Sensorik Sick verzeichnet leichten Umsatzrückgang

Redakteur: Sariana Kunze

Der Sensorhersteller Sick konnte das Geschäftsjahr 2020 mit einem Umsatzrückgang von 2,9 Prozent nahezu auf Vorjahresniveau abschließen. Besonders in der Logistkautomation machte sich ein Corona-Effekt bemerkbar: Starke Zuwächse waren die Folge.

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„Durch den Anstieg des Paketvolumens sowie dem wachsenden Automatisierungsbedarf spüren wir besonders im Bereich der Logistikautomation einen Corona-Effekt“, sagt Dr. Roboter Bauer, Vorstandsvorsitzender von Sick, anlässlich der Bilanzpressekonferenz.
„Durch den Anstieg des Paketvolumens sowie dem wachsenden Automatisierungsbedarf spüren wir besonders im Bereich der Logistikautomation einen Corona-Effekt“, sagt Dr. Roboter Bauer, Vorstandsvorsitzender von Sick, anlässlich der Bilanzpressekonferenz.
(Bild: Sick)

Im Rahmen der Bilanzpressekonferenz von Sick gab der Vorstandsvorsitzende Dr. Robert Bauer die Umsatzentwicklung für das Geschäftsjahr 2020 bekannt. Der Konzern verzeichnete einen leichten Umsatzrückgang von 2,9 Prozent auf 1,7 Milliarden Euro. Nachdem im Frühjahr der Absatz durch Lockdowns in vielen Ländern und davon betroffenen Branchen zurückgegangen war, erholte sich der Umsatz in der zweiten Jahreshälfte. Mit Ausnahme der Konzernumsatzerlöse hat das Sensorunternehmen seine prognostizierten Ziele im Geschäftsjahr 2020 erreicht.

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Die Nachfrage nach Sensorlösungen war weiterhin hoch und brachte einen Auftragseingang von 1.726 Millionen Euro. „Dem Auftragsrückgang in der ersten Jahreshälfte 2020 sind wir mit schnellen Anpassungen unserer Kosten und Investitionen begegnet. Zugleich haben wir uns auf wesentliche Zukunftsthemen für die sensorbasierte digitale Transformation fokussiert. Die Digitalisierung hat 2020 einen Schub erhalten“, kommentierte Bauer. Zudem investierte das Unternehmen 11,8 Prozent (2019: 11,5 Prozent) des Umsatzes in Forschung und Entwicklung.

Corona-Effekt: Starke Nachfrage für Logistikautomation

Die Nachfrage nach Sensorikprodukten und -anwendungen entwickelte sich im Jahresverlauf in den Geschäftsfeldern unterschiedlich und insbesondere im Bereich der Logistikautomation positiv. „Im Bereich E-Commerce konnten wir einen Anstieg des Paketvolumens und einen wachsenden Automatisierungsbedarf verzeichnen“, erklärt Bauer.

Im Heimatmarkt Deutschland beeinflusste die Investitionszurückhaltung den Bereich Fabrikautomation, wodurch der Umsatz mit 283,9 Millionen Euro 10,1 Prozent unter dem Vorjahr blieb. Die Vertriebsregion Europa, Mittlerer Osten und Afrika war ebenfalls stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie betroffen und erreichte mit einem Umsatz von 601,4 Millionen Euro nicht die Prognose. Deutlich stabiler verlief das Geschäftsjahr in Nord-, Mittel- und Südamerika. Mit 387,3 Millionen Euro betrug das Umsatzwachstum 1,9 Prozent und war insbesondere durch eine hohe Nachfrage im Bereich der Logistikautomation in Nordamerika geprägt. Ebenfalls positiv verlief das Wachstum in der Region Asien-Pazifik, wo mit 427,6 Millionen Euro ein Umsatzplus von 4,3 Prozent erreicht wurde.

Zudem hat das Unternehmen aus dem Schwarzwald im Geschäftsjahr 2020 einen geringfügigen Personalaufbau von weltweit 2,2 Prozent auf 10.433 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter verzeichnet.

Sensorlösungen für die digitale Zukunft

Nicht nur Erfindungen und Weiterentwicklungen von Sensorgeräten und Komplettlösungen, etwa Track-and-Trace-Systeme für die Logistik, wurden auf den Markt gebracht. Auch wurde ein Fokus auf digitale Applikationen gelegt, um z. B. Künstliche Intelligenz auch ohne Programmierkenntnisse zugänglich zu machen. Mit dem Einstieg in die Quantensensorik hat das Sensorunternehmen im Geschäftsjahr 2020 zudem eine Schlüsseltechnologie für sich erschlossen. Gemeinsam mit der Trumpf-Tochtergesellschaft Q.ant hat das Unternehmen den ersten industriellen Quantensensor entwickelt, der Ende des Jahrs 2021 bei Pilotkunden eingesetzt werden soll.

Rückenwind für das Geschäftsjahr 2021

„Für das Jahr 2021 sind wir optimitisch. Das Weltwirtschaftswachstum sollte uns Rückenwind geben. Deshalb rechnen wir mit einem Wachstum im unteren bis mittleren einstelligen Prozentbereich“, sagt Markus Vatter, Mitglied des Vorstands von Sick und verantwortlich für Controlling, Finance und IT, abschließend.

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