Klebstoff Schnellhärtende Klebstoffe
Lichthärtende Acrylatklebstoffe werden verstärkt in der Automobilproduktion eingesetzt, wie bei der Clipsverklebung von Autoscheiben im Fertigungsprozess.
Anbieter zum Thema

Früher wurden Glasscheiben im Automobil durch Gummiprofile in der Karosserie fixiert. Mittlerweile wird längst das strukturelle Verkleben der steifen Glasscheiben mit der Stahl- oder Aluminiumstruktur eingesetzt. Dadurch ergibt sich eine verwindungssteife und damit sichere und komfortable Konstruktion. Allerdings benötigt der Klebstoff – in der Regel ein feuchtigkeitsvernetzendes 1K-Polyurethan – ausreichend Zeit, um eine ausreichende Festigkeit aufzubauen, mit der die Glasscheibe vor dem Verrutschen gesichert wird. In dieser Zeit kommen spezielle Clipse vorübergehend zum Einsatz. Sie fixieren die Glasscheibe, bis die umlaufende Klebstoffraupe genügend Festigkeit aufgebaut hat und müssen nur vorübergehend am Glas befestigt werden.
Lichthärtende Acrylatklebstoffe härten schnell aus
Eine Möglichkeit, die Clipse am Glas zu befestigen, ist die Integration der Fixierhilfen in einen umlaufenden angespritzten Kunststoffrahmen. Zunehmend komplexere Glasgeometrien können häufig jedoch nicht mehr umspritzt werden. Auch die Ästhetik spielt eine Rolle: Spaltmaße verringern sich immer mehr. Das führt dazu, dass der unschönen Rand am Glas wegfällt und so elegantere Übergänge an der Karosserie realisiert werden können.
Gefragt sind daher zunehmend lichthärtende Acrylatklebstoffe. Sie härten in der Regel schnell aus, sind flexibel und sehr gut beständig gegen Medien, die im und am Auto angetroffen werden. Dadurch sind sie die Idealbesetzung für die Befestigung der Fixierclipse an den Autogläsern. Dabei wird ein Clip aus lichtdurchlässigem Kunststoff (z. B. PC/ABS oder PA66GF15) auf den keramischen Schwarzdruck der Glasscheibe geklebt. Es lassen sich kurze Taktzeiten von wenigen Sekunden realisieren, ohne dabei auf eine zuverlässige und dauerhafte Verbindung zu verzichten.
Insgesamt werden 15 kg Klebstoff im Auto eingesetzt
Nachdem der 1K-Polyurethan-Klebstoff ausgehärtet ist, der die Glasscheibe an der Karosserie hält, muss der Fixierclip zwar keine Kraft mehr übertragen. Versagt die Klebung, löst sich jedoch der Kunststoffclip von der Glasfläche und klappert während des Fahrens durch Vibrationen. Daher ist es sinnvoll, die Verklebung der Clipse als zuverlässige und dauerhafte Verbindung einzuplanen um solche Störungen zu vermeiden. Da es sich nur um einen kleinen Anteil an den durchschnittlich 15 Kilogramm Klebstoff handelt, die in einem Auto zurzeit zum Einsatz kommen, sind auch die Kosten des lichthärtenden Klebstoffs gering.
(ID:34011520)