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Stahl Patentierter Sonderstahl für Maschinenmesser

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Für den Maschinenmesser-Hersteller Jäkel hat Thyssen Krupp einen patentierten Sonderstahl entwickelt, der die Vorteile von Feder- und Borstählen verbindet.

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Die Firma Jäkel fertigt rund 2,8 Millionen Qualitäts-Maschinenmesser pro Jahr. Dafür werden 6000 t Stahl benötigt.
Die Firma Jäkel fertigt rund 2,8 Millionen Qualitäts-Maschinenmesser pro Jahr. Dafür werden 6000 t Stahl benötigt.
(Bild: Julia Unkel/Thyssen Krupp)

Ohne richtige Messer funktionieren weder Aufsitz- mäher noch Rasenmäher für den heimischen Garten. Häcksler, Futtermischwagen und Pressen, wie sie in der modernen Landtechnik zum Einsatz kommen, müssen ebenso mit ausgefeilten Schnittwerkzeugen versehen sein. Einer der europaweit führenden Hersteller für Qualitätsmesser ist die Firma Jäkel im nordhessischen Diemelstadt. Um deren Produktqualität noch besser zu machen, haben Jäkel und Thyssen Krupp einen neuen, patentierten Sonderstahl entwickelt.

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Sämtliche Werkzeuge für die Produktion der unterschiedlichen Schneidegeräte werden bei Jäkel im eigenen Werkzeugbau entwickelt und hergestellt. 6.000 t Stahl verarbeitet das Unternehmen pro Jahr und fertigt daraus rund 2,8 Millionen Teile. Bislang bestanden diese überwiegend aus verschleißfestem, aber bruchanfälligem chromhaltigen Federstahl oder sehr zähen aber auch etwas weniger schneidhaltigen Borstählen. Zuletzt hat nun eine wichtige Innovation die Bewährungsprobe auf den Wiesen und Feldern im In- und Ausland bestanden. Gemeinsam mit dem Stahlbereich von Thyssen Krupp, dem langjährigen Hauptlieferanten, hat das Familienunternehmen den Sonderstahl JADU-H1 entwickelt.

Innovation für einen Nischenkunden

„Wir wollten einen Hybrid, der die Qualitäten der Feder- und der Borstähle verbindet“, sagt Frank Jäkel, der seit 2001 mit seinem Bruder Udo den Betrieb leitet. Einen Stahl, der möglichst lange scharf bleibt, aber nicht brechen darf, sobald er auf einen Stein trifft. „Das war eine große Herausforderung, die wir zusammen gemeistert haben“, sagt Christian Sohrab, Leiter Verkauf Sonderprodukte im Industrie-Bereich von Thyssen Krupp Steel Europe. Zunächst wurde ein Grundkonzept entworfen, wie so ein Stahl von der Analyse her aussehen kann. Nach zahlreichen Probeläufen in der Dortmunder Versuchsanlage, kamen die Mittelbandspezialisten bei Thyssen Krupp in Hohenlimburg ins Spiel: Sie lieferten die erforderlichen 30 Tonnen Stahl für die erste Produktion. „Wir haben solange justiert, bis auch unser Partner Thyssen Krupp Stahlkontor in Krefeld die Bleche auf seiner Warmbandanlage anarbeiten konnte“, so Sohrab. Die neue Güte, die besonders hart und zugleich verschleißfest ist, erforderte immer wieder die Anpassung der Fertigungsparameter. Nur so ließ sich eine gleichbleibende Qualität erreichen und ein für die Serienproduktion tauglicher Stahl.

Der JADU-H1 verbindet die sehr guten Härte- und Verschleißeigenschaften der Federstähle mit den hervorragenden Zähigkeitseigenschaften der Borstähle. Erreicht wird dieses unter anderem durch ein ausgewogenes Verhältnis der Legierungsbestandteile. Die Verschleißfestigkeit konnte durch Karbidbildungen erhöht und gleichzeitig die Sprödbruchneigung deutlich herabgesetzt werden. Von der Fertigung der Schmelze bis zum Querteilen des fertigen Werkstoffs wurde immer wieder gemeinsam um Lösungen gerungen. Was nicht selbstverständlich ist, wie die Jäkel-Brüder betonen. Sie finden es bemerkenswert, dass ein großer, auf Qualitätsstahl ausgerichteter Konzern, auf den speziellen Wunsch eines Nischen-Kunden eingeht und so Innovationen vorantreibt. Bereits 30.000 verkaufte Messer sind im Einsatz und die Resonanz nach der ersten Ernte-Saison sei „durchweg positiv“, berichten die Jäkels mit Stolz. Der Erfolg beflügelt die Partner: „Wir wollen den neuen, patentierten Stahl weiter optimieren und ausbauen“, betonen Frank und Udo Jäkel. (qui)

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