Klebstoff

Schnellhärtende Klebstoffe

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Material der Clipse ist bedeutend für Fügeprozess

Über den Klebstoff hinaus muss jedoch auch das gesamte System aus Fügepartnern und Fügeprozess betrachtet werden. Hier ist insbesondere das Material der benutzten Clipse sowie des verwendeten keramischen Schwarzdrucks auf der Glasscheibe von Bedeutung. Der Vorteil der Lichthärtung ist die gesteuerte und kurze Fixierzeit der Verklebung durch hochmoderne Lampentechnik. Sie kommt nur dann zum Tragen, wenn die Clipse eine ausreichende Lichtdurchlässigkeit im benötigten Wellenlängenbereich aufweisen. Daher sollte die Auflageplatte des Clips nicht zu dick ausgeführt sein und möglichst transparente oder helle Kunststoffe eingesetzt werden. Diese Materialeigenschaft muss während der Serienproduktion kontrolliert werden, um eine Verschlechterung der Fügequalität zu vermeiden.

Inline-Prüfung vermeidet Fehlverklebungen

Eine Inline-Prüfung der Bauteile auf die Durchstrahlbarkeit ist mit dem Messgerät DELOLUXcontrol und der LED-Aushärtungslampe DELOLUX 80 im Rahmen einer SPS-Anlagensteuerung möglich. Dazu wird jeder Clip vor dem Verkleben in einem definierten Abstand mit der Aushärtungslampe durchstrahlt und die dabei erzielten Lichtintensitäten vom Messgerät an die Anlagensteuerung übergeben. So erhält der Anwender die Sicherheit, die Aushärtungsbedingungen genau zu überwachen und somit Fehlverklebungen weitestgehend zu vermeiden. Denn die Intensität des Lichtes ist zusammen mit der Belichtungsdauer ein wichtiger Qualitätsfaktor bei lichthärtenden Klebstoffen und somit ein wichtiger Parameter, der in einer guten automatischen Fertigung laufend protokolliert wird. Auch die Gegenseite der Verklebung, der Schwarzdruck oder in der Regel die Primeroberfläche des Schwarzdrucks, kann sich verändern und sollte bei jeder Lieferung auf die anfangs überprüften erzielbaren Klebfestigkeiten getestet werden. Dies kann durch Abzugsversuche auf Musterscheiben mit normierten Prüfkörpern oder den Clipsen geschehen.

Testlabor von Klebstoffhersteller überprüft Klebstoff-Qualität

Der Klebstoff spielt für die Qualität der Verbindung eine wichtige Rolle. Viele Parameter gilt es zu berücksichtigen und auch vorab zu testen: Wie gut ist der Klebstoff zu dosieren? Wie lange ist er in der Anlage verarbeitbar? Welche Taktzeiten kann er liefern? Welche Kräfte sind übertragbar? Welchen äußeren Einflüssen kann er für wie lange widerstehen? Hier kann die Unterstützung des Kunden durch ein Testlabor des Klebstoffherstellers viele Vorteile bringen. Im Rahmen von durchgeführten Tests wurde beispielsweise überprüft, ob der Klebstoff auch kopfüber für eine bestimmte Zeit unausgehärtet am Clip verbleiben kann, da dies im automatisierten Prozess mit robotergeführter Bestückung notwendig sein kann. Auch die weiteren Dosier- und Anlagenparameter sind vorab zu testen, damit der Kunde für die notwendige Qualifizierung seiner Serienfertigung auf vorab geprüfte Einstellungen zurückgreifen kann und sich damit langwierige Einstellläufe erübrigen. So können auch die Aushärtungsgrade bei verschiedenen Parametern getestet und somit umfangreiche Messreihen von Festigkeiten auf sinnvolle Parametersätze eingeschränkt werden.

Ein wichtiger Aspekt ist die Lebensdauer der Verklebung in der Anwendung. Eine erste Abschätzung über die Langzeitstabilität der Verbindung liefern Einlagerungstests, die eine künstliche, beschleunigte Alterung erzielen. Übliche Einlagerungsparameter sind 40 °C / 98 % relative Feuchtigkeit bzw. ein Klimawechseltest, der dem Bauteil Umgebungstemperaturen von -20 °C bis +100 °C bei wechselnden relativen Feuchtigkeiten aussetzt.

Kleinere Fertigungsstückzahlen möglich

So geplant und überprüft bietet eine Clipverklebung mit lichthärtenden Klebstoffen eine gute Alternative zum vollumfänglichen Kunststoffrahmen mit integrierten Fixierungen. Die schnelle Umrüstbarkeit der Fertigung mit Klebstoffen erleichtert es, auf neue Geometrien umzusteigen. Auch kleinere Fertigungsstückzahlen sind möglich: Das liegt im Trend der möglichst breiten Produktpalette der Automobilfertiger, die spezielle Nischenprodukte entwickeln. Ergänzend zu dem Klebstoff gibt es darüber hinaus eine neu entwickelte LED-Lampentechnologie von DELO. Dadurch können hohe Folgekosten der üblichen Strahlerlampe bedingt durch den häufigen Brennerwechsel vermieden werden. Somit bietet eine gut geplante und in Zusammenarbeit zwischen Anwender und Klebstoff- und Anlagenhersteller entwickelte Fertigung mit lichthärtenden Klebstoffen eine zuverlässige und anpassungsfähige Option bei der Befestigung von Fixierclips auf Automobilscheiben. (jup)

* *Wolfgang Werner ist Anwendungsingenieur bei DELO Industrie Klebstoffe

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