PIAE 2025 Risikopotenzial von Post-Consumer-Rezyklaten ermitteln

Von Dipl.-Ing. Annedore Bose-Munde 3 min Lesedauer

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In der Automobilindustrie wird zunehmend der Einsatz von Post-Consumer-Rezyklaten gefordert. Doch welche Risiken kann das mit sich bringen und wie können diese vorausschauend vermieden werden? Hier können die Hersteller und Zulieferer von der Lebensmittel- und Hygieneartikelbranche lernen.

Galab ist ein unabhängiges Dienstleistungslabor, welches unter anderem Lebensmittelverpackungen und Hygieneartikel und deren Rohstoffe mit Blick auf die enthaltenen Substanzen oder Kontaminanten analysiert und bewertet. Das Know-how könnte auch für die Automobilindustrie interessant sein. (Bild:  Galab)
Galab ist ein unabhängiges Dienstleistungslabor, welches unter anderem Lebensmittelverpackungen und Hygieneartikel und deren Rohstoffe mit Blick auf die enthaltenen Substanzen oder Kontaminanten analysiert und bewertet. Das Know-how könnte auch für die Automobilindustrie interessant sein.
(Bild: Galab)

Am Anfang jeder Produktion steht das Rohmaterial. Dieses sollte – so viel steht fest – nicht nur für eine anforderungsgerechte Weiterverarbeitung ausgelegt sein, sondern auch die Anforderungen an Schadstofffreiheit erfüllen.

Post-Consumer-Rezyklate (PCR), also Kunststoffprodukte aus recycelten Materialien, bedeuten jedoch für die Analytik eine große Herausforderung. Grundsätzlich geht es hierbei darum, störende Anteile im Material zu identifizieren und zu quantifizieren, beispielsweise Verunreinigungen mit anderen Polymeren oder mit Metallen. Diese können oft bereits in geringen Mengen die Qualität des Rezyklats mindern und damit die späteren, anwendungsrelevanten Eigenschaften einschränken. Eine verlässliche Charakterisierung und eine zielgerichtete Methodik sind also unerlässlich.

PIAE - Internationaler Fachkongress zu Kunststoffen im Automobilbau

Der internationale Fachkongress PIAE (Plastics in Automotive Engineering) wird von der VDI Wissensforum GmbH veranstaltet und findet am 26. und 27. März im Congress Center Rosengarten in Mannheim statt. Der Leitkongress für Kunststoffe im Automobil beleuchtet seit über 40 Jahren mit unterschiedlichsten Experten-Vorträgen von Automobilherstellern und Zulieferern aktuelle kunststofftechnische Entwicklungen und Anwendungen sowie deren Einsatz im Bereich Interieur, Exterieur, Motor, Werkstoffe und Technologien. Neben einem breit gefächerten Vortragsprogramm bietet die begleitende Ausstellung mit Vertretern der gesamten Wertschöpfungskette für die PIAE-Teilnehmer einen idealen Rahmen zum fachlichen Austausch mit den Spezialisten.

Zum Programm

Kontaminanten in Rohstoffen und Endprodukten ermitteln

Hans Wunsch wird zur PIAE, die am 26. und 27. März in Mannheim stattfindet, das Risikopotenzial beim Einsatz von Post-Consumer-Rezyklaten beschreiben und darstellen, was die Automobilindustrie von der Lebensmittel- und Hygieneartikelbranche lernen kann. Er wird auf Kontaminanten in Rohstoffen und Endprodukten eingehen, mögliche Quellen beziehungsweise Entstehungsorte darstellen und Möglichkeiten der Identifizierung von kritischen Punkten in der Produktion benennen. Der Vortrag soll durch die dargestellten praktischen Beispiele aus der Lebensmittel- und Hygieneartikelbranche nicht nur potenzielle Risiken für die Herstellung von Kunststoffbauteilen aus PCR aufdecken, sondern auch Lösungsansätze dafür liefern, wie andere Branchen diesem Problem begegnen können.

(Bildquelle: Galab)
Immer mehr Chemikalien geraten in den Fokus der ECHA (European Chemical Agency). Diese bewertet und setzt neue Höchstmengen in Produkten fest. Ziel ist es, toxische Chemikalien in der Produktion zu eliminieren beziehungsweise zu reduzieren. Um den zukünftigen Verordnungen zu entsprechen, sollte auch die Automobilindustrie schon heute die entsprechenden, präventiven Maßnahmen ergreifen.

Hans Wunsch, Geschäftsführer der Galab Laboratories GmbH

Gewährleistung der Freiheit von schädlichen Stoffen hat oberste Priorität

Galab ist ein unabhängiges Dienstleistungslabor für die externe Qualitätskontrolle. Es analysiert und bewertet seit vielen Jahren Lebensmittel, Lebensmittelverpackungen sowie Bedarfsgegenstände und deren Rohstoffe mit Blick auf die enthaltenen Substanzen oder Kontaminanten. Genau dieses Know-how möchte Wunsch auf der PIAE vorstellen und die Teilnehmer dazu anregen, es für die Automobilindustrie zu applizieren.

„In der Lebensmittel- und Hygieneartikelindustrie hat die Gewährleistung der Freiheit von schädlichen Stoffen oberste Priorität. Diese Stoffe können durch den Materialeinsatz und Kombinationen aber auch bei Herstellungs- und Transportprozessen oder durch die Verarbeitung von kontaminierten Kunststoffen entstehen. Es ist zu erwarten, dass diese Risiken auch auf die Automobilindustrie zukommen, wenn verstärkt PCR-Materialien eingesetzt werden. Auf diese neuen Stoffe wird hier bisher wenig oder gar nicht geprüft“, beschreibt er die Situation.

Analytik-Tool bietet Analytik für spezifische Bedürfnisse

Wunsch wird in Mannheim ein Programm vorstellen, welches dem Anwender passgenaue, detaillierte Monitoring Prozesse bietet. In diesem Zusammenhang werden verschiedene Parameter aus verschiedenen Stoffgruppen berücksichtigt, was eine Überwachung der Produktqualität gewährleistet. Das Analytik-Tool, welches für die Lebensmittel- und Hygienebranche entwickelt wurde, ist individuell auf die speziellen Anforderungen der Märkte weltweit zugeschnitten und ausschließlich auf dem Gebiet der Rückstandsanalytik anwendbar.

Was bedeuten die Galab-Erkenntnisse nun für die Praxis in der Automobilindustrie? Für Hans Wunsch ist das klar: „Nicht reagieren, sondern agieren! Durch ein angepasstes Programm hat die Industrie ein Tool, um präventiv und nachhaltig unerwünschte Stoffe rechtzeitig zu vermeiden.“

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