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Doch im Frühjahr 1987 waren die Geräte schließlich serienreif und erhielten im gleichen Jahr noch vom TÜV und Anfang 1988 auch von der BG die Zulassung. Die Vorteile gegenüber der Einzelverdrahtung mit Schützen: kleinere Baubreite, Ausschluss von Verdrahtungsfehlern und geprüfte Sicherheit. Das damals neue Sicherheitsschaltgerät kam weltweit in Applikationen zum Einsatz.
Speicherprogrammierbare Steuerungen als Wegbereiter sicherer Steuerungen
Die Entwicklung sicherer Steuerungen setzte auf den Fortschritten bei speicherprogrammierbaren Steuerungen auf, die verdrahtungsprogrammierbare Steuerungen ungefähr Mitte der 70-er ablösten.
Den Grundstein für seine späteren speicherprogrammierbaren Steuerungen legte das schwäbische Unternehmen 1969 mit dem EuroPilz System, einem kompletten Programm von Europasteckkarten zum Bau von Industriesteuerungen. Basis des Systems waren verdrahtungsprogrammierbare EPS-Karten, wobei auf jeder Karte eine Anzahl logischer Elemente zur Verfügung stand.
Die EPS-Karten wurden in einem Baugruppenträger montiert. Die Stromversorgung der Karten und die Verknüpfung der Logikelemente erfolgten durch Verdrahtung auf der Geräterückseite.
Ende der 60-er, Anfang der 70-er Jahre kamen aus Amerika die ersten speicherprogrammierbaren Steuerungen auf den Markt. Gerade für umfangreiche Steuerungsaufgaben hatte diese Technik gegenüber der kontaktbehafteten Steuerung Vorteile hinsichtlich Zuverlässigkeit, Flexibilität und Platzbedarf. Einen schnellen Durchbruch verhinderten jedoch die für viele Fälle nicht ausreichende Verarbeitungsgeschwindigkeit sowie die hohen Kosten.
Diese schnellen Steuerungen mit wenig Speicherplatzbedarf begeisterten jedoch Europa und auch Deutschland, wo man begann, sich Gedanken um deren Umsetzung zu machen.
Dabei galt es allem voran zwei Anforderungen zu erfüllen: möglichst wenig Speicherplatzbedarf, um den Preis niedriger zu halten und möglichst hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit, um auch bei umfangreichen Steuerungsaufgaben mit der bisherigen Technik konkurrieren zu können.
1974 schließlich konnte Pilz die erste, frei programmierbare Steuerung präsentieren. Diese hatte 4000 Befehle, einen erweiterbaren Speicher und bot bereits eine hohe Geschwindigkeit mit schneller Bit- und Wort-Verarbeitung. Die Steuerung hatte insbesondere da Erfolg, wo es galt, preislich attraktiv zu bleiben und gleichzeitig hohe Verarbeitungsgeschwindigkeit zu bieten. Vier Jahre später brachte Pilz die speicherprogrammierbare Steuerung Pitronik P8 auf den Markt. Sie konnte mit einem Programmierset und den handelsüblichen PCs frei programmiert werden.
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