Planetengewindetrieb Planetengewindetriebe: Aufbau, Funktion und Auswahlkriterien

Autor / Redakteur: Ute Drescher / Ute Drescher

Müssen in der Automatisierung hohe Lasten mit großer Genauigkeit bewegt werden, verdrängen Planetengewindetriebe als mechanisches Antriebselement zunehmend die hydraulische Lösung. Der Beitrag beschreibt Aufbau, Funktion und Auswahlkriterien.

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Planetengewindetriebe spielen vor allem dann ihre Vorteile aus, wenn hohe Tragzahlen und Wiederholgenauigkeit gefordert sind. (Bild: Bosch Rexroth)
Planetengewindetriebe spielen vor allem dann ihre Vorteile aus, wenn hohe Tragzahlen und Wiederholgenauigkeit gefordert sind. (Bild: Bosch Rexroth)

Mechanische Antriebslelemente bewegen: Sie erzeugen eine axiale Kraft, indem sie eine Drehbewegung in eine Längsbewegung verwandeln. Das ist auch umgekehrt möglich. Dann wird aus der Längsbewegung eine Drehbewegung.

In der Industrie verbreitet sind Riementriebe, Zahnstangenantriebe sowie Gewindetriebe. Für die moderne Automatisierung sind Gewindetriebe wegen ihrer energieeffizienten Arbeitsweise die wichtigsten Antriebselemente. Von Bedeutung sind vor allem Trapezgewindetriebe, Kugelgewindetriebe sowie Planetengewindetriebe.

Der historisch älteste ist der Trapezgewindetrieb, der als günstigster Antrieb weltweit am weitesten verbreitet ist und für untergeordnete Zwecke ausreicht.

Steigen die Ansprüche an Geschwindigkeit, Genauigkeit und Energieeffizienz, kommt der Kugelgewindetrieb ins Spiel. Am Markt schon vor Jahrzehnten eingeführt, sind Kugelgewindetriebe technisch ausgefeilte Produkte, die darüber hinaus energieeffizient arbeiten: Ihr Wirkungsgrad liegt bei über 90%.

Doch auch Kugelgewindetriebe stoßen ab bestimmten Zug- und Druckkräften sowie Hubgewichten an ihre Grenzen. In Kunststoffspritzmaschinen etwa oder Abkantpressen kamen daher in der Vergangenheit oft hydraulische Antriebe als Kraftprotze zum Einsatz. Planetengewindetriebe als energieeffiziente Lösung, die ebenfalls hohe Axialkräfte erzeugen, stellen hier eine echte Alternative dar.

Planetengewindetriebe, so die Definition, sind Gewindetriebe, bei denen Gewinderollen als Wälzkörper (kurz Planeten) in einer Gewindemutter mit zwei Lochkränzen gefasst um eine spezielle Gewindespindel achsparallel rotieren, wodurch sich die Mutter linear entlang der Spindel bewegt.

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