halbzeuge hat. Das ist das Ergebnis von umfangreichen Untersuchungen und Prüfungen, die die Lanxess-Tochtergesellschaft mit Blick auf typische Anwendungen und Einbausituationen von Tepex durchgeführt hat. Die Tests ergaben laut Unternehmen auch, dass sich die Composites gut für Strukturbauteile und Gehäusekomponenten in Hochvolt-Batterien von Elektrofahrzeugen eignen, die aus Sicherheitsgründen eine sehr hohe Flammwidrigkeit mitbringen müssen.

5. Materialangebot erweitert

Covestro baut sein Materialangebot in der Gesundheitsbranche weiter aus. Das Unternehmen führt zwei Polycarbonat-Familien in medizinischer Qualität ein. Die neuen reibungsarmen Komponenten sollen sicher stellen, dass Injektionen zuverlässig und glatt verlaufen. Um die hohen Anforderungen an eine geringe Reibung zu erfüllen, führt das Unternehmen drei neue Polycarbonate für medizinische Anwendungen in den Markt ein: Makrolon M204 LF, Makrolon M402 LF und Makrolon M404 LF.

Das Unternehmen entwickelte auch neue glasfasergefüllte Polycarbonate für Drug Delivery Devices sowie für chirurgische Anwendungen, die Steifigkeit und Festigkeit erfordern.

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6. Reduzierter Kobaltgehalt

Tenneco hat einen neuen Sinterwerkstoff entwickelt, der hohe Verschleißfestigkeit bei stark reduziertem Kobaltgehalt bietet. Das neue Material soll Motorenherstellern helfen, der begrenzten Verfügbarkeit von Kobalt zu begegnen. Profitieren sollen v.a. Hochtemperatur-Applikationen, die klassischerweise auf Kobalt angewiesen sind, um die Verschleißfestigkeit in hohen Temperaturbereichen zu gewährleisten, etwa hochbelastete Turbolader-Wastegate-Wellen und AGR-Ventile. Untersuchungen mit einer alternativen Rezeptur von Sinterstahl haben gezeigt, dass der Kobaltgehalt in den Sinterwerkstoffen reduziert werden kann, ohne die Verschleißfestigkeit zu beeinträchtigen.

7. Portfolio erweitert

Der Kunststoff-Distributor Resinex hat sein Portfolio in Deutschland, Österreich und der Schweiz um die elektrisch leitfähigen Pre-Elec-Compounds von Premix erweitert. Diese sind auf Basis verschiedener Standard- sowie technischer Thermoplaste verfügbar und je nach Füllgrad elektrisch leitend oder elektrostatisch dissipativ.

Typische Anwendungen für Pre-Elec sind Komponenten für explosionsgeschützte Bereiche, das Handling sensibler elektronischer Bauteile oder Reinräume. Pre-Elec-Compounds sind laut Unternehmen für verschiedene Verarbeitungsverfahren wie Spritzguss, Extrusion oder Blasformen geeignet.

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