Reibschweißen Reibquetschverfahren mit Innovationspreis ausgezeichnet

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Dipl.-Ing. (FH) Florian Besler und Prof. Dr.-Ing. Paul Schindele von der Hochschule Kempten haben für die Entwicklung des Reibquetschverfahrens den Raiser-Innovationspreis für Reibschweißen im Rahmen der Fachtagung „Erfahrungsaustausch Reibschweißen“ an der SLV in München erhalten.

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Dr. Elmar Raiser (links) überreichte Dipl.-Ing. Florian Besler (Mtte) und Prof. Dr.-Ing. Paul Schindele (rechts), den Siegern des dritten "Raiser Innovationspreises für Reibschweißen", die Trophäe.
Dr. Elmar Raiser (links) überreichte Dipl.-Ing. Florian Besler (Mtte) und Prof. Dr.-Ing. Paul Schindele (rechts), den Siegern des dritten "Raiser Innovationspreises für Reibschweißen", die Trophäe.
(Bild: Klaus Raiser)

Druck und Reibung sind die entscheidenden Variablen beim Reibschweißen – egal bei welcher Verfahrensvariante. Alle zeichnen sich durch leicht reproduzierbare hohe Qualitätsstandards, kurze Taktzeiten und hochwertige Schweißnähte aus. Dass an dieser Stelle enormes Potenzial in der Entwicklung besteht und die Möglichkeiten bei Weitem noch nicht ausgeschöpft sind, zeigt alle zwei Jahre der Innovationspreis der Klaus Raiser GmbH und Co. KG aus Eberdingen.

Für den dritten „Raiser-Innovationspreis für Reibschweißen“ wurden sieben Forschungs- und Entwicklungsarbeiten eingereicht. Die Teilnehmer – diesmal vorwiegend aus Deutschland – fanden sich sowohl in Universitäten als auch in der Wirtschaft. Eine fünfköpfige Jury namhafter Fachleute aus Industrie und Forschung prüfte die Arbeiten nicht nur unter technischen und wissenschaftlichen Gesichtspunkten, sondern auch unter den Aspekten Wirtschaftlichkeit, Qualität, Umweltschutz und Arbeitssicherheit. Sieger ist 2015 die Entwicklung des Reibquetschschweißens von Dipl.-Ing. (FH) Florian Besler und Prof. Dr.-Ing. Paul Schindele von der Hochschule Kempten.

Die Preisträger erhielten auf der Fachtagung „Erfahrungsaustausch Reibschweißen“ an der SLV München (Schweißtechnische Lehr- und Versuchsanstalt München) von Dr. Elmar Raiser die Trophäe und den mit 2.000 Euro dotierten Preis. Im Anschluss präsentierten sie dem Fachpublikum das neue, vielseitig einsetzbare Schweißverfahren.

Bleche einfach verbinden

Das Reibquetschschweißen ist ein Verfahren zum Verbinden von Blechen, Drähten und Bändern. Durch Rotieren einer Reibscheibe im Gleichlauf über die Stoßstelle der zu verschweißenden Bleche entsteht Reibung zwischen Rolle und Blech. Diese erwärmt das Material bis in den plastischen Bereich. Über die senkrechte Anpresskraft der Rolle sowie die Vorschubbewegung werden die Bleche ineinander gequetscht und an den Stoßkanten stoffschlüssig miteinander verschweißt. Werden die Bleche vor dem Schweißvorgang an den Stoßkanten nach oben gebördelt, ist kein Zusatzwerkstoff mehr für den Schweißvorgang notwendig. Es besteht bei dem Verfahren jedoch auch die Möglichkeit, Draht in die Schweißfuge zuzuführen.

Da die Materialien beim Reibquetschschweißen nicht auf Schmelztemperatur erwärmt werden, sind wie bei anderen Reibschweißverfahren die unterschiedlichsten Werkstoffe, beispielsweise Aluminium und Stahl oder Kupfer und Stahl, miteinander kombinierbar. Die Anlagen zum Reibquetschschweiß sind zudem so einfach und variabel aufgebaut, dass sie gut in jeden Fertigungsprozess integriert werden können.

Dr. Elmar Raiser, Geschäftsführer der Klaus Raiser GmbH: „Mit unserem Innovationspreis wollen wir Nachwuchskräfte fördern und anregen, ihre Forschungsarbeiten zu präsentieren. Die hochkarätigen Beiträge, die wir bei jeder Ausschreibung eingereicht bekommen, zeigen, dass wir damit auf dem richtigen Weg sind.“ (jup)

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