Klebetechnik SCA profitiert von Trends zum Leichtbau

Redakteur: Brigitte Michel

Berthold Peters, Geschäftsführer von SCA Schucker in Bretten, sieht für das Unternehmen herausragende Wachstumschancen. Seit der Übernahme durch den Atlas-Copco-Konzern wurde die Belegschaft kräftig aufgestockt, und es werden immer noch Ingenieure und Techniker gesucht. Die Trends zum Leichtbau und zur Kombination von Werkstoffen in der Automobil-industrie sowie in anderen Branchen lassen kontinuierlich hohes Wachstum realistisch erscheinen.

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Mit moderner Technik können Dämmungsmassen automatisiert, das heißt per Roboter, in den Fußraum eines Autos eingebracht werden. Diese "spritzbare Akustikmasse" (SAM) wird im sogenannten Flatstream-Verfahren aufgetragen.
Mit moderner Technik können Dämmungsmassen automatisiert, das heißt per Roboter, in den Fußraum eines Autos eingebracht werden. Diese "spritzbare Akustikmasse" (SAM) wird im sogenannten Flatstream-Verfahren aufgetragen.
(Bild: SCA)

Die SCA Schucker in Bretten erwirtschaftete 2012 mit rund 400 Mitarbeitern 110 Mio. Euro. Das Unternehmen ist seit über 25 Jahren auf innovative Klebesysteme und hochpräzise Dosiertechnologie spezialisiert und gehört seit 2011 zur Atlas-Copco-Gruppe. In Bretten werden Systeme und Anlagen entwickelt und gefertigt, mit denen die Industrie Kleb- und Dichtstoffe manuell oder automatisiert an Bauteilen aufbringen kann. Am badischen Standort arbeiten allein 60 Entwickler. Mit SCA-Technik werden zum Beispiel im Automobilbau Stütz- und Festigkeitskleber, Unterbodenschutz oder Dämmungsmassen aufgetragen oder Scheiben verklebt.

Der Markt wächst seit Jahren kräftig, die Steigerungsraten liegen laut Geschäftsführer Berthold Peters bei über zehn Prozent jährlich. Denn nicht nur die Automobilisten, sondern auch zahlreiche Anwender aus anderen Industriebranchen verwenden immer mehr Leichtbaumaterialien: Sie kombinieren beispielsweise Aluminium, Kohlefaser oder Kunststoffe mit Stahl-Bauteilen. Die verschiedenen Komponenten müssen verklebt werden, weil herkömmliche Fügeverfahren, wie das Punktschweißen, werkstoffbedingt ausscheiden. "Mit unseren Lösungen kann die Industrie prozesssicher, flexibel, präzise und schnell kleben, die Qualität ihrer Klebenähte besser überwachen und ihre Produktivität steigern", sagte Berthold Peters.

SCA wolle zukünftig weiterhin jährlich im zweistelligen Prozentbereich wachsen, betonte Peters. Dies solle durch das Heben von Synergien im Atlas-Copco-Konzern gelingen, indem neue Regionen - etwa in Asien, Osteuropa und Indien - sowie neue Segmente erschlossen werden. Insbesondere nannte er hier die Automobilzulieferer und Branchen der allgemeinen Industrie: Gute Wachstumsmöglichkeiten sieht Peters in der Luft- und Raumfahrt, der Herstellung von Haushaltsgeräten, in der Solartechnik und der Windkraft sowie dem Schiffsbau.

Dazu werde SCA sein Produktportfolio erweitern und in Mitarbeiter und deren Qualifikation investieren. "In Bretten hatten wir Anfang 2012 noch etwa 200 Mitarbeiter, inzwischen sind es rund 280", unterstrich Peters die Strategie. Weltweit sei die Belegschaft in den fünfzehn Monaten von etwas über 300 auf nun 400 gewachsen. Das Unternehmen werde verstärkt Ingenieure und Techniker für die Bereiche Vertrieb und Technik rekrutieren und das DHBW-Studium ausbauen (Duale Hochschule Baden-Württemberg). SCA bietet die Ausbildung in den Studiengängen Wirtschaftsingenieurwesen, Maschinenbau, Elektrotechnik und Informatik an. "Durch die Zugehörigkeit zu Atlas Copco mit seinen 40000 Beschäftigten bieten wir unseren Mitarbeitern außerdem auch in anderen Konzernbereichen in Deutschland und weltweit gute Karrierechancen", ergänzte der SCA-Manager, der selbst schon verschiedene Positionen im Konzern innehatte. (bm)

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