Geräuscharmer Synchronmotor Roslyde – Roteks neue, geräuscharme Synchronmotorengeneration

Autor / Redakteur: Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier / Karl-Ullrich Höltkemeier

Der Bremerhavener Elektromotorenherstellers Rotek ist Spezialist für hochwertige Synchron-Kleinmotoren. konstruktionspraxis besuchte das Unternehmen um sich die neue, geräuscharme Synchronmotorengeneration anzusehen.

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Roslyde: Roteks neue Synchronmotorengeneration
Roslyde: Roteks neue Synchronmotorengeneration
(Bild: Rotek)

Erfolgsgeschichten verlaufen nicht geradewegs aufwärts und am Ende hat der Erfolg meist mehrere Väter. Der Aufstieg des Bremerhavener Elektromotorenherstellers Rotek zu einem anerkannten Spezialisten für individuell gefertigte hochwertige Synchron-Kleinmotoren und Getriebemotoren für spezifische Einsatzgebiete ist ein gutes Beispiel dafür. Heute liefert das Unternehmen seine energieeffizienten Motoren in viele Länder Europas und sogar nach China. Das Baukastensystem mit inzwischen mehr als hunderttausend Standardvarianten läßt kaum Wünsche offen.

„Diese hohe Flexibilität, unbürokratische Abwicklung und kurze Lieferzeiten wissen unsere Kunden zu schätzen,“ ist Rolf Treusch sich sicher. Die wichtigste Basis für ein erfolgreiches Unternehmen ist jedoch die Produktqualität – und hier gibt sich Klaus Treusch kompromisslos: „Wir verkaufen Sicherheit und sind stolz drauf, dass unsere Kunden von unseren Antrieben sagen, nach dem Einbau brauche man sich nicht mehr um sie zu kümmern.“ Anforderungen an Antriebe änden sich. So begann Klaus Treusch vor einigen Jahren mit der Entwicklung eines neuen Motortyps.

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Oft entstehen bahnbrechende Erfindungen aus notwendigen praktischen Überlegungen. Der Rosync des Elektrokleinmotorenherstellers ist ein solches Produkt. Er ist der erste energieeffiziente Elektrokleinmotor für Wechselstromanwendungen weltweit.

Den hervorragenden Wirkungsgrad erreichten die Entwickler durch neue Materialien und eine besondere Statorkonstruktion.

So kommen Hochleistungs-Ringmagnete aus kunststoff-gebundenem Seltenerde-Material zum Einsatz. Das Eisen im Stator wurde auf das notwendige Minimum reduziert, um möglichst viel Platz für die Spulen zu erhalten. Optimierte Wickelköpfe verringern die Wicklungsverluste, was mit zu dem verbesserten Wirkungsgrad beiträgt.

Das Ergebnis ist eine außergewöhnliche Effizienz, auch was den Verbrauch an Rohstoffen betrifft. Als GreenDrive Technology wurde diese Konstruktion inzwischen patentiert.

Der neue Motor

Doch man kann es bei Rotek nicht lassen innovativ zu sein und hat wieder einen neuen. Motor entwickelt: Die neue Synchronmotorengeneration heißt Roslyde.

Was aber stößt die Produktentwicklung bei Rotek an? Klaus Treusch erklärt das so: „Ideen bündeln intern, Marktwünsche von außen. Die Bedingungen: Es muss von außen initiiert werden und es muss intern möglich sein. Die Randbedingung: Es muss in den Baukasten passen und es muss im Kostenrahmen liegen.“

„Um nun für den neuen Motor ein möglichst leises und vibrationsarmes Laufverhalten zu erreichen, haben wir hauptsächlich an zwei Stellschrauben gearbeitet: Reduzierung der Auswirkung der magnetischen Wechselfelder und Minimierung des für Synchronmotoren typischen Rastmoments,“ berichtet er weiter.

Da der Rotor zwischen zwei Spitzen geschliffen wird, ist er bereits so gut gewuchtet, dass kein weiterer Arbeitsgang notwendig ist. Auch im Bereich der Motorlager waren keine Änderungen notwendig, da wir stets hochwertige Kugellager mit Spezialschmierung einsetzen. Auf die symmetrische Lagerung achten wir bei der besonders präzisen Bearbeitung der Lagerschilde.

Ganz geräuschlos gibt es nicht

Der Antrieb ist das Herz jeder Maschine. Deshalb ist die Qualität des eingesetzten Motors von entscheidender Bedeutung. Was aber macht bei einem Elektromotor eigentlich Lärm? Zuerst einmal hat man immer Unwuchten, das führt zu Frequenzen identisch mit der Drehzahl. Auch wenn man sich viel Mühe beim Auswuchten gibt, ist da immer noch ein Staubkorn. Das nächste ist dann meistens die Luft. Einerseits bläst man oft extra Luft zur Kühlung durch den Motor, da macht schon der Lüfter Geräusche, und dann sind dann noch die Nuten in Rotor und Stator.

Auch die Lager erzeugen Schwingungen, je präziser desto weniger, aber das ist auch eine Preisfrage. Auch absolut geräuschlose Getriebe sind nicht konstruierbar. Neben der Präzision spielt vor allem die Art der Verzahnung eine wesentliche Rolle bei der Geräuschentwicklung. Und dann kommt das ganze Drumherum ins Spiel, z.B Gehäuse wirken als Resonanzkörper.

Klaus Treusch erklärt dies so: „Erster Ansatzpunkt für Geräusche ist der Motor selbst als Erreger von Schwingungen. Natürlich hängt das Geräuschniveau eines Antriebs auch entscheidend von den mechanischen Komponenten wie den Getrieben ab. Man sollte immer die gesamte Antriebseinheit beachten, denn die Mehrzahl aller Kleinmotoren wird mit Getrieben kombiniert.“

Beim Getriebe übertragen sich die Motorschwingungen auf die Zahnräder. (Der Körperschall wird durch das Getriebegehäuse verstärkt wie der Schall durch den mitschwingenden Resonanzkörper eines Musikinstrumentes.)

Großen Einfluss haben auch die Schmierstoffe zur Reduzierung der Geräuschemission. Um ein exzellentes Klangbild zu erhalten, bietet Rotek verschiedene geräuscharme Getriebelösungen an.

In erster Linie ist es wichtig, dass Nutzer das Geräusch als angenehm oder zum Produkt passend empfinden. Als unangenehm empfinden Menschen meist hohe, schrille Töne wie Pfeifen und Quietschen oder tiefe, raue Töne wie Scharren und Brummen. Bei Motoren sind gleichmäßige Geräusche ohne starke Frequenzschwankungen optimal, bei denen die hohen und tiefen Frequenzen nicht zu dominant sind und auch Einzeltöne nicht zu stark herausstechen. Das Ziel ist deshalb ein möglichst gleichmäßiges, sanftes Dahinschnurren. Mit der neuen Motorserie Roslyde ist das Rotek hervorragend gelungen. Durch die SmoothDrive Technology ist der Motor besonders laufruhig.

Wilfried Treusch: „Auch zukünftig werden wir uns in für uns neue Gebiete vorwagen: Unter anderem arbeiten wir an BLDC-Motoren und der Lineartechnik.“

Wie bei allen Motoren von Rotek gibt es auch bei diesem neuen laufruhigen Exemplar maßgeschneiderte Lösungen.

  • Startpunkt: die Motorvarianten mit beispielsweise individuell abgestimmten Wicklungen
  • Auswahl und Detailauslegung des passenden Getriebes
  • Mechanische Anpassungen
  • Anpassung des Stromanschlusses, z.B. spezielle Stecker
  • Optionales Zubehör wie Encoder, etc

Messe SPS/IPC/DRives in Halle 3/640

Rolf Treusch: „Bei uns bekommt man aus dem Baukasten schon individuelle Lösungen bei Einzelstücken. Weitere Anpassungen sind bereits bei kleinen Mengen möglich, getreu dem Motto, dass sich nicht der Konstrukteur sondern der Antrieb anpassen soll.“

Auf der SPS/IPC/Drives in Nürnberg wird Rotek drei neue Flachgetriebebaureihen für Drehmomente von 10 bis 30 Nm vorstellen. Im Mittelpunkt wird jedoch die neue Motorserie Roslyde stehen.“

Rotek stellt auf der SPS IPC Drives in Nürnberg aus: Halle 3, Stand 640

* Dipl.-Ing. Ullrich Höltkemeier, Co-Publisher, konstruktionspraxis

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