Antriebstechnik
Zwischen Vorschrift und Fortschritt: der Spagat der Industrie

Von Ute Drescher 6 min Lesedauer

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Zwischen strikten EU-Regulierungen und Innovationsdruck zeigt SEW- Eurodrive, wie das Unternehmen mit seinen Energiesparmotoren dennoch Erfolg hat. Was alte Motoren wertvoll macht und welche politische Hürde alles zu verändern droht, erklärt Gregor Dietz, Marktmanager Motoren.

"Alte Motoren als wertvolle Ressource zu sehen, statt als Abfall, ist entscheidend für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft", sagt Gregor Dietz, Marktmanger Motoren bei SEW-Eurodrive. (Bild:  SEW-Eurodrive)
"Alte Motoren als wertvolle Ressource zu sehen, statt als Abfall, ist entscheidend für die Zukunft der Kreislaufwirtschaft", sagt Gregor Dietz, Marktmanger Motoren bei SEW-Eurodrive.
(Bild: SEW-Eurodrive)

Herr Dietz, was macht den IE3-Energiesparmotor von SEW so erfolgreich?

Gregor Dietz: Der Erfolg liegt nicht nur in der Technik, sondern auch in den gesetzlichen Vorgaben. Seit 2015 verlangt die Europäische Union (EU) für Drehstrom-Asynchronmotoren zwischen 7,5 kW und 375 kW mindestens den IE3-Wirkungsgrad. Ab dem 1. Juli 2021 wurde diese Anforderung ausgeweitet und betrifft fast alle neuen drei-Phasen-Motoren von 0,75 kW bis 1000 kW. Seit dem 1. Juli 2023 ist der IE4-Standard für Motoren mit einer Leistung von 75 kW bis 200 kW vorgeschrieben. Damit wird erstmals weltweit ein solch hoher Wirkungsgrad für elektrotechnische Produkte gefordert. Weitere Verordnungen werden für 2029 erwartet und könnten den IE4-Standard auf weitere Leistungen ausdehnen.