Greifer Schunk baut Greifer aus Holz
Mit einem Greifmodul aus Holz - einer Technologiestudie - zeigt Schunk, dass "natürliche" Materialien auch bei Greifsystemen in Zukunft eine wachsende Rolle spielen.
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Für den Lauffener Automationsspezialist Schunk steht fest, dass innovative Materialien auch bei Greifsystemen in Zukunft eine immer größere Rolle spielen werden. „Im Thema Leichtbau steckt jede Menge Effizienzpotenzial“, betont Matthias Poguntke, der bei Schunk für das Produktmanagement im Geschäftsbereich Automation verantwortlich ist. „Leichtbaulösungen sparen bei identischer Leistung Energie oder erzielen bei identischem Energieverbrauch eine deutlich höhere Leistung. In beiden Fällen profitiert die Effizienz des Gesamtsystems.“ Genau das sei es, was die Leichtgewichte sowohl für Anlagenbauer und Systemintegratoren als auch für Anwender interessant mache, so Poguntke.
Dabei sprengt das Entwicklungsteam des Kompetenzführers für Spanntechnik und Greifsysteme gerne auch einmal konventionelle Grenzen. Jüngstes Beispiel ist ein Greifmodul aus Holz – eine Technologiestudie zu alternativen Werkstoffen. „Verglichen mit dem bei Greifmodulen gebräuchlichen Aluminium hat Holz in punkto Gewicht eindeutig die Nase vorn“, so Poguntke. „Bei guter Festigkeit wiegt es lediglich ein Drittel von Aluminium.“ Damit biete der nachwachsende Werkstoff ideale Voraussetzungen für den Einsatz in Leichtbaulösungen.
Holz feiert ein Comeback bei technischen Produkten
Dass Holz und andere Naturmaterialien bei technischen Anwendungen auch heute ihre Berechtigung haben, zeigen beispielsweise moderne Ski, bei denen Bambus und Carbon zu einer leichten, flexiblen und zugleich hochbelastbaren Einheit kombiniert werden. Weil sich Holz relativ einfach verarbeiten lässt, ist es auch im technischen Modellbau weit verbreitet. Für seine Greiferstudie hat Schunk querverleimtes Schichtholz verwendet. Im Gegensatz zu Vollholz hat Schichtholz keine einheitliche Faserrichtung. Die einzelnen Lagen stabilisieren sich aufgrund der Verleimung gegenseitig, so dass das Holz nur sehr gering schwindet oder quillt. Es behält seine Größe und gewinnt zusätzlich an Stabilität.
In der Studie ist der Greifer als modular aufgebauter Servogreifer konzipiert, der mit unterschiedlichen Servomotoren betrieben werden kann. Nach Angaben von Schunk sei ebenso eine pneumatische Lösung aus Holz denkbar. Aufgrund der Eigenschaften des Naturmaterials lässt sich der Holzgreifer primär in trockenen Umgebungen einsetzen. Sehr gut eignet er sich beispielsweise für Anwendungen im Bereich Verpackung.
Mit seinen industrietauglichen Leichtbauarmen, seinen Greifern und Linearachsen aus Kohlefaserverbundwerkstoffen, sowie ersten Studien für Module aus Holz und Blech setzt Schunk Maßstäbe in Sachen Leichtbau bei Greifsystemen. Moderne Materialien, Materialkombinationen und Verfahren bahnen künftig den Weg zu leichten Lösungen, die zugleich steif und robust sind. (ud)
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