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Steuerung der Anpresskraft
Mit der aktuellen Software können nun durch die gezielte Beeinflussung von Strom und Spannung auch innere physikalische Werte den Anforderungen entsprechend gesteuert werden. Das Bremsmoment einer Federdruckbremse bildet sich neben den Parametern Reibradius, Reibbeiwert μ und Anzahl der aktiven Reibflächen auch aus der Summe aus Feder- und Magnetkraft. Das maximale Moment der geschlossenen Bremse wird erreicht, wenn die Magnetkraft gleich null ist und ausschließlich die Federn wirken. Wird nun Magnetkraft gezielt gegen die Federkraft aufgebaut, ist eine direkte Beeinflussung der effektiv wirkenden Federkraft und somit des Bremsmomentes möglich. Bereits bevor die Bremse einfällt kann das gewünschte Bremsmoment vorgegeben werden.
Intelligentes Schaltgerät mit Bremsenstromsteller
Mit dem neuen intelligenten Schaltgerät kann nun die gezielte Bremsmomentregelung erfolgen. Das Gerät kann mit 24 V oder 48 V Gleichspannung betrieben werden und Bremsen mit einem Spulennennstrom von 10 A bzw. 5 A ansteuern. Die sensorlose Anzugs- und Abfallerkennung der Ankerscheibe kann wahlweise die Übererregungszeit automatisch anpassen. Mit zwei Digitaleingängen kann darüber hinaus die resultierende Klemmkraft für den Bremsrotor auf 25 %, 50 % oder 75 % der Nennfederkraft vorgegeben werden. Alternativ ist auch ein stufenloses analoges Vorgabesignal von 0 bis10 V möglich. Mit Abmessungen von 69 mm Breite, 30 mm Höhe und 103 mm Länge lässt sich das Gerät einfach in Schaltschränke einbauen.
Neben dem sanften Verzögern von Maschinen birgt die neue Bremsmomentregelung auch für Anwendungen wie zum Beispiel Vertikalachsenbremsen entscheidende Vorteile. Solche Bremssysteme sind aus sicherheitstechnischen Aspekten redundant ausgeführt – in der Regel mit zwei unabhängigen Bremsen. Beide Kreise arbeiten mit vollem Nennbremsmoment. Redundante Systeme führen also zu einer Bremsmomentverdoppelung und damit zu zusätzlichen Bauteilbelastungen bei dynamischen Not-Halt Bremsungen. Können die Bremsmomente allerdings geregelt werden, ist die Bauteildimensionierung auf einfaches Bremsmoment möglich. Die Sicherheit bei einem möglichen Bremsenausfall ist dennoch auch weiterhin gewährleistet, da der verbleibende Bremskreis die Anlage nach wie vor verzögern kann.
Konstantes Bremsmoment
Auch bei Anwendungen, die ein konstantes Bremsmoment in engen Toleranzgrenzen fordern, können mit der neuen Bremsmomentregelung negative Einflüsse auf die Bremsmomentkonstanz kompensiert werden. Solche Einflüsse entstehen beispielsweise durch die Toleranzen der Reibbeiwerte und Federkraft sowie durch Faktoren wie zum Beispiel Drehzahl, Reibarbeit und Reibleistung. Mit der neuen Bremsmomentregelung lassen sich nun diese Bremsmomenttoleranzen durch Nachsteuern eingrenzen. (jup)
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